ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2012Patrick van der Smagt: Mit Gedanken Roboter steuern

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Patrick van der Smagt: Mit Gedanken Roboter steuern

Dtsch Arztebl 2012; 109(42): A-2095 / B-1707 / C-1675

Zylka-Menhorn, Vera

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Patrick van der Smagt, Foto: Astrid Eckert Photographie, München
Patrick van der Smagt, Foto: Astrid Eckert Photographie, München

Fast 15 Jahre lang war eine 58-jährige US-Amerikanerin infolge eines Schlaganfalls vollständig gelähmt. Mit Hilfe eines vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelten Roboterarms, den sie über ein Implantat im Gehirn steuerte, konnte sie 2011 zum ersten Mal wieder alleine aus einer Flasche trinken. Nur wenige Momente dauerte es, bis die Probandin die Trinkflasche mit dem Roboterarm greifen, zu ihrem Mund führen und anschließend durch einen Strohhalm Kaffee trinken konnte. Dabei entschlüsselte ein Softwareprogramm ihre neuronalen Signale und wandelte diese in Kommandos für Roboterarm und -hand um.

Um dieses weltweit einzigartige Assistenzsystem zu entwickeln, vernetzten Prof. Patrick van der Smagt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Prof. John P. Donoghue von der Brown University in Providence, Rhode Island, ihre beiden Forschungsgebiete Robotik und Neurowissenschaft. Für diese erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit sind die Forscher nun mit dem 50 000 Euro dotierten Erwin-Schrödinger-Preis ausgezeichnet worden.

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Bereits 2006 hatte das US-Forscherteam zeigen können, dass gelähmte Menschen über ein Implantat im Cortex (Neural Interface System), das eingehende Signale mit Hilfe eines Lernalgorithmus in gewünschte Steuerungsbefehle verarbeitet, einen Computercursor steuern können. Patrick van der Smagt hat diese Möglichkeit auf die deutlich komplexere, dreidimensionale Steuerung einer Leichtmetallgreifhand übertragen. Vera Zylka-Menhorn

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