ArchivDeutsches Ärzteblatt17/1996Ärztlicher Notdienstplan

VARIA: Technik für den Arzt

Ärztlicher Notdienstplan

Remy, Jürgen

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Tatsache, daß mindestens 3 000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland für ihre Kollegen Dienstpläne für den ärztlichen Notdienst erstellen und dies in altgewohnter Handarbeit erledigen müssen, hat bei uns vor zehn Jahren den Plan reifen lassen, dies mit Hilfe von elektronischer Datenverarbeitung zu erledigen. So hat bereits 1983 mein Kollege O. Kottmann einen ersten Dienstplaner auf einem "C 64" erstellt. Dieses Programm wurde nun vor zwei Jahren von Herrn Th. Westrupp, Essen, für IBM-kompatible Personalcomputer umgeschrieben. Im letzten Jahr wurde auf Grund der vielen Anfragen von Kollegen (Klinik und Praxis) die derzeit jüngste Version "Dienst 02.00" fertig.
Was muß ein Programm mindestens können?
l Es muß einen Dauerkalender mit Feiertagsprogrammierung haben.
l Es sollten die Dienste auf die einzuteilenden Kollegen paritätisch verteilt werden (werktags und zu Wochenenden sowie Feiertagen).
l Wählbarkeit der Planerstellung mittels Zufallsgenerator oder in numerischer Reihenfolge sollte möglich sein.
l Es sollte ein Urlaubsplaner vorhanden sein.
l Nach der Dienstplanerstellung sollten noch Tauschmanöver von Hand möglich sein.
l Der Ausdruck sollte variabel sein und örtliche Vorgaben der KV berücksichtigen. Die Sonderwünsche sind so reichhaltig, wie es verschiedene Individualpläne in Deutschland gibt. Wir haben einiges davon umsetzen können:
Vorabeingabe von Kollegen für fixe Feiertage (um einer von Hand zu führenden Langzeitstatistik über Jahre zu genügen),
Schichtdienste oder Bündelung bestimmter Tage wurden immer wieder gewünscht.
Dienstabstände sollten eingehalten werden, um saisonale Verteilungshäufungen auszuklammern.
Vielleicht möchte ein Kollege nur an bestimmten Tagen eingeteilt werden.
All diese Varianten kann das Programm in seiner neuen Version.
Welche Hardware wird benötigt? Ein handelsüblicher Personal Computer, der für dieses Programm einen Arbeitsspeicher von 300 KB offenhält. Eine Maus stellt eine erhebliche Arbeitserleichterung dar.


Aufbau des Programms
In der ersten Ebene werden die Dienstgruppe definiert und die Namen der Kollegen in freier Wahl eingegeben (Gemeinschaftspraxen sollten aufgeteilt werden, damit die betreffenden Kollegen nicht immer hintereinander eingeteilt werden).
Man verschicke regelmäßig je nach Dienstplanumfang (ein Monat bis ein Jahr) Wunschzettel an die Gruppe, um Urlaubs- und Sonderwünsche zu erfahren. Diese werden dann in einem Fenster mit Kalendarium (Urlaubsplaner) mittels Cursor eingegeben. Das Handling ist schnell, da die Maus eine sichere Steuerung des Cursors in der Monatsspalte (waagerecht) und der Datumsspalte (senkrecht) zuläßt. Diese Handarbeit nimmt etwa eine halbe Stunde bei 30 Kollegen in Anspruch. Nun sind die fixen Feiertage mit Personen zu belegen.
Jetzt sollten die Sonderwünsche über ein weiteres Fenster (Dienstplankonfiguration) vorgewählt werden: also Sondertage für Kolle-gen, Bündelung von Tagen, Schichtaufteilung usw.).
Nun ist die Arbeit der ersten Ebene beendet. Für Folgeerstellungen bleiben alle Daten im Speicher unter entsprechender Bezeichnung und können so weiter Verwendung finden, so daß die zweite Planerstellung schon viel schneller wird.
Jetzt folgt die Ebene 2, die Dienstplanerstellung: Das Programm beachtet alle Vorgaben der Ebene 1 und nimmt nun die Verteilung vor. Dies ist eigentlich der interessanteste und rasanteste Vorgang (Zeit verfolgbar in einem Lauffenster mit Balken bis 100 Prozent gleich gewählte Dienstplanspanne (ein Monat bis ein Jahr). Für einen Jahresplan und rund 50 Kollegen wird etwa eine Minute benötigt.
Das Programm kann Dienstgruppen bis zu 255 Personen und 255 Gruppen parallel bearbeiten. Diese Größenordnung ist schon fast Utopie, man würde für diese Ausweitung einen Arbeitsspeicher von rund 4 MB benötigen.


Technische Details Der nächste Punkt ist der Dienstplanausdruck. In zwei Fenstern nebeneinander wird jeweils der gleiche oder ein anderer Monat dargestellt (frei über die BILD-auf/-ab-Tasten zu wählen), um eventuelle Tauschmanöver von Hand ausführen zu können. Darüber hinaus kann das Programm auch automatisch nach Personen suchen als mögliche Tauschpartner (statistikgeführt).
Eine andere automatische Aktion ist das Überarbeiten von Passagen im Dienstplan, die durch den Zufallsgenerator unzumutbare Verteilungen erbracht haben.
Die Druckversion ist variabel: bis zu sechs Monate auf einem DIN-A4-Bogen oder einem Monat/Bogen.
Letztlich sind Statistiken vom Urlaubskalender bis zum Tagesausdruck pro Kollegen möglich. Programmhilfen stehen selbstverständlich in jeder Phase über "F1" beziehungsweise die "Hilfe-Funktion" bereit. Weiterhin wird natürlich eine ausführliche Bedienungsanleitung mitgeliefert. Auch für andere Berufsgruppen, die ohne Notdienst nicht denkbar sind, könnte dieses Programm interessant sein.
Anschrift für die Verfasser:
Dr. med. Jürgen Remy,
Internist
Frintroper Straße 42
45359 Essen

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote