ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2012Transplantation: Politik trägt die Verantwortung
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Der verantwortliche Transplantationsmediziner . . . bestreitet vollumfänglich die bis jetzt in den Medien getätigten Vorwürfe – es sollte bis zu einer vollständigen juristischen Wertung auch eine publizistische Unschuldsvermutung gelten.

Die von Frau Dr. Siegmund-Schultze aufgeworfene Frage nach dem möglichen Warum eines „schleichenden Hineingehens in dieses Desaster“ lässt sich leicht beantworten: Die deutsche Politik betrachtet schon lange „Gesundheit“ als Ware, Ärzte erhalten finanzielle Beteiligungen für Operationszahlen und wirtschaftliche Verordnungsweisen, es werden nicht mehr Empathie, sondern „Benchmarks“ gefördert, Patienten sollen als Kunden und nicht als Bedürftige betrachtet werden – eine Öko­nomi­sierung der Medizin gilt nicht erst seit Ulla Schmidt als wünschenswert. Frau Schmidt empfahl ebenso – als der Ärztemangel auch von der SPD nicht mehr verleugnet werden konnte – außereuropäische Ärzte anzuwerben, falls sich keine Mediziner mehr für die unterbezahlte Knochenarbeit in deutschen Kliniken finden lassen würden . . . Der bekannte Reflex eines kollektiven „mea culpa“ der Ärzteschaft ist hier völlig unangebracht.

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Dr. med. Steffen Grüner, 49076 Osnabrück

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