ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2012Randnotiz: Natur gegen Ignoranz

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Randnotiz: Natur gegen Ignoranz

Dtsch Arztebl 2012; 109(45): A-2219 / B-1811 / C-1775

Osterloh, Falk

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Mehr als 100 Menschen in den USA hat der Hurrikan „Sandy“ aktuellen Meldungen zufolge das Leben gekostet. Nachdem ein Tank in einer Raffinerie in New Jersey gerissen war, liefen zudem mehr als eine Million Liter Diesel ins Meer. Mehrere Krankenhäuser der Region mussten evakuiert werden, weil nach dem Strom auch die Notstromaggregate ausgefallen waren. Und im ältesten Atomkraftwerk des Landes wurde ein „Alarmzustand“ ausgerufen. Denn aufgrund der anhaltenden Regenfälle war das Wasser im sogenannten Abklingbecken, in dem abgebrannte Brennelemente gekühlt werden, angestiegen. Wäre das Wasser noch höher gestiegen, hätten die Pumpen in diesem Becken nicht mehr richtig arbeiten können.

Gut eineinhalb Jahre ist es heute her, dass nach einem Erdbeben Kernschmelzen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima zu einer Nuklearkatastrophe geführt haben. Zunehmend wird offensichtlich: Im Konfliktfall Natur gegen Atomanlage sieht es für letztere im Zweifel nicht gut aus. Sicherheit kann in jedem Fall nicht garantiert werden.

Der Präsident des Umweltbundesamtes Jochen Flasbarth erklärte im „ZDF Morgenmagazin“, die Menschen müssten sich an extreme Unwetter wie den Hurrikan „Sandy“ gewöhnen. Und auch in Deutschland werde es in den nächsten Jahren „deutliche Veränderungen des Wettergeschehens“ geben.

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Im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf fanden die Themen Klimaschutz und Atomstrom wenig Raum. „In Amerika glauben viele Menschen, dass es keinen Klimawandel gibt“, so Flasbarth.

Es bleibt zu hoffen, dass auch im Widerstreit Natur gegen Ignoranz letztere irgendwann den Kürzeren zieht.

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