ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2012„Surgical Safety Checklist“ der Welt­gesund­heits­organi­sation

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

„Surgical Safety Checklist“ der Welt­gesund­heits­organi­sation

Auswirkungen auf Komplikationsrate und interdisziplinäre Kommunikation

The effect of the WHO Surgical Safety Checklist on complication rate and communication

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(42): 695-701; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0695

Fudickar, Axel; Hörle, Kim; Wiltfang, Jörg; Bein, Berthold

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Hintergrund: Die Anwendung der „Surgical Safety Checklist“ der World Health Organization (WHO) wird seit 2009 für operative Eingriffe empfohlen. Ziel dieser Arbeit ist es, die seitdem publizierten Originalarbeiten zu ihrem Effekt auf Morbidität, Letalität und Sicherheitskultur und zu ihrer Implementierung zusammenzufassen. Außerdem soll eine Übersicht über Erfahrungsberichte und Empfehlungen zur praktischen Anwendung gegeben werden.

Methode: Selektive Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und Medline und eine Internetrecherche unter dem Stichwort „Surgical Safety Checklist“. Alle vor Februar 2012 publizierten Quellen wurden in die Arbeit einbezogen.

Ergebnisse: 20 Originalarbeiten wurden ausgewertet. Eine prospektiv randomisierte Studie lag zum Effekt der Checkliste auf das sicherheitsrelevante Verhalten im Operationssaal vor. Es wurden je nach Studie eine Reduktion von perioperativer Letalität um 47 % (von umgerechnet 56 von 3 733 Fällen [1,5 %] auf 32 von 3 955 Fällen [0,8 %]) beziehungsweise 62 % (von umgerechnet 31 von 842 Fällen [3,7 %] auf 13 von 908 Fällen [1,4 %]) und eine Reduktion der Morbidität um 36 % (von umgerechnet 411 von 3 733 Fällen [11 %] auf 288 von 3 955 Fällen [7 %] beziehungsweise von 151 von 842 Fällen [18,4 %] auf 102 von 908 Fällen [11,7 %]) in beiden dazu publizierten Studien und eine Verbesserung der interdisziplinären Kommunikation gefunden. Faktoren effektiver Implementierung sind vorbildliche Umsetzung durch Führungskräfte und strukturierte Schulung.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse unterstützen die Empfehlung der WHO, die „Surgical Safety Checklist“ bei Operationen anzuwenden. Es ist wichtig, diese Checkliste nicht nur als Liste von Inhalten, sondern als Instrument zur Verbesserung von Kommunikation, Teamarbeit und Sicherheitskultur im Operationssaal zu verstehen und einzusetzen.

LNSLNS

Die meisten Fehler in sicherheitsrelevanten Bereichen werden auf unzureichende Kommunikation und Teamarbeit zurückgeführt (e1). Deshalb werden zum Beispiel vor Flügen Briefings durchgeführt (e2). Briefing ist ein Zusammentreffen aller Teammitglieder, bei dem die Informationen ausgetauscht und überprüft werden, die für eine gemeinsame Aufgabe benötigt werden (e3, e4). Briefings im Operationssaal verbessern Teamkooperation, Motivation, Disziplin und Ergebnisqualität (e5, e8).

Der Begriff Sicherheitskultur umfasst alle sicherheitsrelevanten Aktivitäten und Verhaltensweisen in einer Klinik. In einer Längsschnittuntersuchung konnte durch 597 Mitarbeiterbefragungen gezeigt werden, dass Briefings, die mit dem Fragebogen „Safety attitude questionnaire (SAQ)“ gemessene Sicherheitskultur um etwa 7 % verbessern und die Häufigkeit von Briefings im Operationssaal mit verbesserter Sicherheitskultur korreliert (r = 0,4) (e9). Eine Verbesserung der Sicherheitskultur durch Einführung von perioperativem Briefing korrelierte außerdem in einer multizentrischen Studie mit der dadurch erreichten Reduktion der Komplikationsrate von 4–75 % je nach Zentrum (r = 0,7) (1). Auch allgemeines Kommunikationstraining im Operationssaal wirkt sich positiv auf Technik und Ergebnisqualität aus (e10). Trotzdem wurden strukturierte Briefings im Operationssaal bisher nur zögerlich eingeführt (2, e5).

Die „Surgical Safety Checklist“ der Welt­gesund­heits­organi­sation

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat im Jahr 2007 eine Checkliste („Surgical Safety Checklist“, WHO-Checkliste) für das Briefing im Operationssaal entworfen (3, 4, e7). Die dabei entwickelte dreiteilige WHO-Checkliste wurde mit einer Anleitung zur Anwendung auf der Website der WHO zur Verfügung gestellt (4). Zur Durchführung des Briefings wird der Ablauf von Anästhesie und Operation jeweils unmittelbar vor Narkoseeinleitung („Sign in“), vor Schnitt („Time out“) und nach Nahtende („Sign out“) zur Überprüfung wichtiger Informationen und ihrer Kommunikation an alle Teammitglieder anhand der WHO-Checkliste unterbrochen. Der Checklistenteil „Sign in“ wird vom Anästhesisten mit Patient und Anästhesiepflegekraft bearbeitet und enthält außer der Überprüfung von Patientenidentität, Eingriff und Eingriffsseite Anästhesie-relevante Punkte. Beim „Time out“ werden die Identität des Patienten und Namen und Funktion aller Teammitglieder genannt, bevor vor allem Chirurgie-relevante Aspekte wie Eingriffsdauer und erwarteter Blutverlust kommuniziert werden. „Sign out“ enthält abschließende Punkte wie die Vollständigkeit der verwendeten Tücher und postoperative Anordnungen.

Die WHO-Checkliste wurde weltweit in acht Kliniken unter Einschluss von Kliniken der Primär- und der Maximalversorgung evaluiert. Dazu wurde eine prospektive Längsschnittuntersuchung von 3 733 Patienten vor und 3 955 Patienten nach Einführung der WHO-Checkliste durchgeführt. Letalität und perioperative Komplikationsrate wurden anhand standardisierter Erhebungsbögen bis zur Entlassung oder bis 30 Tage nach der Operation erfasst.

Unabhängig von der sozioökonomischen Lage der Kliniken wurde nach Einführung der Checkliste folgendes beobachtet (5):

  • eine signifikante Reduktion der Letalität großer Operationen um 47 % von umgerechnet 56 von 3 733 Fällen (1,5 %) auf 32 von 3 955 Fällen (0,8 %)
  • eine signifikante Reduktion der Rate schwerer Komplikationen um 36 % von umgerechnet 411 von 3 733 Fällen (11 %) auf 288 von 3 955 Fällen (7 %).

Deshalb wurde von der WHO empfohlen, die WHO-Checkliste bei allen Operationen anzuwenden (e11) und ihre Anwendung in die Ausbildung zu integrieren (e12). Die Empfehlung wurde von den Fachgesellschaften operativer Disziplinen übernommen (Kasten).

Medizinische Institutionen, die die Anwendung der „Surgical Safety Checklist“ der WHO bei Operationen empfehlen
Medizinische Institutionen, die die Anwendung der „Surgical Safety Checklist“ der WHO bei Operationen empfehlen
Kasten
Medizinische Institutionen, die die Anwendung der „Surgical Safety Checklist“ der WHO bei Operationen empfehlen

Eine individuelle Anpassung von Inhalt und Form der Liste sowie der Praxis der Durchführung an lokale Besonderheiten ist möglich, solange das Ziel der strukturierten Kommunikation im Team über die wichtigsten Inhalte erhalten bleibt.

Die WHO-Checkliste wurde in Deutschland im Jahr 2008 erstmals im Deutschen Ärzteblatt vorgestellt und kontrovers diskutiert (6, e13e15).

Ziel dieser Arbeit ist es, die seit der ersten Evaluierungsstudie der Checkliste der Welt­gesund­heits­organi­sation publizierten Originalarbeiten zu ihrem Effekt auf perioperative Morbidität, Letalität und Sicherheitskultur und zu ihrer Implementierung zusammenzustellen. Außerdem soll eine Übersicht über Erfahrungen und Empfehlungen zur praktischen Anwendung gegeben werden.

Methode

Zur Literaturrecherche wurde eine selektive Suche in den Datenbanken PubMed und Medline und eine Internetrecherche mit dem Suchbegriff „Surgical Safety Checklist“ durchgeführt. Alle vor Februar 2012 publizierten Quellen wurden in die Auswertung einbezogen.

Ergebnisse

Die Literaturrecherche zur Evaluierung der WHO-Checkliste ergab 187 möglicherweise relevante Artikel zu dem Stichwort „Surgical Safety Checklist“ in den letzten fünf Jahren.

Originalarbeiten

Die Literaturrecherche ergab 20 Originalarbeiten, in denen der Effekt der „Surgical Safety Checklist“ auf perioperative Morbidität, Letalität und Sicherheitskultur sowie der Prozess ihrer Implementierung untersucht wurden (Tabelle 1).

Originalarbeiten zum Effekt der „Surgical Safety Checklist“ der WHO auf Morbidität, Mortalität und Sicherheitskultur und zu ihrer Implementierung
Originalarbeiten zum Effekt der „Surgical Safety Checklist“ der WHO auf Morbidität, Mortalität und Sicherheitskultur und zu ihrer Implementierung
Tabelle 1
Originalarbeiten zum Effekt der „Surgical Safety Checklist“ der WHO auf Morbidität, Mortalität und Sicherheitskultur und zu ihrer Implementierung

Eine einzige randomisierte und kontrollierte Studie lag allein zum Effekt der WHO-Checkliste auf das sicherheitsrelevante Verhalten im Operationssaal vor.

Die Aussagekraft der zu Morbidität und Letalität gefundenen Längsschnittuntersuchungen ist durch die Möglichkeit einer interventionsunabhängigen Reduktion von Letalität und Morbidität im Verlauf der Untersuchung eingeschränkt.

Effekt auf perioperative Morbidität und Letalität

Nach der ersten Evaluierungsstudie wurde die Effektivität der WHO-Checkliste auch für Notfalleingriffe nachgewiesen.

Die Komplikationsrate von 842 Patienten vor und 908 Patienten nach Einführung der WHO-Checkliste, die sich einer dringlichen Operation unterziehen mussten, wurde verglichen. Die Komplikationsrate fiel nach Einführung der WHO-Checkliste signifikant um 36 % von 151 von 842 Fällen (18,4 %) auf 102 von 908 Fällen (11,7 %), die Inzidenz von Todesfällen fiel signifikant um 62 % von umgerechnet 31 von 842 Fällen (3,7 %) auf 13 von 908 Fällen (1,4 %) (7). Dies wurde in einer retrospektiven Kohortenstudie an 25 513 Patienten bestätigt. Die Effektivität korrelierte in dieser Studie mit der korrekten Durchführung des Briefings (8).

In einer retrospektiven Studie wurde gezeigt, dass die Anwendung der WHO-Checkliste 14,9 % aller Seitenverwechslungen wie Markierung der falschen Seite hätte vermeiden können, die nicht zu einer Operation der falschen Seite führten. Dagegen hätten 85,3 % aller Seitenverwechslungen verhindert werden können, die tatsächlich zur Operation der falschen Seite führten (9).

Eine weitere Studie wies außerdem einen positiven Effekt auf die korrekte Umsetzung der Leitlinien zur Thromboseprophylaxe nach (10).

Effekt auf die Sicherheitskultur

Die Autoren der ersten Validierungsstudie zur WHO-Checkliste zeigten im Rahmen der Studie durch eine begleitende Befragung der beteiligten Behandler, dass etwa 80 % der Anwender meinten, die WHO-Checkliste sei einfach und verhindere Fehler. Etwa 90 % aller Mitarbeiter würden die Anwendung der WHO-Checkliste wünschen, wenn sie selbst operiert würden (1).

Ein Jahr nach Implementierung der WHO-Checkliste an zwei schwedischen Kliniken meinten 93 % aller Mitarbeiter, dass die WHO-Checkliste die Sicherheit erhöhe. 68 % der Mitarbeiter betrachteten die Anwendung als Gelegenheit, Probleme zu identifizieren und zu lösen (11).

In einer weiteren Studie aus Finnland wurden die Mitarbeiter vor (n = 288) und nach (n = 412) der Einführung der WHO-Checkliste befragt. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verbesserung der Kenntnis von Aufgaben und Namen der Teammitglieder, der Patientenidentität, Anamnese, Medikamente und Allergien. Operateure und Anästhesisten besprachen außerdem häufiger kritische Ereignisse (12).

Diese Ergebnisse wurden von einer weiteren Studie derselben Arbeitsgruppe bestätigt (13). Auch eine randomisierte kontrollierte Studie zeigte mehr Sicherheitsbewusstsein nach Einführung der WHO-Checkliste (14).

Praktische Implementierung

Trotz nationaler Vorschrift haben erst zwei Drittel aller Kliniken des britischen Gesundheitssystems NHS die Checkliste der Welt­gesund­heits­organi­sation verpflichtend eingeführt (15). Strukturierte Interviews mit leitenden Ärzten von fünf Kliniken in Washington zeigten, dass die Umsetzung von ihrer Fähigkeit abhängt, das Verfahren zu erklären und zu demonstrieren (16, 17).

Am Hospital Belle-Isle de Metz zeigte sich, dass die Checkliste einen Monat nach Einführung postoperativ in allen Akten war. Die einzelnen Punkte waren aber nur zu 70 % ausgefüllt.

Am Universitätsklinikum Nancy wurde die Checkliste nur in 14 von 28 Akten aufgefunden, wobei nur 20 % der Checklisten vollständig waren. Lücken betrafen insbesondere den dritten Teil der Checkliste („Sign out“). Auffälligkeiten traten in 25 % der Listen insbesondere bei Antibiotikagabe und Materialfehlern auf (18). In einer retrospektiven Studie sank die Häufigkeit der Anwendung der WHO-Checkliste innerhalb eines Jahres nach ihrer Einführung von 88 % auf 76 %. Die Vollständigkeit betrug je etwa 90 % für die ersten beiden Teile und 75 % für den dritten Teil. Nur 18 % aller WHO-Checklisten-Inhalte wurden auch im Operationssaal kommuniziert (19). Die Vollständigkeit des dritten Teils war auch in einer neuseeländische Studie bei nur 2 % gegeben (20). Dies wurde von einer französischen multizentrischen retrospektiven Studie bestätigt. Die Häufigkeit von auffälligen Befunden beim Abfragen der Checkliste betrug 1,5 % bis 1,9 %. Häufige Auffälligkeiten waren vergessene Antibiotika-Gaben, unerwartet hohe Blutungsrisiken, unvollständige Vorbereitung und Anordnungen (21). Eine weitere Untersuchung ergab, dass die Operation in 2,1 % der Fälle trotz auffälliger Befunde in der WHO-Checkliste begonnen wurde (22).

Training erhöhte die Anwendungshäufigkeit der WHO-Checkliste in einer orthopädischen Klinik (23). Auch die Kosteneffektivität der Checkliste wurde inzwischen untersucht. Die Verhinderung von fünf schweren Komplikationen pro Jahr neutralisiert die Kosten der Checklistenimplementierung (24). Die Befürchtung, dass Patienten durch „Sign in“ in Angst versetzt werden, wurde von einer britischen Studie entkräftet (25).

Erfahrungsberichte und Empfehlungen

Praktische Erfahrungen und Empfehlungen zur Implementierung der WHO-Checkliste

Die Checkliste wird nur akzeptiert, wenn Klinikleiter sie:

  • in ihr Sicherheitskonzept integrieren
  • ernst nehmen
  • und vorbildlich vorleben.

Idealerweise wird die WHO-Checkliste Teil eines umfassenden, andere bereits existierende Checklisten integrierenden perioperativen Sicherheitskonzepts, zum Beispiel des aus vier Säulen bestehenden SURPASS (SURgical PAtient Safety System) Konzepts (e16, e17).

Ein Checklisten-Koordinator pro Abteilung ist hilfreich, damit die Umsetzung möglich wird (17, e18).

Schulung und Training auch im OP-Simulator sind erforderlich, um die richtige Durchführung zu gewährleisten. Zunächst wird eine Pilotphase in einem Operationssaal, anschließend die Erweiterung auf alle Operationssäle empfohlen.

Interdisziplinäre Absprache hilft, Konflikte im Operationssaal über die richtige Durchführung zu vermeiden (e19). Eine schriftliche Handlungsanleitung sollte zur Verfügung gestellt werden.

Hilfreich sind auch Trainingsvideos, die die Durchführung demonstrieren (e20, e21). Eine Evaluierung des Effekts kann jede Klinik durch Erhebung der Komplikationsrate unter Verwendung zum Beispiel des „Global Trigger Tool“ vor und nach Einführung der Checkliste durchführen (e22). Aus juristischer Sicht ändert die Checkliste nichts an der Arbeitsteilung und Verantwortlichkeit im OP. Der Unterzeichnende bestätigt lediglich die Durchführung, nicht die inhaltliche Richtigkeit (e23). Allerdings könnte in Haftungsprozessen die Dokumentation der korrekten Durchführung relevant werden, wenn ein Unterlassen des Briefings als mangelnde Sorgfalt interpretiert wird.

Auch die im geplanten Patientenrechtegesetz vorgesehene Verpflichtung zu einer Förderung der Fehlervermeidungskultur könnte dazu beitragen (e24).

Akzeptanz im Operationssaal

Obwohl 90 % aller Ärzte die WHO-Checkliste wünschten, wenn sie selbst operiert würden, bestehen Vorbehalte gegen die Einführung (2).

Häufiger Einwand ist, dass die Inhalte auch ohne die Liste kontrolliert würden. Für viele Informationen gibt es jedoch keine systematische Kommunikation und redundante Kontrolle erhöht die Sicherheit (e3). Diesen Vorbehalten liegt auch zugrunde, dass die WHO-Checkliste dabei nur als Kontrollinstrument angesehen und die Auswirkungen der geordneten Kommunikation und Verbesserung der Teamarbeit übersehen werden.

Problematisch ist auch ein Selbstbild von Fehlerlosigkeit. In diesem Fall kann die Einräumung von Fehlermöglichkeiten durch die WHO-Checkliste als Kränkung empfunden werden (e25). Außerdem ist Minimierung von Kommunikation im OP ein Hindernis. Minimierte Kommunikation kann bedeuten, dass das Team sich ohne viele Worte versteht, birgt aber das Risiko, dass Informationen verloren gehen, insbesondere wenn Mitarbeiter im Team wechseln oder eine unerwartete Situation eintritt.

Die Einführung der WHO-Checkliste erfordert eine ungewohnte Disziplinierung der Kommunikationskultur (14).

Die Informationen laut weiterzugeben und sich vor OP-Beginn vorzustellen, ist zunächst ungewohnt und manchen Mitarbeitern peinlich (e25).

Das Ablesen der Liste wird zum Hierarchie- und Autonomieproblem, wenn sich der Operateur von den OP-Schwestern kontrolliert fühlt und dies als Schwächung seiner Position empfindet. Außerdem wird die Unterbrechung des Tätigkeitsflusses durch das Briefing als lästig empfunden. Dazu kommen wirtschaftliche Vorbehalte, da eine OP-Zeit-Verlängerung und Kostensteigerung befürchtet wird, was aber durch die oben zitierten Studien entkräftet wurde (24, e7).

Der Zeitaufwand für alle drei Teile zusammen beträgt je nach Übungsgrad des Teams etwa zwei Minuten.

Fehler bei der Umsetzung

Bei der Anpassung an lokale Bedingungen muss beachtet werden, dass die Liste nur die wichtigsten Punkte enthält und in weniger als zwei Minuten bearbeitet werden kann, um die Akzeptanz nicht zu gefährden (2).

Typische Fehler sind Unvollständigkeit der Durchführung und Abarbeitung in Abwesenheit von Teammitgliedern. Falsch ist auch, wenn eine Person die Liste allein abarbeitet, ohne die Inhalte zu kommunizieren und Gelegenheit zum Informationsaustausch zu geben.

Sinnvoller als reines Abhaken ist es, die Bearbeitung der Checkliste als Anlass zu kollegialem interprofessionellem Besprechen der kritischen Punkte der Operation zu nutzen.

Die Liste muss durchgelesen und darf nicht aus dem Kopf bearbeitet werden. Besonders problematisch ist, wenn das Briefing von Führungskräften nicht ernst genommen wird und sie ihre Vorbildfunktion für die Verbesserung der Kommunikation nicht wahrnehmen (1, 2).

Fehler bei der Durchführung könnten zu einem gefährlichen falschen Sicherheitsgefühl führen und dadurch den positiven Effekt in einen negativen Effekt umkehren, denn der messbare Effekt von Checklisten ist an eine begleitende Verbesserung von Sicherheitskultur und Kommunikation gebunden. Diese wird nicht durch das bloße Abhaken einer Liste erreicht (e18).

Unmittelbar beobachtbare Effekte der WHO-Checkliste sind die bessere Überprüfung und Kommunikation sicherheitsrelevanter Informationen an alle Teammitglieder. Außerdem werden hierarchische Kommunikationshemmungen abgebaut und Informationen häufiger weitergegeben (e7). Die Teamkooperation wird spürbar verbessert (e16).

Das Briefing anhand von Checklisten sorgt für ein offenes Betriebsklima, das die Ausbildung durch Information, Dialog und Gelegenheit zur Meinungsäußerung verbessert (e26). Auch die Öffentlichkeit ist auf die Checkliste der Welt­gesund­heits­organi­sation aufmerksam geworden. Die Vorbildfunktion von Ärzten in Führungspositionen und ihre Verantwortung für eine gute Kommunikation und die Teambildung wird in unterschiedlichen Medien ebenso thematisiert wie die Überprüfung von wichtigen Informationen vor dem operativen Eingriff am Patienten (e27e30).

Checkliste am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Um die lokalen Gegebenheiten, aber auch um divergierende inhaltliche Aspekte zu berücksichtigen, wurde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel eine Modifikation der WHO-Checkliste entwickelt. Am Ende der Liste wurde der Punkt „Kritik und Verbesserungsvorschläge“ eingefügt, um einen Zeitpunkt für Anmerkungen zum Operationsverlauf festzulegen.

Unterhalb der Schlagworte sind die für die Durchführung der Abschnitte verantwortlichen Teammitglieder und danach die teilnehmenden Teammitglieder benannt.

Die Beschreibungen der darunter folgenden einzelnen Checklisteninhalte wurden stark gekürzt, um die Lesezeit abzukürzen. Die Kästchen zum Abhaken wurden weggelassen. Unter jedem Teil der Liste wurde ein Unterschriftenfeld zur Bestätigung der Durchführung durch das verantwortliche Teammitglied eingefügt (Tabelle 2). Zur Implementierung wurden für den internen Gebrauch Lehrfilme erstellt, eine Informationsschrift verfasst und standardisierte Fortbildungsveranstaltungen abgehalten.

Sicherheits-Checkliste OP am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Sicherheits-Checkliste OP am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Tabelle 2
Sicherheits-Checkliste OP am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Die Einführung der Checkliste der Autoren erfolgte seit dem August 2010 als Pilot-Projekt beginnend in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Nach erfolgreicher Implementierung wurde die Anwendung auf die restlichen Kliniken des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kielausgedehnt.

Der Effekt der WHO-Checkliste auf die Sicherheitskultur wird in der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, derzeit durch eine longitudinale Studie untersucht.

Schlussfolgerung

Die bisherigen Studienergebnisse und die positiven Erfahrungen in der Praxis sollten in Verbindung mit den Empfehlungen der Fachgesellschaften und Patientenverbände Motivation genug sein, die WHO-Checkliste bei allen Operationen anzuwenden. Wichtig ist, die Liste nicht nur als Abhakliste von Inhalten, sondern als ein Instrument zur Verbesserung der Kommunikationskultur und der Sicherheit im Operationssaal zu verstehen und einzusetzen.

Der positive Effekt der WHO-Checkliste auf die perioperative Komplikationsrate weist darüber hinaus darauf hin, dass eine intensivere Kommunikation anhand von Checklisten die Qualität der Ergebnisse auch in anderen Bereichen der Medizin verbessern könnte.

Interessenkonflikt
Prof. Bein ist Mitglied im Advisory Board von Pulsion Medical Systems. Für Fortbildungsveranstaltungen erhielt er Erstattung von Teilnahmegebühren, Reise- und Übernachtungskosten sowie Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von Abbott, CSL Behring, Pulsion, GE Healthcare und Merck. Für die Durchführung von wissenschaftlichen Auftragsstudien erhielt er Honorare von Organon, Air Liquide, Pulsion, BMfye und GE Healthcare. Gelder für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben erhielt er von Pulsion, Air Liquide, Bmeye, und GE Healthcare.

Kim Hörle, Dr. Axel Fudickar und Prof. Wiltfang geben an, dass kein Interessenkonflikt vorliegt.

Manuskriptdaten
eingereicht: 8. 2. 2012, revidierte Fassung angenommen: 29. 5. 2012

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Axel Fudickar
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH)
Campus Kiel
Schwanenweg 21
24105 Kiel
axel.fudickar@uksh.de

Zitierweise
Fudickar A, Hörle K, Wiltfang J, Bein B: The effect of the WHO Surgical Safety Checklist on complication rate and communication. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(42): 695−701. DOI: 10.3238/arztebl.2012.0695

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4212

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie: Prof. Dr. Dr. med. Wiltfang
Medizinische Institutionen, die die Anwendung der „Surgical Safety Checklist“ der WHO bei Operationen empfehlen
Medizinische Institutionen, die die Anwendung der „Surgical Safety Checklist“ der WHO bei Operationen empfehlen
Kasten
Medizinische Institutionen, die die Anwendung der „Surgical Safety Checklist“ der WHO bei Operationen empfehlen
Originalarbeiten zum Effekt der „Surgical Safety Checklist“ der WHO auf Morbidität, Mortalität und Sicherheitskultur und zu ihrer Implementierung
Originalarbeiten zum Effekt der „Surgical Safety Checklist“ der WHO auf Morbidität, Mortalität und Sicherheitskultur und zu ihrer Implementierung
Tabelle 1
Originalarbeiten zum Effekt der „Surgical Safety Checklist“ der WHO auf Morbidität, Mortalität und Sicherheitskultur und zu ihrer Implementierung
Sicherheits-Checkliste OP am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Sicherheits-Checkliste OP am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Tabelle 2
Sicherheits-Checkliste OP am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
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