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Richtlinienverstöße bei Transplantationen: Ermittlungen am Klinikum rechts der Isar

Dtsch Arztebl 2012; 109(41): A-2010 / B-1638 / C-1610

Siegmund-Schultze, Nicola

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Die Staatsanwaltschaft untersucht den Verdacht auf vorsätzliche Manipulation bei der Vergabe von Organen am Münchener Klinikum rechts der Isar. Für die Jahre 2010 und 2011 gibt es bei neun Lebertransplantationen Auffälligkeiten, die derzeit von den Prüfungs- und Überwachungskommissionen bei der Bundes­ärzte­kammer untersucht werden. In einem Fall müsse man davon ausgehen, dass manipulierte Laborwerte zur Transplantation geführt hätten, sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Prof. Dr. med. Reiner Gradinger. Es werde alles darangesetzt, dass dieser „äußerst bedauerliche Vorgang“ aufgeklärt werde. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könnten zu den beteiligten Personen und den näheren Umständen keine Angaben gemacht werden, erläuterte Gradinger.

Die Transplantationsmedizin der Technischen Universität München soll künftig aus den bisher dafür verantwortlichen Abteilungen herausgelöst werden. Foto: dapd
Die Transplantationsmedizin der Technischen Universität München soll künftig aus den bisher dafür verantwortlichen Abteilungen herausgelöst werden. Foto: dapd

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums rechts der Isar, sagte in der ARD, die Transplantationsmedizin solle in Zukunft aus den bisher verantwortlichen Abteilungen herausgelöst werden und als selbstständiges Zentrum agieren, bisher lag die Verantwortung bei der Klinik für Chirurgie sowie der Medizinischen Klinik II. Der Aufsichtsrat habe dort jedoch „organisatorische und kommunikative Defizite im Bereich der Lebertransplantation“ festgestellt und ziehe mit der Neuaufstellung die Konsequenzen, betonte Heubisch. nsi

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