ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2012Einsatzbedingte Belastungen bei Soldaten der Bundeswehr

MEDIZIN: Originalarbeit

Einsatzbedingte Belastungen bei Soldaten der Bundeswehr

Inanspruchnahme psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung

Deployment-related stress disorder in German soldiers: utilization of psychiatric and psychotherapeutic treatment

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(35-36): 569-75; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0569

Kowalski, Jens T.; Hauffa, Robin; Jacobs, Herbert; Höllmer, Helge; Gerber, Wolf Dieter; Zimmermann, Peter

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Hintergrund: Auslandseinsätze der Bundeswehr bergen ein hohes psychisches Traumatisierungspotenzial. In der vorliegenden Arbeit werden Ursachen für ein gestiegenes Inanspruchnahmeverhalten (IANV) in der Bundeswehrpsychiatrie untersucht.

Methoden: Die Entwicklung psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlungskontakte von Soldaten aus den Einsatzgebieten Afghanistan und Balkan wurde untersucht. Dazu wurden die Hospitaldaten aller Bundeswehrpsychiatrien unter Berücksichtigung soziodemografischer Faktoren (Geschlecht, Einsatzgebiet) und zugrundeliegender psychiatrischer Krankheitsbilder zwischen Januar 2010 und Juni 2011 ausgewertet.

Ergebnisse: In dem betrachteten Zeitraum nahmen N = 615 Einsatzsoldaten erstmals psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in Anspruch. Während die Zahl der Erstkontakte insgesamt konstant blieb (p = 0,195), stieg die Zahl weiblicher Soldaten mit Erstkontakt aufgrund einsatzbedingter psychischer Belastungen auffällig an (p = 0,003). Eine auffällige Zunahme der Erstkontakte ließ sich nur für die Soldaten nach einem Balkan-Einsatz beobachten (p = 0,017). Grund für Erstkontakte waren bei 91 % der Soldaten Belastungsreaktionen (ICD 10: F43) gefolgt von affektiven Störungen (ICD-10: F32.0, F32.1; 8,9 %).

Schlussfolgerung: Auslandseinsätze der Bundeswehr können trotz psychologischer Vorbereitung bei Soldaten zu psychischen Störungen führen. Die Befunde deuten darauf hin, dass der diskrete Anstieg der Neuerkrankungszahlen geschlechts- und einsatzgebietspezifisch ist.

LNSLNS

Seit Mitte der 1990er Jahre engagiert sich die Bundeswehr auf dem Balkan (Implementation Force, IFOR; Stabilization Force, SFOR; Kosovo Force, KFOR; European Union Force, EUFOR), seit 2002 im Rahmen der International Security Assistance Force (ISAF) auch in Afghanistan in internationalen militärischen Einsätzen. Derzeit befinden sich rund 7 700 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in solchen Auslandseinsätzen (1).

Die Teilnahme an einem mehrmonatigen Auslandseinsatz stellt für Soldaten eine besondere Stressbelastung dar.

Permanente einsatzbezogene Belastungen sind (2):

  • das Leben in Feldlagern
  • die lange Trennung von zu Hause
  • die intensivere Dienstzeitbelastung
  • die Begegnung mit einer fremden Kultur im Einsatzland, häufig verbunden mit dem Erleben von Leid der Zivilbevölkerung.

Darüber hinaus bergen militärische Einsätze auch ein erhöhtes Risiko, traumatisierende Erfahrungen zu machen (3) (Tabelle 1).

Einsatzbedingte psychische Belastungen
Einsatzbedingte psychische Belastungen
Tabelle 1
Einsatzbedingte psychische Belastungen

Die Exposition mit Gräueltaten, Gefechtssituationen, das erlebte Ausmaß persönlicher Bedrohung und die Dauer der Einsätze wirken sich auf die Prävalenz von psychischer Störungen bei Einsatzkräften aus (4). So berichten beispielsweise Hoge et al. (3) von Prävalenzraten bei US-amerikanischen Soldaten und Marines zwischen 8,5 % und 19 % je nach Einsatzort (Afghanistan und Irak). Sowohl die unmittelbare Erfahrung der Bedrohung des eigenen Lebens als auch das konkrete Erleben des Tötens sind dabei besondere, militärspezifische Belastungsfaktoren (5, 6). Vogt et al. (7) beschreiben vier spezifische einsatzbedingte Belastungen, die Gegenstand zahlreicher Studien (Hoge et. al. [4]) waren:

  • Teilnahme an Kampfhandlungen
  • Nachwirkungen von Gefechten
  • erlebte Gefährdung
  • schwierige Arbeits- und Lebensbedingungen.

Nicht jede Konfrontation mit einer traumatischen Situation führt allerdings zur Ausbildung einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung (8, 9). Die Bundeswehr hat einen umfassenden Maßnahmenkatalog präventiver Maßnahmen zur Stabilisierung der psychischen Gesundheit der Soldaten etabliert (10). Ferner wurde das Psychotraumazentrum (PTZ) am Bundeswehrkrankenhaus Berlin eingerichtet. Es hat die Aufgabe, in Kooperation mit dem zivilem Wissenschaftssystem Forschung zu allen Fragen der psychischen Gesundheit von Soldaten durchzuführen.

Neben dem Präventions- wurde auch ein umfangreiches psychiatrisch-psychotherapeutisches Versorgungskonzept etabliert, das die Besonderheiten einsatzbedingter psychischer Verletzungen berücksichtigt (10). Das Psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr (PSN), das neben dem Sanitätsdienst auch den Psychologischen und den Sozialdienst der Bundeswehr sowie die Militärseelsorge integriert, soll einen frühzeitigen Kontakt zu diesem Versorgungssystem ermöglichen. Von den in der vorliegenden Untersuchung betrachteten erkrankten Soldaten (n = 615) hatten 23 % bereits im Einsatzland Kontakt zum PSN (Quelle: Einsatzstatistik Psychotraumazentrum). Die therapeutischen Angebote (11, 12) integrieren stationäre und ambulante Maßnahmen in multidisziplinären Teams, in die auch das soziale Netz der Soldaten, also Partner und Familien, eingebunden wird (13).

Dennoch steigt die Zahl der in den medizinischen Versorgungseinrichtungen registrierten, einsatzbezogenen psychiatrischen Patientenkontakte kontinuierlich (Bundeswehr.de: Einsätze/Belastungsstörungen/Stand/Aktuelle Zahlen/2011). Diese Daten erlauben allerdings keine Aussagen über insgesamt erkrankten Soldaten (Wittchen HU, Schönfeld S: Traumatische Ereignisse, PTBS und psychische Störungen bei Soldaten mit und ohne Auslandseinsatz: Erste Ergebnisse. Pressekonferenz der TU Dresden, 2011).

In einer wissenschaftlichen Untersuchung an Bundeswehrsoldaten konnte zwar ein signifikanter Anstieg der Behandlungszahlen von Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen gemäß ICD 10 im Vergleich der Jahre 2000 und 2006 gezeigt werden (9). Zimmermann (ebd.) beschreibt, dass die belastungsreaktiven Störungen (F43) sowohl für das Ansteigen psychiatrischer Erkrankungen insgesamt verantwortlich sind als auch zu einer Erhöhung der Behandlungstage führen. In dieser Studie wurde auch ein erhöhter Anteil weiblicher Soldaten bei den psychiatrischen Patienten in der Bundeswehr gefunden. Da in der Untersuchung allerdings nicht nur einsatzbedingte Störungen betrachtet wurden, erlauben die Ergebnisse keine Aussage darüber, ob der beobachtete Anstieg im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen steht.

Unklar ist auch, ob sich die Einsatzgebiete hinsichtlich ihrer traumatogenen Potenz unterscheiden. Hinweise darauf, dass einsatzbedingte Belastungen bei Bundeswehrsoldaten zu einem Anstieg des Beratungsbedarfs führen, ergaben sich bisher lediglich aus der Auswertung bundeswehreigener anonymer telefonischer und Online-Beratungsangebote (12, 14).

Die vorliegende Untersuchung soll auch dem zivilen Bereich Perspektiven und Hinweise für aktuelle Problemstellungen und zukünftige Entwicklungen des Versorgungsbedarfs von Bundeswehrsoldaten geben. So verfügt die Bundeswehr über kein umfassendes Versorgungsnetz, mit dem bundesweit die poststationäre ambulante psychotherapeutische Versorgung gewährleistet werden kann. Bereits heute sind daher neben der bundeswehreigenen psychiatrischen Versorgung auch zunehmend zivile psychotherapeutische und psychiatrische Praxen und Kliniken in die Behandlung einsatzbedingter Traumafolgestörungen involviert (Kasten) (15).

Versorgungswege und Finanzierung der medizinischen Behandlung bei aktiven und ehemaligen Soldaten
Versorgungswege und Finanzierung der medizinischen Behandlung bei aktiven und ehemaligen Soldaten
Kasten
Versorgungswege und Finanzierung der medizinischen Behandlung bei aktiven und ehemaligen Soldaten

Folgende Fragestellungen sollen in dieser Studie beantwortet werden:

  • Lässt sich im beobachteten Zeitraum von Januar 2010 bis Juni 2011 ein Trend hinsichtlich der Gesamtzahl der psychiatrischen Erstkontakte bei Soldaten mit einsatzbedingten psychischen Störungen identifizieren?
  • Unterscheiden sich die Einsatzgebiete Afghanistan und Balkan hinsichtlich beobachteter Trends?
  • Unterscheiden sich männliche und weibliche Soldaten hinsichtlich möglicher Trends?
  • Unterscheiden sich die einsatzbedingten Diagnosegruppen hinsichtlich möglicher Trends?

Methode

In der vorliegenden Untersuchung soll untersucht werden, ob sich die Zahl der Erstvorstellungen in einer psychiatrischen Ambulanz oder einer psychiatrischen Abteilung eines Bundeswehrkrankenhauses aufgrund einsatzbedingter Störungen bei aktiven Bundeswehrsoldaten in der Zeit von Januar 2010 bis Juni 2011 verändert hat. Dieser Zeitraum wurde gewählt, weil seit 2010 die Daten einheitlich und zentral erfasst wurden und so erstmals differenziertere Aussagen möglich sind. Soldaten mit einsatzbedingten psychischen Störungen werden in allen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungseinrichtungen der Bundeswehr mit einem einheitlichen Dokumentationsstandard erfasst und zentral im Psychotraumazentrum (PTZ) dokumentiert, ausgewertet und archiviert. Soldaten mit stationären oder ambulanten Erst- und Folgekontakten werden als Inanspruchnehmer (IAN) definiert.

Die der Untersuchung zugrundeliegende Statistik berücksichtigt nur aktive Soldaten. Soldaten, die nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr mit ihren Beschwerden im zivilen Bereich Hilfe suchen, sind hier nicht erfasst.

Stichprobe

Insgesamt umfasst die Stichprobe N = 1 515 psychiatrische Behandlungskontakte, davon 7,2 % Frauen, Durchschnittsalter 32,06 (SD = 7,88). Tabelle 2 zeigt die relevanten demografischen Daten (Erst- und Folgekontakte, Geschlecht, Einsatzgebiet). In die Studie einbezogen wurden die Erstkontakte (N = 615) von Soldaten aus den Einsätzen ISAF (Afghanistan) und KFOR/EUFOR (zusammengefasst als Balkan). Einbezogen wurden nur Personen, die sich nach fachärztlicher Untersuchung aufgrund einer eindeutig in einem Auslandseinsatz erlebten traumatisierenden Erfahrung in Behandlung begeben haben (Tabelle 2).

Kontakt zu einem Facharzt Psychiatrie/Psychotherapie wegen einer einsatzbedingten psychischen Störung
Kontakt zu einem Facharzt Psychiatrie/Psychotherapie wegen einer einsatzbedingten psychischen Störung
Tabelle 2
Kontakt zu einem Facharzt Psychiatrie/Psychotherapie wegen einer einsatzbedingten psychischen Störung

Durchführung und statistische Auswertung

Analysiert wurde die monatsweise Entwicklung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Erst- und Folgekontakte. Aufgrund des relativ symmetrischen Verlaufes der Zahlen (Grafik 1) und der höheren Datenqualität der Erstkontakte, wurden ausschließlich diese inferenzstatistisch ausgewertet. Einbezogen wurden demografische Patientendaten (Geschlecht), Angaben zum traumabedingenden Einsatz sowie die nach eingehender klinisch-fachärztlicher Untersuchung gestellte Diagnose gemäß ICD-10.

Psychiatrisch-psychotherapeutische Erst- und Folgekontakte (Inanspruchnahme) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Psychiatrisch-psychotherapeutische Erst- und Folgekontakte (Inanspruchnahme) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Grafik 1
Psychiatrisch-psychotherapeutische Erst- und Folgekontakte (Inanspruchnahme) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011

Die deskriptive als auch die inferenzstatistische Auswertung der Daten erfolgte mit dem Statistikprogramm SPSS 17.0. Zur Überprüfung der Annahme einer linearen Trendentwicklung wurden für die Erstkontakte lineare Regressionsmodelle berechnet und hinsichtlich eines auffälligen Verlaufs geprüft. Abweichende Zahlen bei der Beschreibung der Stichprobe sind durch unvollständige Angaben bedingt.

Ergebnisse

Seit Beginn der Beteiligung der Bundeswehr an internationalen Missionen waren insgesamt 251 843 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan (n = 81 289) und auf dem Balkan (n = 170 554) eingesetzt. In dem betrachteten Zeitraum nahmen insgesamt N = 615 Soldatinnen und Soldaten erstmals ein ambulantes oder stationäres psychiatrisches Behandlungsangebot aufgrund einsatzbedingter (Afghanistan und Balkan) Störungen in Anspruch. Grafik 1 zeigt den Verlauf des Inanspruchnahmeverhaltens (IAV) differenziert nach Erstkontakten und Folgekontakten.

Grafik 2 stellt den Zeitraum zwischen einem erlebten Trauma und der Erstmanifestation der Beschwerden dar (Latenz-Trauma-Symptom) sowie der Zeit zwischen erstmaliger Symptomausprägung und dem ersten Behandlungskontakt zu einem Facharzt dar (Latenz-Symptom-Kontakt). Nach sechs Monaten haben 78,8 % der untersuchten Soldaten Symptome beklagt, nach zwei Jahren ist es bei 87,5 % zu einer Erstmanifestation der Beschwerden gekommen.

Zeitraum (Latenz) zwischen der Traumatisierung und der erstmaligen Symptommanifestation (Latenz-Trauma-Symptom) sowie zwischen der ersten Symptommanifestation und dem Erstkontakt zu einem Facharzt (Latenz-Symptom-Kontakt) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Zeitraum (Latenz) zwischen der Traumatisierung und der erstmaligen Symptommanifestation (Latenz-Trauma-Symptom) sowie zwischen der ersten Symptommanifestation und dem Erstkontakt zu einem Facharzt (Latenz-Symptom-Kontakt) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Grafik 2
Zeitraum (Latenz) zwischen der Traumatisierung und der erstmaligen Symptommanifestation (Latenz-Trauma-Symptom) sowie zwischen der ersten Symptommanifestation und dem Erstkontakt zu einem Facharzt (Latenz-Symptom-Kontakt) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011

Innerhalb des ersten Jahres nach Symptombeginn hatten 64,4 % der Patienten den ersten Kontakt zu einem Facharzt, nach zwei Jahren waren 96 % in fachärztlicher Behandlung.

Die Häufigkeiten der Erstkontakte gesamt und pro Monat in dem beobachteten Zeitraum sowie aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Einsatzgebiet und Diagnose sind in Tabelle 3 aufgeführt.

Zeiträume der Erstkontakte zu Psychiatern/Psychotherapeuten
Zeiträume der Erstkontakte zu Psychiatern/Psychotherapeuten
Tabelle 3
Zeiträume der Erstkontakte zu Psychiatern/Psychotherapeuten

Im Folgenden werden die Ergebnisse der Regressionsanalysen dargestellt (Tabelle 4). Als abhängige Variable (AV) wurde die Anzahl der Erstkontakte definiert. Die Behandlungszahlen bei weiblichen Soldaten (B = 0,239; F = 12,12; p = 0,003; R² = 0,431) sowie die durch einen Balkaneinsatz verursachten Kontakte (B = 0,156; F = 7,04; p = 0,017; R² = 0,306) stiegen im Verlauf des Beobachtungsintervalls auffällig an, nicht dagegen die Inanspruchnahme insgesamt und die der männlichen Soldaten (Tabelle 4).

Darstellung der Ergebnisse der Regressionsanalyse
Darstellung der Ergebnisse der Regressionsanalyse
Tabelle 4
Darstellung der Ergebnisse der Regressionsanalyse

Die Grafik 3 zeigt den Verlauf der abhängigen Variablen „Erstkontakte“ mit den Regressanden „Frauen insgesamt“ und Einsatzgebiet „Balkan“. Die linear ansteigenden Geraden weisen auf einen auffälligen Zusammenhang hin.

Grafische Darstellung der Regressionsanalyse in den Regressanden Einsatzgebiet und weibliche Soldaten
Grafische Darstellung der Regressionsanalyse in den Regressanden Einsatzgebiet und weibliche Soldaten
Grafik 3
Grafische Darstellung der Regressionsanalyse in den Regressanden Einsatzgebiet und weibliche Soldaten

Diskussion

Soldaten der Bundeswehr sind in Auslandseinsätzen erheblichen und wachsenden psychischen Belastungen ausgesetzt In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob sich dies auch in Form ansteigender psychiatrisch-psychotherapeutischer Erstkontakte zwischen Januar 2010 und Juni 2011 niederschlägt. Zusätzlich wurde der Frage nachgegangen, ob sich Männer und Frauen in ihrem Inanspruchnahmeverhalten (IANV) im zeitlichen Verlauf unterscheiden und ob das Einsatzgebiet sowie die gestellte Diagnose einen Einfluss auf das IANV hatten.

Entgegen der Erwartung zeigte sich bei den Erstkontakten insgesamt kein signifikanter Anstieg des IANV. Betrachtet man die beiden Einsatzgebiete separat, so waren lediglich für den Balkaneinsatz steigende Zahlen zu beobachten, nicht aber für Afghanistan. Dies verwundert, weil es gerade in Afghanistan in den vergangenen zwei Jahren zu einer verschärften militärischen Situation mit fast täglichen militärischen Auseinandersetzungen gekommen ist. Wittchen und Schönfeld (2011) wiesen nach, dass eine große Zahl der 2009/2010 eingesetzten ISAF-Soldaten während des Einsatzes mehrfach potenziell traumatisierenden Bedingungen ausgesetzt waren.

Denkbar ist, dass die Erwartungen der Soldaten bezüglich der Gefährlichkeit der Einsatzbedingungen eine Rolle gespielt haben. Eine realistische Antizipation von Belastungen scheint präventiv auf die Entwicklung psychischer Störungen zu wirken (16). Während aktuell Presseberichte über verletzte oder getötete ISAF-Soldaten den Soldaten das Gefährdungspotenzial eines Afghanistan-Einsatzes verdeutlichen, ist der Balkaneinsatz der Bundeswehr zunehmend aus dem Blickfeld der Medien geraten.

Betrachtet man die geschlechtsspezifische Entwicklung des IANV, so zeigt sich lediglich bei den weiblichen Soldaten ein auffälliger Anstieg. Eine Erklärung für diesen Trend könnten geschlechtsspezifische Unterschiede des IANV sein (17). Kessler (18) belegte 1981 anhand einer umfangreichen Studie, dass Frauen emotionale Probleme bewusster wahrnehmen und eher Hilfe in Anspruch nehmen als Männer. In einer aktuellen Studie waren weibliche Einsatzkräfte psychischen Erkrankungen und deren Behandlungen gegenüber aufgeschlossener als Männer (19). In Verbindung mit einer steigenden Zahl von Frauen, die auch außerhalb des Sanitätsdienstes vermehrt extremen militärischen Belastungen ausgesetzt sind, erklärt sich wahrscheinlich der steigende Anteil weiblicher Soldaten.

Hoge et al. (8) beschrieben, dass sich psychiatrische Erkrankungen bei militärischem Personal in Abhängigkeit von der Einsatzbelastung veränderten. In unserer Untersuchung konnten wir hingegen keine Veränderung der Diagnosespektren und -häufigkeiten im Verlauf beobachten. Belastungsreaktive Störungsbilder, gefolgt von affektiven Störungen, waren sowohl nach ISAF- als auch nach Balkan-Einsätzen die Hauptursachen für einen Erstkontakt mit der Bundeswehrpsychiatrie. Ungewöhnlich, auch im Vergleich mit internationalen Studien, war das vollständige Fehlen von Suchterkrankungen, somatoformen und Persönlichkeitsstörungen als Hauptdiagnosen. Diese Störungsbilder finden sich in der Stichprobe der Autoren ausschließlich als komorbide Diagnosen wieder. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass für die Diagnosestellung ein eindeutiger kausaler Zusammenhang zwischen traumatisierendem Erlebnis und einer Störung gefordert wird, wie es in der Regel nur bei den belastungsreaktiven Störungen möglich ist.

Die stabilen Tendenzen bei den Erstkontakten (gesamt und afghanistanbezogen) kontrastierten mit der seit einigen Jahren stark steigenden Gesamtzahl aller Patientenkontakte. Im Jahr 2008 wurde beispielsweise noch bei 255 Patienten eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert, 2009 waren es 455 Patienten, 2010 schon 729 und in 2011 wurden insgesamt 922 Patientenkontakte gezählt (1).

Die Bundeswehr (20) hat, wie auch andere Armeen (21) ein umfassendes Konzept zur psychischen Versorgung ihrer Soldaten entwickelt. Dazu gehören verschiedene klinische wie auch präventive Maßnahmen (10, 15, 22), die zum teil obligatorisch vor und nach einem Einsatz durch die Soldaten zu absolvieren sind. Es ist anzunehmen, dass die steigende Zahl der Behandlungen auch auf eine zunehmende Akzeptanz und Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und deren Behandlungsmethoden in der Bundeswehr zurückzuführen ist. Die relativ kurzen Latenzzeiten zwischen Erstmanifestation der Symptome und dem Erstkontakt zu Fachärzten stützen die Hypothese eines frühen Inanspruchnahmeverhaltens. Die erhöhte Akzeptanz spiegelt sich auch im klinischen Alltag der Bundeswehrkrankenhäuser in Form intensiver Intervalltherapien mit mehrfachen Wiederaufnahmen bei zunehmend schweren und chronifizierten Erkankungsverläufen wider.

Das in der vorliegenden Studie untersuchte Inanspruchnahmeverhalten ist aber keinesfalls gleichzusetzen mit Prävalenzraten psychischer Erkrankungen. Zahlreiche Faktoren wie Angst vor Stigmatisierung, Sorge vor beruflichen Konsequenzen aber auch Unkenntnis über therapeutische Möglichkeiten beeinflussen das IANV und gehen mit einem erheblichen Dissimulationsrisiko einher (8). Aktuelle internationale Untersuchungen bestätigen diese Erkenntnisse (23). In der Regel ist das IANV deutlich geringer als die tatsächlichen Prävalenz- oder Inzidenzraten. Wittchen (2011) hat zum Beispiel in seiner aktuellen Studie an Bundeswehrsoldaten zeigen können, dass etwa 50 % der Erkrankten tatsächlich zeitnah professionelle Hilfe suchen.

Verstärkte Präventions- und Aufklärungsarbeit und ein effektives, auch ziviles Behandlungsangebot, sind ein erfolgversprechender Weg, die Akzeptanz einsatzbedingter psychischer Erkrankungen und deren Behandlung in den Streitkräften zu erhöhen.

Limitationen

Den Autoren ist bewusst, dass die vorliegende Untersuchung durchaus Schwächen aufweist.

Vielen Traumafolgestörungen liegt nicht nur einzelnes traumatisierendes Ereignis zugrunde, sondern diese addieren sich kumulativ auf (16). Auch bei den hier untersuchten Soldaten ist anzunehmen, dass einem Störungsbild nicht nur ein einzelner Einsatz zugrunde liegt. Die Datenqualität erlaubte allerdings nicht immer eine eindeutige Zuordnung. Die Bundeswehr erfasst die Anzahl der pro Jahr im Einsatz befindlichen Soldaten, nicht aber, um wie viele verschiedene Personen es sich dabei handelt. So kommt es vor, dass Soldaten zum Beispiel mehrfach in verschiedenen Missionen, unter anderem auch für kürzere Zeiträume, zweimal innerhalb von zwölf Monaten, im Auslandseinsatz waren. Eine Berechnung von Inzidenz- und Prävalenzraten oder Prozentwerten könnte aufgrund der unpräzisen Angaben zur tatsächlichen Grundgesamtheit möglicherweise stark fehlerbehaftet sein. Wir haben aus diesem Grund auf die Angabe dieser Kennwerte verzichtet.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Diagnosestellung. Diese erfolgt in der Bundeswehr zwar nach eingehender klinischer Untersuchung grundsätzlich durch Fachärzte unter Berücksichtigung der Kriterien der ICD-10. Die Verwendung standardisierter diagnostischer Interviews wird dabei häufig praktiziert, allerdings nicht in allen Fällen. In künftigen Studien sollten auch komorbide Diagnosen zumindest als Kovariate berücksichtigt werden.

Nicht immer lagen vollständige Datensätze vor. Dies erklärt sich dadurch, dass die Daten in den Bundeswehrkrankenhäusern anonym erfasst werden und es ist daher retrospektiv nicht möglich, fehlende Eintragungen zu ergänzen. Es ist aber davon auszugehen, dass es sich bei fehlenden Daten beziehungsweise unvollständigen Datensätzen um zufällige Fehler handelt.

Die zivile Inanspruchnahme wird in der hier ausgewerteten Statistik nicht erfasst. Sie hat aber quantitativ keinen Einfluss auf die zentralen Aussagen, weil ein vorheriger Kontakt mit einem Psychiater der Bundeswehr die Voraussetzung für die Nutzung ziviler Angebote ist, so dass die Betroffenen der Statistik nicht verloren gehen. Untersuchungen, die sich mit der Schnittstelle ziviler und militärischer medizinischer Versorgungsstrukturen (24), zum Beispiel den spezifischen Problemen der Psychotherapie von Soldaten durch zivile Therapeuten (25) beschäftigen, liegen unserer Kenntnis für die Bundeswehr noch gar nicht vor.

Während im englischsprachigen Raum bereits zahlreiche Original- und Übersichtsarbeiten zu unterschiedlichsten Aspekten (8, 21) militärischer Belastungsfolgen bei amerikanischen (26) und britischen Streitkräfte (27) existieren, handelt es sich bei der vorliegenden Untersuchung um die aktuellste und umfangreichste, die sich mit einsatzbedingten Störungen von Bundeswehrsoldaten befasst.

Letztlich erlaubt der untersuchte Zeitraum von 18 Monaten nur einen ersten Einblick in aktuelle Trendentwicklungen, langfristige Verlaufsstudien sind geplant.

Interessenkonflikt
Dr. Kowalski, Dr. Hauffa, Dipl.-Psych. Jacobs, Dr. Höllmer und Dr. Zimmermann sind bei der Bundeswehr angestellt.

Prof. Gerber erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 1. 12. 2011, revidierte Fassung angenommen: 8. 3. 2012

Anschrift für die Verfasser
Dr. rer. medic. Jens T. Kowalski
Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Forschungssektion Psychotraumazentrum
Scharnhorststraße 13
10115 Berlin
jenskowalski@bundeswehr.org

Zitierweise
Kowalski JT, Hauffa R, Jacobs H, Höllmer H, Gerber WD, Zimmermann P : Deployment-related stress disorder in German soldiers: utilization of psychiatric and psychotherapeutic treatment. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(35–36): 569–75. DOI: 10.3238/arztebl.2012.0569

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Prof. Dr. rer. soc. Gerber
Psychiatrisch-psychotherapeutische Erst- und Folgekontakte (Inanspruchnahme) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Psychiatrisch-psychotherapeutische Erst- und Folgekontakte (Inanspruchnahme) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Grafik 1
Psychiatrisch-psychotherapeutische Erst- und Folgekontakte (Inanspruchnahme) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Zeitraum (Latenz) zwischen der Traumatisierung und der erstmaligen Symptommanifestation (Latenz-Trauma-Symptom) sowie zwischen der ersten Symptommanifestation und dem Erstkontakt zu einem Facharzt (Latenz-Symptom-Kontakt) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Zeitraum (Latenz) zwischen der Traumatisierung und der erstmaligen Symptommanifestation (Latenz-Trauma-Symptom) sowie zwischen der ersten Symptommanifestation und dem Erstkontakt zu einem Facharzt (Latenz-Symptom-Kontakt) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Grafik 2
Zeitraum (Latenz) zwischen der Traumatisierung und der erstmaligen Symptommanifestation (Latenz-Trauma-Symptom) sowie zwischen der ersten Symptommanifestation und dem Erstkontakt zu einem Facharzt (Latenz-Symptom-Kontakt) in Monaten im Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2011
Grafische Darstellung der Regressionsanalyse in den Regressanden Einsatzgebiet und weibliche Soldaten
Grafische Darstellung der Regressionsanalyse in den Regressanden Einsatzgebiet und weibliche Soldaten
Grafik 3
Grafische Darstellung der Regressionsanalyse in den Regressanden Einsatzgebiet und weibliche Soldaten
Versorgungswege und Finanzierung der medizinischen Behandlung bei aktiven und ehemaligen Soldaten
Versorgungswege und Finanzierung der medizinischen Behandlung bei aktiven und ehemaligen Soldaten
Kasten
Versorgungswege und Finanzierung der medizinischen Behandlung bei aktiven und ehemaligen Soldaten
Einsatzbedingte psychische Belastungen
Einsatzbedingte psychische Belastungen
Tabelle 1
Einsatzbedingte psychische Belastungen
Kontakt zu einem Facharzt Psychiatrie/Psychotherapie wegen einer einsatzbedingten psychischen Störung
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Tabelle 2
Kontakt zu einem Facharzt Psychiatrie/Psychotherapie wegen einer einsatzbedingten psychischen Störung
Zeiträume der Erstkontakte zu Psychiatern/Psychotherapeuten
Zeiträume der Erstkontakte zu Psychiatern/Psychotherapeuten
Tabelle 3
Zeiträume der Erstkontakte zu Psychiatern/Psychotherapeuten
Darstellung der Ergebnisse der Regressionsanalyse
Darstellung der Ergebnisse der Regressionsanalyse
Tabelle 4
Darstellung der Ergebnisse der Regressionsanalyse
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    Müller-Vahl, Kirsten; Grotenhermen, Franjo
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2013; 110(9): 144; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0144b
    Kowalski, Jens T.

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