ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2012Randnotiz: Anders als die anderen

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Randnotiz: Anders als die anderen

PP 11, Ausgabe November 2012, Seite 485

Korzilius, Heike

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Es ist der Überraschungserfolg des Jahres: Schon 8,5 Millionen Menschen in Deutschland haben sich den Film „Ziemlich beste Freunde“ im Kino angesehen. Politisch unkorrekt und ziemlich witzig erzählt dieser die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft – die zwischen dem reichen Tetraplegiker Philippe und seinem Pfleger Driss, einem Kleinkriminellen aus dem sozialen Brennpunkt der Pariser Vorstadt. Der Film ist ein Plädoyer für das, was Inklusion – also die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – für behinderte Menschen sein sollte.

Denn trotz jahrzehntelanger Diskussionen über Diskriminierungsverbote, einer UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung oder Allgemeiner Gleichbehandlungsgesetze ist der Umgang mit Behinderten oder Kranken alles andere als selbstverständlich. Deren ungeheures Potenzial wird eigentlich nur alle vier Jahre im Rahmen der Paralympics gewürdigt.

Vielleicht sollte man deshalb Menschen wie Kurt Masur oder Malu Dreyer einmal ausdrücklich danken. Der begnadete Dirigent teilte am 10. Oktober mit, dass er an Parkinson leidet, aber deswegen nicht vor hat, seine Musik aufzugeben. „Die Musik ist mein Leben“, schreibt er an Kollegen und Publikum. Dank ausgezeichneter medizinischer Versorgung könne er auch weiterhin dirigieren. Das betrachte er als großes Privileg. Ähnlich geht es Malu Dreyer. Vor sechs Jahren machte die beliebte rheinland-pfälzische Sozialministerin und designierte Ministerpräsidentin des Landes öffentlich, dass sie an multipler Sklerose leidet. „Mir geht es unheimlich gut, ich kann nur nicht gut laufen“, sagte sie einmal der Nachrichtenagentur dpa.

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