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Neue Approbationsordnung: Übergangsregelung für neue Pflichtfamulatur

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 4/2012: 5

Richter-Kuhlmann, Eva

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Foto: Fotolia/rcx
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Während im Mai der Jubel über die hart erkämpfte Änderung der Ärztlichen Approbationsordnung (ÄAppO) groß war, kommt jetzt Unmut über ungeregelte Umsetzungsbestimmungen der am 24. Juli in Kraft getretenen Verordnung auf. „Dass immer noch nicht klar ist, wie die neue Pflichtfamulatur in der hausärztlichen Versorgung in den Ausbildungsablauf integriert werden soll, ist unglaublich“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, Kristian Otte. „Wir können nur eindringlich an die Politik appellieren, hier schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen und klare Regeln aufzustellen.“

Der neuen Approbationsordnung zufolge müssen in der Tat von Oktober 2013 an alle Studierenden eine einmonatige Famulatur in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung nachweisen (Kasten). Hierzu zählen Allgemeinärzte, Kinderärzte und Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung. Da der Nachweis über die Famulatur dem Antrag auf Zulassung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung beizufügen ist, sind von dieser Änderung jedoch (faktisch rückwirkend) auch die Studierenden betroffen, die sich bereits im klinischen Studienabschnitt befinden und ab Frühjahr 2014 den neuen Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ablegen. Im Bundesministerium für Gesundheit heißt es dazu nur, man plane eine Übergangsregelung, „damit mindestens die Studierenden, die sich bereits im klinischen Studienabschnitt befinden und die Famulatur zuletzt in der vorlesungsfreien Zeit des Sommersemesters 2012 vollständig absolviert haben, nicht noch einen fünften Monat der Famulatur nachmachen müssen“. ER


Was ändert sich Wann?

seit 24. Juli

Die Ärztliche Gesprächsführung ist Teil der Ausbildung und der Prüfung.

Die Schmerzmedizin bildet einen neuen Querschnittsbereich.

Das praktische Jahr kann in Teilzeit durchgeführt werden, 30 Fehltage sind insgesamt zulässig.

Der Krankenpflegedienst kann auch in einer Rehabilitationseinrichtung absolviert werden, krankenpflegerische Tätigkeiten im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes und der Jugendfreiwilligendienste werden angerechnet.

Die Famulatur kann auch in einer stationären Rehabilitationseinrichtung abgeleistet werden.

ab April 2013

Praktisches Jahr (PJ): Die Universitäten müssen ein Logbuch erstellen und die Ausbildung im PJ evaluieren. Die Studierenden können das PJ entweder in den Universitätskrankenhäusern ihrer Heimatuniversität und deren Lehrkrankenhäusern oder in anderen Universitätskrankenhäusern und deren Lehrkrankenhäusern absolvieren.

ab August 2013

Prüfungsstruktur: Studierende, die das PJ im August 2013 beginnen, sind der letzte Durchgang, der den Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach altem Recht nach dem praktischen Jahr ablegt.

ab Oktober 2013

Famulatur: Eine einmonatige Famulatur muss in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung abgeleistet werden.

Blockpraktikum Allgemeinmedizin: mindestens zwei Wochen

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