TECHNIK

Ganzkörperscanner: Verbesserte Hautkrebsdiagnostik

Dtsch Arztebl 2012; 109(38): A-1891 / B-1537 / C-1508

EB

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Hautkrebs am Unterschenkel: Die Hautfelderung ist aufgehoben, die Begrenzung unregelmäßig. Braune, rötliche und fast schwarze Farbtöne stehen nebeneinander. Foto: Universitätshautklinik Göttingen
Hautkrebs am Unterschenkel: Die Hautfelderung ist aufgehoben, die Begrenzung unregelmäßig. Braune, rötliche und fast schwarze Farbtöne stehen nebeneinander. Foto: Universitätshautklinik Göttingen

Die korrekte Diagnose auffälliger Hautveränderungen hängt stark von der Erfahrung des jeweiligen Arztes ab. Um Hautkrebs künftig noch besser zu erkennen, entwickeln acht niedersächsische Partner aus Medizin und Technik ein digitales Dermatoskopiegerät. Das Gerät soll Ärzte mit einem automatisierten Ganzkörper-Hautkrebs-Screening bei der Diagnosestellung unterstützen. Das Projekt („Entwicklung eines digitalen Dermatoskopiegerätes mit erweitertem Diagnoseumfang für das automatisierte sequenzielle Ganzkörper-Hautkrebs-Screening“) wird für zwei Jahre mit 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Projektbeteiligte sind unter anderem die Hautkliniken der Universitätsmedizin Göttingen (Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Steffen Emmert, Abteilung Dermatologie, Venerologie und Allergologie; semmert @gwdg.de) und der Medizinischen Hochschule Hannover.

Das digitale UV-Phototherapiegerät dient als Basis zur Entwicklung des Dermatoskopiegerätes. Grafik: Lüllau Engineering
Das digitale UV-Phototherapiegerät dient als Basis zur Entwicklung des Dermatoskopiegerätes. Grafik: Lüllau Engineering

Zunächst entwickeln die Forscher eine spezielle Fototechnik und eine automatisierte Bilderkennung, um auf dieser Grundlage gesicherte Diagnosealgorithmen zu bestimmen. Dabei werden Parameter festgelegt, die entscheiden, ob es sich bei der Hautveränderung um Hautkrebs handelt oder nicht. Um auffällige Pigmentmale auf der Haut digital zu erfassen, werden sie mit dem Dermatoskopiegerät gescannt. Dies geschieht mittels berührungsfreier digitaler Dermatoskopie. Dabei wird die Haut mit polarisiertem Licht belichtet, das von der Hautoberfläche nicht widergespiegelt wird. Dadurch können auch die tieferen Hautschichten sichtbar gemacht werden.

 Eine spezielle Kamera erfasst anhand der vorher gewonnenen Daten und Parameter die Bereiche auf der Haut, die in Abgrenzung zu anderen Auffälligkeiten, wie entzündlichen Läsionen, als Hautkrebs in Erscheinung treten. Die Bilddaten dieser Kamera werden an einen Rechner zur Verarbeitung weitergeleitet. Zusätzliche Informationen sollen durch eine hochfrequente Ultraschalluntersuchung der Hautläsion in den Diagnosealgorithmus mit einfließen. Anhand dieser konturgenauen Erfassung von kleinsten Hautveränderungen wird dem Arzt auf der Grundlage gesicherter Algorithmen eine Verdachtsdiagnose vorgeschlagen. In einer klinischen Pilotstudie soll der Einsatz des Gerätes getestet werden. EB

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