ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2012Kinder mit ADHS: Verändertes Zeitempfinden

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Kinder mit ADHS: Verändertes Zeitempfinden

PP 11, Ausgabe September 2012, Seite 390

Hillienhof, Arne

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ADHS ist die häufigste psychische Störung im Kindes- und Jugendalter. Foto: Fotolia/somenski
ADHS ist die häufigste psychische Störung im Kindes- und Jugendalter. Foto: Fotolia/somenski

Kinder und Jugendliche, die unter ADHS leiden, haben offenbar eine veränderte Wahrnehmung der Zeit. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Frankfurter Goethe-Universität, des LVR-Klinikums Düsseldorf sowie des Viktoriastiftes Bad Kreuznach. Demnach empfinden Kinder mit ADHS gleich lange Zeitabschnitte als wesentlich länger als andere Kinder. Aufgrund der beteiligten Hirnstrukturen hatten Wissenschaftler bereits vermutet, dass ADHS-Patienten Zeit anders verarbeiten.

Im Rahmen der Untersuchung lernten 31 Kinder mit ADHS und 29 Kinder ohne Störung zunächst, ein auf dem Computerbildschirm für kurze Dauer gezeigtes Kreissymbol von einem für längere Dauer gezeigten gleich aussehenden Symbol zu unterscheiden. In anschließenden Tests bewerteten sie für eine größere Serie von Zeitspannen, ob diese „kurz“ oder „lang“ waren. Dieselben Zeitspannen wurden von Kindern mit ADHS sehr viel häufiger als lang wahrgenommen. Außerdem taten sie sich schwerer, sich auf die neue Situation einzustellen, wenn die getesteten Zeitspannen insgesamt verlängert oder verkürzt wurden. Die Befunde werfen ein neues Licht auf die Gründe für Impulsivität und mangelnde Konzentration bei ADHS. hil

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