ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2012Fachkräftemangel: Zahl ausländischer Ärzte steigt

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Fachkräftemangel: Zahl ausländischer Ärzte steigt

Dtsch Arztebl 2012; 109(33-34): A-1674 / B-1358 / C-1338

Hibbeler, Birgit

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Die Kliniken können ihre Stellen nicht besetzen. Ärzte aus Nicht-EULändern helfen, die Lücken zu füllen. Foto: dapd
Die Kliniken können ihre Stellen nicht besetzen. Ärzte aus Nicht-EULändern helfen, die Lücken zu füllen.
Foto: dapd

In Deutschland arbeiten immer mehr Ärzte aus Nicht-EU-Staaten. Im Jahr 2011 erhielten 1 351 Mediziner aus solchen Ländern die Erlaubnis, in der Bundesrepublik tätig zu sein. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist das ein Zuwachs von 50 Prozent im Vergleich zu 2010. Die häufigsten Herkunftsländer waren Ägypten, Jordanien, Libyen, die Russische Föderation und Syrien.

Ein Grund für die Entwicklung: Seit Juni 2011 ist es für Ärzte und Ingenieure einfacher, nach Deutschland zu kommen. Für sie entfällt seitdem die „Vorrangprüfung“. Das bedeutet: Wenn ein Arbeitgeber einen Nicht-EU-Bürger einstellt, muss er nicht mehr nachweisen, dass er keinen geeigneten Bewerber aus der EU gefunden hat.

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Ohne den Zuzug aus dem Ausland können einige Einrichtungen im Gesundheitswesen ihre Stellen nicht mehr besetzen. „Im Bereich der Humanmedizin stellen wir bundesweit einen Fachkräftemangel fest“, sagt Raimund Becker, Vorstand BA. Dies werde durch die hohen Vakanzzeiten deutlich: Eine offene Stelle für Mediziner ist im Durchschnitt 173 Tage unbesetzt. Das sei eine um 100 Tage längere Vakanzzeit als in anderen Berufen. „Die Situation hat sich in den letzten zwölf Monaten noch verschärft“, betont Becker.

Seit dem 1. August gilt die Erleichterung beim Zuzug nach Deutschland – auch „Blue Card“ genannt – für 60 weitere Berufe. Sie kommen aus den Bereichen Informatik, Technik und Naturwissenschaften. BH

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