KULTUR

Kulturkalender: Abgründig und rätselhaft

Dtsch Arztebl 2012; 109(38): A-1890 / B-1536 / C-1507

Schuchart, Sabine

Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Düsseldorf

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22. September bis 13. Januar 2013:

Andreas Gursky

„Es ist keine reine Fotografie, was ich mache. Alle meine Bilder beruhen auf einer direkten visuellen Erfahrung, aus der ich eine Bildidee entwickle, die im Atelier der Prüfung ihrer Bildwürdigkeit unterzogen und schließlich am Computer ausgearbeitet und präzisiert wird“, beschreibt Fotokünstler Andreas Gursky (*1955) sein Werk (Bild: Bahrain I, 2005). Es umfasst Motive wie Landschaften, Innenräume und Massenansammlungen von Menschen, die oft perspektivische Ambivalenzen zwischen distanzierter Übersicht und fokussierter Detailschärfe aufweisen. Die Ausstellung zeigt 60 Arbeiten von Gursky.

Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4–5, Di./Mi. und Fr.–So. 11–18, Do. 11–21 Uhr

Frankfurt/Main

26. September bis 20. Januar 2013:

Schwarze Romantik

Zahlreiche große Künstler waren vom Abgründigen und Irrationalen, von Einsamkeit und Melancholie, von Schrecklichem und Groteskem, von Leidenschaft und Tod fasziniert. Das Städel-Museum präsentiert diese dunkle Seite der Romantik und ihre Fortführung in Symbolismus und Surrealismus anhand von mehr als 200 bedeutenden Werken und diversen Künstlerpositionen. Die in sieben Räume gegliederte Schau führt von Johann Heinrich Füssli und Francisco de Goya über Caspar David Friedrich, Odilon Redon, Arnold Böcklin und James Ensor bis hin zu Salvador Dalí, René Magritte und Max Ernst.

Städel-Museum, Schaumainkai 63, Di. und Fr.–So. 10–18, Mi./Do. 10–21 Uhr

Köln

Bis 30. Dezember:

1912. Mission Moderne

Die spektakuläre Sonderbundausstellung 1912 in Köln war ein riesiger Erfolg. Mit circa 650 Exponaten – darunter 130 Gemälden van Goghs, 26 Cézannes, 16 Picassos, 25 Gauguins und 32 Munchs – konnte sie ihr Ziel, das Publikum des konservativen Kaiserreichs mit den wichtigen Strömungen der Moderne vertraut zu machen, nicht verfehlen. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Ausstellung wiederholen die Kölner mit etwa 100 Meisterwerken, die damals zu sehen waren, die Schwerpunkte der damals ungemein revolutionären Schau. Die wertvollen, zum Teil nur selten zu sehenden Leihgaben verweisen auf die kunsthistorischen Tendenzen zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obenmarspforten, Di.–So. 10–18, Do. 10–21 Uhr

Stuttgart

Bis 17. Februar 2013:

Die Welt der Kelten

Die Große Landesausstellung ist der keltischen Kultur als prägender historischer Kraft in Europa gewidmet. Während das Archäologische Landesmuseum im Kunstgebäude die Entwicklung der keltischen Zivilisation anhand hochrangiger Ausgrabungsfunde aufzeigt, sind im benachbarten Alten Schloss Kostbarkeiten der keltischen Kunst ausgestellt. Ihre außergewöhnliche, hochentwickelte, oftmals rätselhafte Ornamentik ist einer der Themenschwerpunkte, die das faszinierende Kunstschaffen der Kelten von den Anfängen im siebten Jahrhundert v. Chr. bis zur Nachblüte in der irischen Buchmalerei um 800 n. Chr. vor Augen führen.

Kunstgebäude, Schlossplatz 2, und Altes Schloss, Schillerplatz 6, jeweils Di./Mi. und Fr.–So. 10–18, Do. 10–21 Uhr

Wolfsburg

Bis 20. Januar 2013:

Frank Stella – Die Retrospektive

Arbeiten aus mehr als fünf Jahrzehnten illustrieren die Entwicklung des großen amerikanischen Bildhauers und Malers Frank Stella (*1936), dessen zentrales Thema die Überwindung der Zweidimensionalität ist. Ausgehend von seinen Black Paintings, mit denen er 1959 die New Yorker Kunstszene eroberte, fand er zu opulenten, farbenprächtigen Reliefs, einer Art skulpturaler Wandgemälde.

Kunstmuseum, Hollerplatz 1, Mi.–So. 11–18, Di. 11–20 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Kunst und Mikrobiologie

Foto: Olbricht Collection; Foto: Roman März
Foto: Olbricht Collection; Foto: Roman März

Anhand von 13 zeitgenössischen Positionen der Bildhauerei und Installation untersucht die Schau die Auseinandersetzung junger Künstler mit der Natur und dem Konzept des Lebendigen. Durch die neuen Erkenntnisse in Gentechnik und Mikrobiologie haben sich auch die künstlerischen Herangehensweisen verändert. Die Vorstellung, in Zukunft könnten biologische Systeme mit unbekannten Eigenschaften in Laboren entstehen, regt die Fantasie an und schürt Ängste. Als Reaktion beschäftigen sich viele Künstler mit organischen Strukturen, die allerdings oft als vom Menschen deformiert und ihrer Autonomie beraubt wahrgenommen werden. So schuf der aus einer peruanisch-chinesischen Familie stammende, in Berlin lebende Künstler David Zink Yi (*1973) die amorphe Monumentalskulptur „Ohne Titel (Architeuthis)“, 2010, nach dem Relikt eines Architeuthis, eines Urtieres des Meeres (Bild).

Bios – Konzepte des Lebens in der zeitgenössischen Skulptur“: Georg-Kolbe-Museum, Sensburger Allee 25, 14055 Berlin, Di.–So. 10–18 Uhr (bis 11. November).

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