ArchivDeutsches Ärzteblatt37/1998Krankenkassen: BKK für Heilberufe expandiert weiter

POLITIK: Aktuell

Krankenkassen: BKK für Heilberufe expandiert weiter

Dtsch Arztebl 1998; 95(37): A-2242 / B-1821 / C-1669

Maus, Josef

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LNSLNS Zwei Jahre nach der Gründung zählt die Betriebskrankenkasse für Heilberufler bereits zu den Großen ihrer Sparte: Rund 100 000 Mitglieder sollen es zum Jahresende sein. Hansjörg Schulten, Vorstand der BKK für Heilberufe, kann optimistisch in die Zukunft schauen. Allen anfänglichen Unkenrufen zum Trotz hat die erste Betriebskrankenkasse für Angehörige einer spezifischen Berufsgruppe eine lupenreine Bilanz vorgelegt: Der Mitgliederbestand wächst sprunghaft, die noch junge Kasse erzielt Überschüsse und wird ihren Beitragssatz von 11,9 Prozent auch im kommenden Jahr stabil halten können.
Beitragssatz war kein "Dumping-Angebot"
Vor allem letzteres war in der Gründungsphase der BKK von einigen etablierten Krankenkassen, in
erster Linie vom Verband der Angestellten- und Arbeiter-Ersatzkassen, öffentlich angezweifelt worden. Unter der Hand war von "Dumping-Beitragssätzen" die Rede, die nicht lange gehalten werden könnten. Schulten sieht die Kritiker widerlegt und verweist dabei auf die mit 2,6 Prozent der Gesamtausgaben sehr niedrigen Verwaltungskosten seiner Kasse. Die BKK für Heilberufe* verzichte bewußt auf ein "kostentreibendes Geschäftsstellennetz" und wickele ihren Service hauptsächlich über eine für die Versicherten kostenlose Telefonnummer ab.
Gleichwohl sind in der Düsseldorfer Zentrale zwischenzeitlich 120 Arbeitsplätze entstanden. Weitere 80 sind in Kürze geplant, um mit der Mitgliederentwicklung Schritt halten zu können. Bei der Gründung der BKK für Heilberufe am 1. Juli 1996 gab es einen "Altbestand" von rund 1 300 Versicherten der ehemaligen BKK Nordstern. Nach sechs Monaten zählte die jetzt bundesweit geöffnete Kasse bereits 10 500 Mitglieder - Ende 1997 waren es rund 53 000 Versicherte. Auch im laufenden Jahr hält der Zulauf an. Schulten erwartet bis Dezember "den Sprung über die 100 000-Grenze", weil die Pflichtversicherten bis Ende September wieder ihre Krankenkassen mit Wirkung zum 1. Januar des nächsten Jahres wechseln können. Freiwillig Versicherte können dies zu jedem beliebigen Zeitpunkt mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten tun.
Das Gros der Versicherten kommt aus der Zielgruppe
Wenngleich die BKK für Heilberufe als bundesweit geöffnete Krankenkasse allen Interessenten offenstehen muß, rekrutiert sich ihr Mitgliederbestand dennoch ganz überwiegend aus der eigentlichen Zielgruppe: rund 20 000 Versicherte sind Arzthelferinnen, hinzu kommen etwa 14 000 Zahnarzthelferinnen und weitere 10 000 Mitglieder aus dem Apothekenbereich. Die berufsständisch orientierte Betriebskrankenkasse findet übri-gens Nachahmer: Informationen des BKKLandesverbandes Nordrhein-Westfalen zufolge will sich beispielsweise die seit August 1996 geöffnete BKK Flender in Bocholt nunmehr speziell an die Angehörigen von steuerberatenden und juristischen Berufen wenden. Josef Maus
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