ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2012Publikationspromotion als Regelverfahren problematisch
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Der Artikel von Ziemann und Oestmann weist einen interessanten Weg für ein neues Promotionsverfahren. Er verfolgt das Ziel einer höheren Qualität und geht von „grundsätzlicher Forschungsmotivation“ aus. Für die überwiegende Mehrheit der Studierenden aber ist das Studium Berufsausbildung mit dem Ziel einer praktischen kurativen Tätigkeit. Diese basiert auf einem wissenschaftlichen Verständnis von Evidenz und Informationsverarbeitung. Dies gilt es also – neben den Fakten – im Studium zu vermitteln. Dafür und für eine Erfolgskontrolle mögen Bachelor- oder Masterarbeiten ausreichen.

Eine Promotion, die Forschungsansprüchen besser gerecht wird, sollte wohl den Kolleginnen und Kollegen vorbehalten bleiben, die nachhaltig in diesem Bereich tätig sein wollen. Daher halte ich es für problematisch, die Publikationspromotion zum Regelverfahren zu erheben. Die vorgestellten Publikationszahlen pro Promovend erscheinen mir zudem noch nicht ausreichend für den Nachweis einer Qualitätssteigerung. Die Impactzahlen werden von den Autoren selbst nur bedingt den Publikationen zugerechnet. Es bleiben also einige Fragezeichen.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0754a

Dr. med. Klaus H. Seidenstücker
klaus-h.seidenstuecker@t-online.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Ziemann E, Oestmann J-W: Publications by doctoral candidates at charité university hospital, Berlin, from 1998–2008. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(18): 333–7. VOLLTEXT
1.Ziemann E, Oestmann J-W: Publications by doctoral candidates at charité university hospital, Berlin, from 1998–2008. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(18): 333–7. VOLLTEXT

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