ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2012Fukushima: IPPNW fordert mehr Forschung

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Fukushima: IPPNW fordert mehr Forschung

Dtsch Arztebl 2012; 109(39): A-1908 / B-1552 / C-1524

Richter-Kuhlmann, Eva

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Aufräumarbeiten in Fukushima: Die langfristigen gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung sind unklar. Foto: picture alliance
Aufräumarbeiten in Fukushima: Die langfristigen gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung sind unklar. Foto: picture alliance

Der Organisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW) gehen die Konsequenzen aus der atomaren Katastrophe von Fukushima im vergangenen Jahr nicht weit genug. Sie appelliert deshalb an die Bundesregierung, sich gegenüber UNSCEAR, dem wissenschaftlichen Komitee der UNO, und bei der Welt­gesund­heits­organi­sation dafür einzusetzen, die medizinische Forschung über die Gesundheitsfolgen auszuweiten. „Wir können noch keine Entwarnung geben“, sagte IPPNW-Ärztin Dr. med. Angelika Claußen, die gemeinsam mit einer internationalen Expertengruppe die Präfektur von Fukushima besuchte.

Im Sommer habe die japanische Zentralregierung mit der Dekontaminierung und der Sanierung der radioaktiv verseuchten Böden begonnen und werbe nun bereits für die baldige Rückkehr der evakuierten Bevölkerung einschließlich der Kinder, berichtete Claußen. Trotz hoher Verstrahlung würden große Gebiete für risikolos erklärt. Die Expertengruppe konnte jedoch zehn Meter von einer Messstelle entfernt hohe Strahlenwerte messen, die den Jahresgrenzwert von einem Millisievert überschreiten. Verstrahlter Müll sowie Erdschichten würden einfach umgelagert, sagte Claußen.

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Unzufrieden ist die IPPNW auch mit einer von UNSCEAR geplanten Studie: Sie solle lediglich grobe Abschätzungen japanischer und internationaler Experten berücksichtigen, aus denen Gesundheitseffekte theoretisch abgeleitet werden sollen. Notwendig seien jedoch unabhängige epidemiologische Studien sowie die Einrichtung eines umfassenden Registers, meinte Claußen. ER

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