ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2012Studie: Zweifel am Sinn von Check-up-Untersuchungen

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Studie: Zweifel am Sinn von Check-up-Untersuchungen

Dtsch Arztebl 2012; 109(44): A-2158

Meyer, Rüdiger

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Ist ein Check-up bei Gesunden sinnvoll? Das ist unter Experten umstritten. Foto: picture alliance
Ist ein Check-up bei Gesunden sinnvoll? Das ist unter Experten umstritten. Foto: picture alliance

Der von vielen Ländern eingeführte Gesundheits-Check-up, der bei gesunden Menschen nach möglichen Krankheiten oder behandelbaren Risikofaktoren sucht, ist einer Metaanalyse des dänischen Nordic Cochrane Centre zufolge nicht evidenzbasiert. Nach den im Cochrane Database of Systematic Reviews (2012; 10: CD009009) analysierten Studien gibt es keinen sicheren Hinweise auf eine Senkung von Morbidität oder Mortalität. Die Check-ups belasten nach Ansicht der Autoren die Patienten durch unnötige Diagnosen.

Auf ihrer Suche nach randomisierten klinischen Studien zu allgemeinen Gesundheitschecks fanden sie deshalb nur 16 Studien, wobei sich die Gruppe allerdings auf Studien beschränkte, in denen nach mehr als einer Erkrankung oder Risikofaktoren in mehr als einem Organsystem gesucht wurde. Sie schlossen zudem Untersuchungen an Patienten über 65 Jahre aus. Es ging um die Frage, ob Menschen, die sich kerngesund fühlen, eine Vorsorge angeboten werden soll.

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Krogsbøll kann weder für die Gesamtsterblichkeit noch für die Todesfälle an Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch für Krebs eine Reduktion zeigen. Dafür zeigt die Analyse eine unvermeidbare Folge von Gesundheits-Check-ups auf, die aus Sicht der Initianden zu den Zielen gehört: Die Zahl der Diagnosen steigt. rme

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