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Die Autoren bedanken sich für den Leserbrief und begrüßen die Bereitschaft des IQWiGs zu einem sachlichen Dialog mit Experten. Wir möchten darauf hinweisen, dass die Diskussionen zu den Boceprevir- und Telaprevir-Nutzenbewertungen vonseiten der wissenschaftlichen Fachgesellschaften (DGVS, DGIM und andere) überaus sachlich und konstruktiv erfolgten (1, 2).

Während das IQWiG das „dauerhafte virologische Ansprechen“ (SVR) in der Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C nur als ein ausreichend valides Surrogat für die Folgekomplikation „hepatozelluläres Karzinom“ (HCC) betrachtet, besteht international Konsens, dass die Viruseradikation zu einer Verminderung der entzündlichen Aktivität in der Leber und einer Fibrose- und sogar Zirrhoseregression führt. Es besteht darüber hinaus kein Zweifel daran, dass eine Fibroseregression auch die Risiken anderer Zirrhosekomplikationen (unter anderem portale Hypertension, Aszites) vermindert. Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften erachten die Autoren den Nutzen einer SVR für Patienten mit chronischer Hepatitis C auch für grundsätzlich (semi)quantifizierbar (3).

In der Tat gibt es kleine Patientengruppen, deren SVR-Rate bei einer Therapie mit Peginterferon-alfa/Ribavirin durch Hinzugabe eines HCV-Protease-Inhibitors nicht gesteigert werden kann. Das IQWiG berücksichtigt in der Analyse allerdings nicht, dass durch eine Dreifach- gegenüber einer dualen Therapie bei diesen Patienten die Gesamttherapiedauer zum Teil wesentlich verkürzt werden kann und dies vor dem Hintergrund der Nebenwirkungen von Peginterferon-alfa/Ribavirin klinisch von großer Bedeutung ist.

Hinsichtlich der Information von Ärzt(inn)en und Patient(inn)en erscheint es den Autoren wesentlicher, die Dynamik der klinischen Entwicklung anderer direkt antiviral wirksamer Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C darzulegen. Ausgehend von der aktuellen Studienlage könnten effektive Interferon-freie und nebenwirkungsärmere Therapieoptionen bereits in wenigen Jahren verfügbar sein.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0755b

PD Dr. med. Wolf-Peter Hofmann

POLIKUM Berlin MVZ GmbH

Prof. Dr. med. Christoph Sarrazin

Prof. Dr. med. Stefan Zeuzem

Medizinische Klinik 1, Klinikum der Goethe-Universität, Frankfurt am Main

zeuzem@em.uni-frankfurt.de

Interessenkonflikt

PD Hofmann erhielt Erstattungen von Teilnahmegebühren für Fortbildungsveranstaltungen von Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences, MSD und Roche. Des Weiteren erhielt er Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences, MSD, Janssen-Cilag und Roche. Für die Durchführung von klinischen Studien und ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben erhielt er Gelder von Roche.
Prof. Sarrazin ist Mithalter eines Patentes auf Resistenzen für HCV-NS3-Proteaseinhibitoren. Prof. Sarrazin ist in den Advisory Boards folgender Firmen beratend tätig: Abbott, Bristol-Myers Squibb, Boehringer Ingelheim, Gilead Sciences, Janssen-Cilag, MSD, Novartis, Pharmasset und Roche. Des Weiteren erhielt er Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von Abbott, Bristol-Myers Squibb, Boehringer Ingelheim, Falk Pharma, Gilead Sciences, MSD, Novartis und Roche. Für die Durchführung von klinischen Studien erhielt er Gelder von Abbott, Gilead Sciences, Merck, MSD, Roche und Vertex Pharmaceuticals.
Prof. Zeuzem ist in den Advisory Boards folgender Firmen beratend tätig: Abbott, Achillion, AstraZeneca, Bristol-Myers Squibb, Boehringer Ingelheim, Gilead Sciences, Janssen-Cilag, Merck, Novartis, Roche, Santaris und Vertex Pharmaceuticals. Ihm wurden Reise- und Übernachtungskosten erstattet und er erhielt Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences, Merck, Novartis und Roche.

1.
Boceprevir-Nutzenbewertung des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung). Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Z Gastroenterol 2012; 50: 20–1. MEDLINE
2.
Telaprevir-Nutzenbewertung des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung). Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Z Gastroenterol 2012; 50: 271–2. MEDLINE
3.
Singal AG, Volk ML, Jensen D, Di Bisceglie AM, Schoenfeld PS: A sustained viral response is associated with reduced liver-related morbidity and mortality in patients with hepatitis C virus. Clin Gastroenterol Hepatol 2010; 8: 280–8; 288, e1. MEDLINE
4.
Hofmann WP, Sarrazin C, Zeuzem S: Current standards in the treatment of chronic Hepatitis C. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(19): 352–8. VOLLTEXT
1. Boceprevir-Nutzenbewertung des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung). Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Z Gastroenterol 2012; 50: 20–1. MEDLINE
2. Telaprevir-Nutzenbewertung des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung). Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Z Gastroenterol 2012; 50: 271–2. MEDLINE
3. Singal AG, Volk ML, Jensen D, Di Bisceglie AM, Schoenfeld PS: A sustained viral response is associated with reduced liver-related morbidity and mortality in patients with hepatitis C virus. Clin Gastroenterol Hepatol 2010; 8: 280–8; 288, e1. MEDLINE
4.Hofmann WP, Sarrazin C, Zeuzem S: Current standards in the treatment of chronic Hepatitis C. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(19): 352–8. VOLLTEXT

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