ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2012Transplantationsskandal: Zentren sollen regelmäßig überprüft werden

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Transplantationsskandal: Zentren sollen regelmäßig überprüft werden

Dtsch Arztebl 2012; 109(40): A-1958 / B-1593 / C-1565

Siegmund-Schultze, Nicola

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Künftig sollen alle 47 Transplantationszentren in Deutschland auf das Einhalten von Richtlinien geprüft werden. Die Prüfungs- und Überwachungskommissionen (getragen von Deutscher Krankenhausgesellschaft, GKV-Spitzenverband und Bundes­ärzte­kammer) haben damit eine Empfehlung konkretisiert, die Bund, Länder und Vertreter der Transplantationsmedizin bei einem Treffen im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium gegeben hatten. Die Maßnahme ist eine Konsequenz aus dem Transplantationsskandal an der Universitätsklinik Göttingen. Dort hat es in den vergangenen Jahren bei 40 von 150 Lebertransplantationen Manipulationen oder andere Verstöße gegen Regeln und Richtlinien gegeben.

Geplant sind zwölf organspezifische Prüfungsgruppen, die mindestens einmal in drei Jahren die Programme (insgesamt 140) vor Ort unter die Lupe nehmen. In jeder Gruppe sollen mindestens zwei Mitglieder der Prüfungs- oder der Überwachungskommission und zwei für das jeweilige Organ sachverständige unabhängige Ärzte mitarbeiten. Mitarbeiter der zuständigen Landesministerien begleiten die Visitationen.

Nach diesem Arbeitsmuster sind bereits die Leber­trans­plan­tations­pro­gramme am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Charité in Berlin und der Technischen Universität München geprüft worden. Am Klinikum rechts der Isar gab es 2010/2011 Auffälligkeiten in neun Fällen, die einer Sonderprüfung bedurften und derzeit weiter untersucht werden. nsi

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