ArchivDeutsches Ärzteblatt17/1996Die Endosonographie bei maligner Ösophagusstenose

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Die Endosonographie bei maligner Ösophagusstenose

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LNSLNS 20 bis 36 Prozent aller malignen Ösophagusstenosen machen eine Passage des Echoendoskops unmöglich, so daß eine entsprechende Untersuchung erst nach einer Bougierungsbehandlung möglich ist. Ob sich dieser komplikationsträchtige Aufwand, der mit einem nicht unerheblichen Perforationsrisiko verbunden ist, lohnt, ist umstritten.
Die Autoren aus Cleveland berichten über die Ergebnisse von 39 Patienten, von denen 21 präoperativ nach Bougierung endosonographiert (EUS) wurden, während bei 18 nur eine eingeschränkte endosonographische Aussage ohne vorausgehende Bougierung möglich war. Eine korrekte präoperative Erfassung der Tiefenausdehnung des Tumors (T-Stadium) war bei 33 Prozent oder 28 Prozent der Patienten erzielt worden, wobei bei 90 Prozent der Patienten ein weit fortgeschrittenes Tumorstadium (Stadium III oder IV) vorlag. Da bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten mit einer hochgradigen malignen Stenose ein weit fortgeschrittenes inoperables Tumorstadium vorliegt, bezweifeln die Autoren, ob noch eine Endosonographie nach Bougierung sinnvoll ist.
Die Autoren aus Washington hingegen sind aufgrund ihrer Erfahrung der Meinung, daß auf eine EUS nicht verzichtet werden solle, da prognostisch wichtige Informationen, zum Beispiel auch über Lymphknoten im Bereich der Arteria zöliaka, gewonnen werden können. Sie hatten bei der Dilatation in 14 Fällen keine Komplikation, die diagnostische Treffsicherheit der Endosonographie betrug 86 Prozent. W


Catalano MF, van Dam J, Sivak MV: Malignant esophageal strictures: staging accuracy of endoscopic ultrasonography. Gastrointest Endosc 1995; 41: 535–539
Department of Internal Medicine, Section of Gastroenterology, The Cleveland Clinic Foundation, Cleveland Ohio, USA
Kallimanis EG, Gupta PK, Al-Kawas Al et al: Endoscopic ultrasound for staging esophageal cancer, with or without dilatation, is clinically important and safe. Gastrointest Endosc 1995; 41: 540–546
Division of Gastroenterology and Department of Surgery, Georgetown University Medical Center, Washington, D.C. 20007-2197, USA

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