ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2012Psychische Belastungen: Jeder Vierte im Job eingeschränkt

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Psychische Belastungen: Jeder Vierte im Job eingeschränkt

PP 11, Ausgabe November 2012, Seite 484

dapd

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Wegen psychischer Belastungen vernachlässigen Millionen deutsche Arbeitnehmer laut einer Befragung permanent oder oft ihren Job. Mehr als jeder Vierte (29 Prozent) schaffte es demnach nicht, seine Arbeit so sorgfältig wie gewünscht zu erledigen. Das geht aus einer aktuellen Studie im Auftrag des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte hervor. Verbandspräsident Dr. med. Wolfgang Panter forderte die Arbeitgeber auf, sensibler auf ihre Mitarbeiter zuzugehen und ihnen bei drohendem Burn-out die Hand zu reichen.

39 Prozent der Arbeitnehmer kommen privaten Pflichten wegen des Stresses am Arbeitsplatz kaum noch nach. Foto: Fotolia/chris-m
39 Prozent der Arbeitnehmer kommen privaten Pflichten wegen des Stresses am Arbeitsplatz kaum noch nach. Foto: Fotolia/chris-m

Neben den völlig eingeschränkten Arbeitnehmern gab jeder Dritte (34 Prozent) in der Umfrage an, dass seelische oder emotionale Probleme ihn zumindest manchmal einschränkten. Nur 37 Prozent der Befragten sagten, dass solche Probleme sie nie oder fast nie im Beruf belasten. Ein großer Teil der Arbeitenden trägt den Stress auch mit nach Hause: 39 Prozent gaben an, sie kämen privaten Pflichten wegen des Stresses auf der Arbeit kaum noch nach. Gefragt wurden 240 Arbeitnehmer verschiedener Berufsgruppen. Die vom Forschungsinstitut GfK Mitte Oktober online durchgeführte Erhebung ist nicht repräsentativ. Sie wirft laut Panter aber ein Schlaglicht auf die deutsche Arbeitswelt.

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Panter sieht vor allem Führungskräfte in der Verantwortung, gefährdete Mitarbeiter frühzeitig anzusprechen. Zugleich warnte er sie davor, „selbst Arzt zu spielen“. Stattdessen sollten Vorgesetzte ihren Mitarbeitern aber stets sagen können, wer ihnen bei psychischen Problemen helfen kann.

Für Betriebs- und Werksärzte seien seelische Belastungen der Arbeitnehmer ein zunehmendes Problem. Mittlerweile gäben 40 Prozent der Vorruheständler ihre Arbeit wegen psychischer Erkrankungen auf. Dies seien etwa 70 000 Menschen von den 170 000, die Jahr für Jahr wegen gesundheitlicher Probleme aussteigen oder ihre Arbeitszeit reduzieren, sagte Panter unter Berufung auf Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. dapd

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