ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2012Mit Vorsicht interpretieren
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Dem begrüßenswerten Survey von Elkeles et al. zu Gesundheit und Lebensstil in Nordostdeutschland über einen längeren Zeitraum erlaube ich mir zwei Aspekte anzufügen (1).

Der mehr als vierfache Anstieg der sportlich aktiven Bevölkerung im Jahre 2008 auf insgesamt 56,3 Prozent gegenüber 1994 sollte mit Vorsicht interpretiert beziehungsweise relativiert werden. Studien, die die Kriterien zum Sportverhalten in Häufigkeit, Umfang und Intensität auf ein Maß spezifizieren, von dem Gesundheitswirkungen erwartet werden können, kommen zu deutlich niedrigeren Aktivitätsquoten. Das heißt, eine Klassifikation körperlich-sportlicher Aktivität auf Basis des Energieverbrauchs kann als aussagekräftiger eingestuft werden als einzelne Informationen zur Sportaktivität (2).

Des Weiteren dürfte aus ökotrophologischer Sicht die im Erhebungszeitraum beobachtete stetige Reduzierung des Personenanteils, die genügend Zeit zum Essen beziehungsweise zum Verzehr der Hauptmahlzeit hatten, für die leichte Erhöhung der Adipositasprävalenz mitverantwortlich sein, da sowohl für Kinder als auch für Erwachsene signifikante Evidenzen für einen Zusammenhang von hoher Essgeschwindigkeit und der Entwicklung von Übergewicht vorliegen (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0712b

Dr. oec.-troph. Martin Hofmeister

Verbraucherzentrale Bayern e.V.

Referat Lebensmittel und Ernährung, München, hofmeister@vzbayern.de

1.
Elkeles T, Beck D, Röding D, Fischer S, Forkel JA: Health and lifestyle in rural northeast Germany: the findings of a rural health study from 1973, 1994, and 2008. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(16): 285–92. VOLLTEXT
2.
Macera CA, Ham SA, Jones DA, Kimsey CD, Ainsworth BE, Neff LJ: Limitations on the use of a single screening question to measure sedentary behavior. Am J Public Health 2001; 91: 2010–2. CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Hofmeister M: Essgeschwingkeit und Adipositas – Eine Meta-Analyse. Ernährung im Fokus 2011; 11: 390–7.
1. Elkeles T, Beck D, Röding D, Fischer S, Forkel JA: Health and lifestyle in rural northeast Germany: the findings of a rural health study from 1973, 1994, and 2008. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(16): 285–92. VOLLTEXT
2. Macera CA, Ham SA, Jones DA, Kimsey CD, Ainsworth BE, Neff LJ: Limitations on the use of a single screening question to measure sedentary behavior. Am J Public Health 2001; 91: 2010–2. CrossRef MEDLINE PubMed Central
3. Hofmeister M: Essgeschwingkeit und Adipositas – Eine Meta-Analyse. Ernährung im Fokus 2011; 11: 390–7.

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