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Randnotiz: Falscher Zeitpunkt

Dtsch Arztebl 2012; 109(43): A-2107 / B-1719 / C-1687

Siegmund-Schultze, Nicola

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Mehr Transparenz und Kontrolle wird in der Transplantationsmedizin gefordert, nicht nur an Kliniken, sondern auch bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Sie koordiniert die postmortale Organspende. Ein unangemessener Umgang mit Krankenkassengeldern wurde ihr vorgeworfen, ein Verstoß gegen die Geschäftsordnung bei der Ausstattung ihrer Zentrale und mangelnde Strategien, um die Organspende zu verbessern.

Die Diskussionen über Konsequenzen sind noch nicht abgeschlossen, da äußert der DSO-Stiftungsratsvorsitzende und Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Prof. Dr. med. Wolf O. Bechstein, Gedanken zu Verbesserungsmöglichkeiten der Organspende, die unter Umständen in den Aufgabenbereich des Gesetzgebers fallen. In einem Interview auf der Homepage der DSO heißt es: In den meisten Ländern Europas sei auch die Organspende nach irreversiblem Herz-Kreislauf-Stillstand (non-heart-beating-donor) möglich. Hier gebe es Möglichkeiten, die Organspende zu verbessern. Über die auch wissenschaftlich noch immer kontrovers diskutierte Frage, wie sich eine Irreversibilität des Kreislaufstillstands zuverlässig feststellen und sich der Eintritt des Hirntods sicher vorhersagen lasse, geht die Formulierung hinweg. Selbstverständlich kann und sollte sich die DSO auch wissenschaftlichen Fragen zuwenden. Aber fundamentale Konzepte und Definitionen des Todes jetzt zu thematisieren, wo Kommunikations- und Strukturverbesserungen im Zuständigkeitsbereich der DSO erwartet werden, ist ungünstig und lenkt von der drängenden Aufgabe ab, sinkenden Organspendezahlen auf Basis geltender Regeln entgegenzuwirken.

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