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Herr Thaller vermisst, dass wir auf die lokale Antibiotikatherapie nicht ausführlicher eingehen und nur einen Literaturverweis anführen ([e 33] im Artikel). Zwangsläufig müssen in einem Übersichtsartikel viele Gesichtspunkte zu kurz kommen. So auch das Thema „lokale Antibiotikatherapie“, worüber zahllose Publikationen erschienen sind, die durchaus positive Erfahrungen mit diesem Konzept belegen. Es fehlt jedoch bis heute der wissenschaftliche Beweis, dass Patienten tatsächlich von einer lokalen Antibiotika-Applikation profitieren. Bereits Klemm, der maßgeblich an der Einführung der lokalen Antibiotikatherapie beteiligt war, sah ihre Möglichkeiten kritisch: „Bei Erörterung der Rezidivhäufigkeit nach Anwendung von Gentamycin-PMMA-Ketten ist zunächst festzustellen, dass auch dieses neue Behandlungsverfahren nichts am schicksalhaften Verlauf der chronischen Osteomyelitis ändern kann . . .“ (1).

Berücksichtigt man die geringe Eindringtiefe am Beispiel von Gentamycin, die Wahlig im Tierversuch festgestellt hat, so wird man lokale Antibiotikaträger tatsächlich in erster Linie beim Totraummanagement einsetzen (2). Davon abzugrenzen ist die prophylaktische Antibiotikabeschichtung von Implantaten, um einer Besiedlung und Biofilmbildung vorzubeugen. Ihre Entwicklung steht noch am Anfang und ist durchaus vielversprechend, wir setzen diese Produkte ebenfalls ein. Sie dienen keinem therapeutischen Zweck und ihr Nutzen ist bisher nicht belegt. Sie werden im Abschnitt „Prophylaxe“ erwähnt.

Die Kritik von Herrn Thaller ist insofern berechtigt, als wir die Bewertung der lokalen AB-Therapie in der Literatur unzureichend belegt haben. Nahezu alle zitierten Arbeiten, die sich mit der Therapie der chronischen Osteomyelitis befassen, gehen auf lokale Antibiotikaträger ein, sie wurden in diesem Zusammenhang jedoch nicht nochmals angeführt (zum Beispiel die Literaturstellen [7, 24, 25] im Artikel).

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0576b

Dr. med. Gerhard Walter

BG Unfallklinik Frankfurt

gerhard.walter@bgu-frankfurt.de

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Klemm K: Die Behandlung chronischer Knocheninfektionen mit Gentamycin-PMMA-Ketten und -Kugeln. European Journal of Trauma 1977; 3: 20–5.
2.
Wahlig H, Bergmann R, Dingeldein E, Reuss K: Experimentelle Untersuchungen mit Gentamycin-PMMA-Kugeln. European Journal of Trauma 1977; 3: 4–7.
3.
Walter G, Kemmerer M, Kappler C, Hoffmann R: Treatment algorithms of chronic osteomyelitis. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(14): 257–64. VOLLTEXT
1. Klemm K: Die Behandlung chronischer Knocheninfektionen mit Gentamycin-PMMA-Ketten und -Kugeln. European Journal of Trauma 1977; 3: 20–5.
2. Wahlig H, Bergmann R, Dingeldein E, Reuss K: Experimentelle Untersuchungen mit Gentamycin-PMMA-Kugeln. European Journal of Trauma 1977; 3: 4–7.
3.Walter G, Kemmerer M, Kappler C, Hoffmann R: Treatment algorithms of chronic osteomyelitis. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(14): 257–64. VOLLTEXT

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