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Die Elektrodenerwärmung hängt unter anderem stark von der Feldstärke des MRT-Gerätes ab. Kritische Elektrodenlängen mit besonders starker Erwärmung sind bei 1,5 Tesla (T) etwa 50 cm und bei 3 T circa bei 25 cm, wobei diese Längen von verschiedenen Parametern abhängen (13). Trotz höherer SAR-Werte von identischen Sequenzen wurde in-vitro bei 3 T eine geringere RF-induzierte Erwärmung als bei 1,5 T gemessen (3). In Kombination mit einer Kopf-Sende-/Empfangsspule, bei der RF-Felder auf den Kopf begrenzt sind, können Herzschrittmacherpatienten von den Vorteilen der MRT-Untersuchungen des Hirns bei 3 T profitieren (2). Dies ist bei uns seit 2008 „Standardvorgehen“ bei gegebener klinischer Indikation.

Die Autoren berichten über ein „MRT-taugliche(s) (Herzschrittmacher-)System“ und „ähnliche(n) Systeme(n)“. Diese Aussage ist in dieser Form gefährlich und bedarf einer genaueren Erläuterung.
E-DIN 6877-1 beziehungsweise ASTM F2503-8, die die Grundlage für die CE-Zulassung sind, kennen lediglich die Begriffe MR-sicher („MR-safe“), bedingt MR-sicher („MR-conditional“) und nicht-MR-sicher („MR-unsafe“).

Die angesprochenen „MRT-tauglichen“ Herzschrittmachersysteme sind alle bedingt MRT-sicher, das heißt sie dürfen einer MRT nur innerhalb genau definierter Einschränkungen ausgesetzt werden. In dieser Hinsicht weichen die Geräte verschiedener Hersteller zum Teil erheblich voneinander ab (Aus-/Einschluss der Thoraxregion, maximal zulässiger SAR-Wert der MRT-Sequenzen, Art der Patientenüberwachung und andere mehr). Daher müssen bei bedingt MR-sicheren Herzschrittmachern diese Einschränkungen bekannt sein, damit MRT-Untersuchungen nur innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Limitationen durchgeführt werden.

Auch wenn die Komplikationsrate in publizierten Studien gering war, sollten MRT-Untersuchungen bei Patienten mit „herkömmlichen“ (nicht-MR-sicheren) Herzschrittmachersystemen oder implantierbaren Cardiovertern/Defibrillatoren weiterhin nur an erfahrenen Zentren und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0643a

PD Dr. med. Claas P. Nähle
Radiologische Klinik, Universitätsklinikum Bonn

cp@naehle.de

Dr. sc. nat. Roger Lüchinger
Institut für Biomedizinische Technik, Zürich

Interessenkonflikt
PD Nähle erhielt Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten, Honorare für die Durchführung von klinischen Auftragsstudien und Gelder für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben von Medtronic GmbH.

Dr. Lüchinger erhielt Honorare für eine Beratertätigkeit, Erstattung für Teilnahmegebühren für Kongresse, Reise- und Übernachtungskosten und Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen sowie Gelder für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben von Medtronic.

1.
Naehle CP, et al.: Safety, feasibility, and diagnostic value of cardiac magnetic resonance imaging in patients with cardiac pacemakers and implantable cardioverters/defibrillators at 1.5 T. Am Heart J 2011; 161: 1096–105. CrossRef MEDLINE
2.
Naehle CP, et al.: Safety of brain 3-T MR imaging with transmit-receive head coil in patients with cardiac pacemakers: pilot prospective study with 51 examinations. Radiology 2008; 249: 991–1001. CrossRef MEDLINE
3.
Luechinger R, et al.: RF-Heating Effects on Coated Wires and Pacemaker Leads at 1.5T and 3.0T. Proc Intl Soc Mag Reson Med 2006; 14.
4.
Bovenschulte H, Schlüter-Brust K, Liebig T, Erdmann E, Eysel P, Zobel C: MRI in patients with pacemakers—overview and procedural management. Dtsch Arztebl Int 2012: 109(15): 270–5. VOLLTEXT
1. Naehle CP, et al.: Safety, feasibility, and diagnostic value of cardiac magnetic resonance imaging in patients with cardiac pacemakers and implantable cardioverters/defibrillators at 1.5 T. Am Heart J 2011; 161: 1096–105. CrossRef MEDLINE
2. Naehle CP, et al.: Safety of brain 3-T MR imaging with transmit-receive head coil in patients with cardiac pacemakers: pilot prospective study with 51 examinations. Radiology 2008; 249: 991–1001. CrossRef MEDLINE
3. Luechinger R, et al.: RF-Heating Effects on Coated Wires and Pacemaker Leads at 1.5T and 3.0T. Proc Intl Soc Mag Reson Med 2006; 14.
4.Bovenschulte H, Schlüter-Brust K, Liebig T, Erdmann E, Eysel P, Zobel C: MRI in patients with pacemakers—overview and procedural management. Dtsch Arztebl Int 2012: 109(15): 270–5. VOLLTEXT

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