ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2012Mercedes Hillen: Prävention für pflegende Angehörige

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Mercedes Hillen: Prävention für pflegende Angehörige

Dtsch Arztebl 2012; 109(42): A-2095 / B-1707 / C-1675

Hibbeler, Birgit

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Mercedes Hillen, Foto: Catania gGmbH
Mercedes Hillen, Foto: Catania gGmbH

Wer Angehörige pflegt, der stößt oft an seine Grenzen. Pflege, Beruf und das eigene Privatleben – all das unter einen Hut zu bringen, kann zur Belastung werden. Hinzu kommt: Pflegende fühlen sich häufig alleingelassen. Es ist schwierig, sich über Gefühle wie Ekel, Wut oder Versagensangst auszutauschen.

„Pflegende Angehörige sind oft einfach überfordert“, sagt Dr. med. Mercedes Hillen (59), Geschäftsführerin der gemeinnützigen Gesellschaft Catania in Berlin. Und sie brauchen Hilfe – schnell, unbürokratisch und niedrigschwellig. Hillen und ihre Mitstreiter haben deshalb die Plattform www.pflegen-und-leben.de ins Leben gerufen.

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Auf der Internetseite finden pflegende Angehörige Tipps, wie sie den Alltag bewältigen können. Wie bekomme ich Entlastung, um auch mal ins Kino zu gehen? Wie gehe ich mit Aggressionen um? Was kann ich tun, um besser zu schlafen? Antworten auf diese Fragen finden Betroffene hier – und zum Beispiel Entspannungsübungen zum Download. Zudem gibt es eine kostenfreie, persönliche Online-Beratung. Drei erfahrene Psychologen beantworten die Anfragen – spätestens innerhalb von drei bis vier Tagen. Das Angebot soll körperlichen und psychischen Erkrankungen vorbeugen. „Als Ärztin liegt mir dieser präventive Ansatz sehr am Herzen“, sagt Hillen.

Die Online-Beratung pflegen-und-leben.de wurde nun Bundessieger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ in der Kategorie Gesellschaft. Die Initiative wird als Pilotprojekt derzeit noch für ein Jahr vom Bundesfamilienministerium finanziert. Birgit Hibbeler

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