ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2012Online-Kommunikation: Sicherheit im Netz

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Online-Kommunikation: Sicherheit im Netz

Dtsch Arztebl 2012; 109(37): A-1797 / B-1461 / C-1437

Greve, Bernd

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Immer mehr Ärzte sind beruflich online. Um das Sicherheitsrisiko zu minimieren, empfiehlt die KBV eine Anbindung über einen professionellen Dienstleister.

Foto: iStockphoto
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Das Internet hat den Alltag der meisten Menschen grundlegend verändert. Auch Ärzte nutzen inzwischen verstärkt die vielfältigen Möglichkeiten des Mediums. Nach einer aktuellen Studie des Arbeitskreises LA-MED (Leseranalyse medizinische Fachkreise) unter niedergelassenen Allgemeinmedizinern, Praktikern und Internisten sind bereits 92,5 Prozent täglich oder mehrmals in der Woche für berufliche Zwecke online. Medizinische Recherche, Datenaustausch und Online-Fortbildungen stehen besonders im Mittelpunkt. Durchschnittlich investieren Ärzte hierfür 4,2 Stunden pro Woche. Ärzte unter 40 Jahren verbringen sogar 5,9 Stunden wöchentlich berufsbedingt im Internet, Tendenz steigend.

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Für die Arztpraxis gelten strengere Regeln

Doch was ist mit der Sicherheit? Viele Nutzer sind durch das Surfen im Word Wide Web bereits sensibilisiert. Beim Online-Banking wird die Eingabe von PIN und TAN gefordert, beim Versandhändler ein Benutzername mit Kennwort abgefragt. Die Frage, ob man schon einem Betrüger aufsitzt oder nicht, ist allgegenwärtig. In der Regel wird dann das Antivirenprogramm auf den neuesten Stand gebracht, der Phishing-Filter des Webbrowsers doch noch aktiviert oder eine Firewall genutzt.

Was allerdings die wenigsten Ärzte wissen: Noch strengere Regeln gelten beim beruflichen EDV-Einsatz für die eigene Praxis. Hier sind aus straf- und haftungsrechtlichen Gründen besondere Schutzvorkehrungen erforderlich. Sicherheitsmaßnahmen wie bei privaten Computern reichen längst nicht aus. Eine Grundregel lautete deshalb früher auch, dass Praxisrechner keine direkte Verbindung ins Internet haben sollten, um den optimalen Schutz der sensiblen Patientendaten gewährleisten zu können. Doch dies ist kaum mehr durchzuhalten, wie die oben genannten Zahlen belegen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) haben deshalb eine hochmoderne Infrastruktur für den elektronischen Austausch vertraulicher Daten entwickelt: KV-SafeNet, das sichere Netz der KVen. Um größtmöglichen Schutz gewährleisten zu können, empfiehlt die KBV den von Landesdatenschützern favorisierten Anbindungsweg über KV-SafeNet an das sichere Netz. Die sensiblen Patientendaten sind dann sowohl bei der Datenübertragung als auch auf den angeschlossenen Praxis-PCs beziehungsweise dem Praxisnetzwerk nachweisbar geschützt. Denn für Ärzte, die Online-Dienste über eine Internetverbindung nutzen, gilt insbesondere: Für den sicheren Internetzugang ist jeder Nutzer selbst verantwortlich. Damit im Zweifel ein eingetretener Schaden nicht zu eigenen Lasten geht, muss die Sorgfaltspflicht eingehalten worden sein.

Nach der Entscheidung für KV-SafeNet müssen der Arzt und sein Praxispersonal sich nicht mehr allein um potenzielle Online-Gefahren kümmern. Diese Aufgabe übernehmen von der KBV zertifizierte professionelle Dienstleister, sogenannte KV-SafeNet-Provider. Basis dafür ist ein von der KBV entwickeltes Sicherheitskonzept: Sämtliche Schutzmaßnahmen werden permanent überprüft und weiterentwickelt. Ärzte, die KV-SafeNet nutzen, benötigen lediglich einen internetfähigen Computer, einen Internetanschluss und einen Router. Sie können damit sicher online abrechnen, elektronisch dokumentieren oder mit Kollegen Befunde austauschen. Zahlreiche Online-Dienste und -Anwendungen wie Fortbildungsplattformen oder die Bereitschaftsdienstplanung erleichtern die Arbeit in der Praxis. Einige KV-SafeNet-Provider bieten zusätzlich einen sicheren Internetzugang mit speziellen Sicherheitsmaßnahmen an. So kann vom Praxisrechner aus auch problemlos das Internet genutzt werden.

Künftig auch für Selektivverträge nutzbar

Die KBV entwickelt den hohen Sicherheitsstandard für die mittlerweile mehr als 20 000 KV-SafeNet-Nutzer kontinuierlich weiter. Künftig wird es beispielsweise auch möglich sein, KV-SafeNet als Infrastruktur für die elektronische Kommunikation im Rahmen von Selektivverträgen zu nutzen.

Praktische Tipps zur sicheren Online-Kommunikation hat die KBV in dem Flyer „Sicher vernetzt mit KV-SafeNet“ zusammengestellt. Er kann kostenfrei per E-Mail bestellt werden (versand@kbv.de). Informationen und den Flyer zum Herunterladen gibt es auf der Internetseite www.kv-safenet.de. Mehr zum Thema Datenschutz und KV-SafeNet finden Interessenten unter: www.kbv.de/24874.html.

Bernd Greve,
Dezernent im Bereich Informationstechnik, Telematik und Telemedizin der KBV

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