ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2012Qualitätsorientierte Vergütung: Noch fehlt der Wirksamkeitsnachweis

AKTUELL

Qualitätsorientierte Vergütung: Noch fehlt der Wirksamkeitsnachweis

PP 11, Ausgabe September 2012, Seite 390

Korzilius, Heike

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Wirksamkeit von qualitätsorientierter Vergütung im Gesundheitswesen konnte bislang in Studien noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung, das vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegeben worden war. Das Ministerium wollte sich mit Hilfe des Gutachtens eine Übersicht über den Stand der Wissenschaft und über die bereits vorliegenden Erfahrungen mit Pay for Performance (P4P) verschaffen.

Zwar gebe es Belege für die Effektivität kombinierter Verfahren, die finanzielle und nichtfinanzielle Anreize setzen, betonen die Autoren, welchen Anteil die finanziellen Anreize an Qualitätsverbesserungen haben, lasse sich jedoch bisher nicht beziffern. Untersucht wurden P4P-Projekte mit unterschiedlichen Anreizsystemen. Diese reichten von den klassischen Bonuszahlungen und Zielprämien über Zahlungsstopps bei schwerwiegenden Mängeln sowie die Beteiligung an Einsparungen bis hin zu umfassender Budget- und Qualitätsverantwortung von Versorgergruppen.

Trotz der mangelnden Evidenz für die Wirksamkeit von qualitätsorientierter Vergütung sehen die Gutachter Anwendungsbereiche in der „Förderung exzellenter Qualität und neuer Versorgungsstrukturen sowie im Sanktionieren anhaltend defizitärer Versorgungsqualität“. Da sich sehr viele Qualitätsprobleme bereits mit Hilfe nichtfinanzieller Anreizsysteme lösen ließen, empfehlen die Gutachter, P4P erst dann einzusetzen, wenn die Möglichkeiten der anderen Instrumente ausgeschöpft sind. Der Grund: P4P ist ein aufwendiges Verfahren, das steht und fällt mit einer verlässlichen Qualitätsmessung. Bisher mangelt es aber nach Ansicht der Autoren noch in vielen Bereichen der medizinischen Versorgung an geeigneten Qualitätsindikatoren. Hier sei noch methodische Entwicklungsarbeit zu leisten. HK

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema