ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2012Psychologie: Monopolbegehren
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Als Leiterin eines parallelen Projekts im Katholischen Klinikum Mainz mit dem gleichen Versorgungsansatz (mit vier ärztlichen Psychotherapeuten beziehungsweise Ärzten für Psychosomatische Medizin und einer Musiktherapeutin) begrüße ich grundsätzlich die Darstellung von Frau Albs-Fichtenberg. Auch ich halte die psychosomatisch/psychotherapeutische fachübergreifende Präsenz im Akutkrankenhaus für eine wesentliche Ergänzung in der Krankenbehandlung im Sinne einer ganzheitlichen Versorgung. Allerdings krankt die Darstellung erheblich daran, dass ausschließlich von einem psychologischen Dienst die Rede ist. Das Wort Psychosomatik kommt überhaupt nicht vor. Auch die über das Land verteilten psychosomatischen Konsil- und Liaisondienste und deren Verdienste finden keinerlei Erwähnung in dem Aufsatz. Als gebe es nur hilfreiche Psychologen, die Ärzte braucht man nicht. Psychosomatik gehört jedoch in den Bereich der Medizin. In Kliniken geht es vor allem um psychosomatische Krankheitsbilder und Komorbiditäten. Für den Bereich der Psychosomatik sind die ärztlichen Psychotherapeuten beziehungsweise Fachärzte für Psychosomatische Medizin aufgrund ihrer medizinischen und psychotherapeutischen Ausbildung geradezu prädisponiert. Ich gewinne also leider durch den Artikel von Frau Dr. Albs-Fichtenberg den Eindruck, dass es in erster Linie um ein Monopolbegehren der Psychologie geht, anstatt um gemeinsame Sache im Sinne der optimalen Versorgung von Patienten. Das Ziel einer ganzheitlich angemessenen Versorgung psychosomatisch erkrankter Patienten kann nur erreicht werden durch Kooperation und Anerkennung der jeweiligen Kompetenzen, nicht aber durch standespolitisches Grabenziehen . . .

Dr. med. Christa Hack, Leitende Ärztin,
Katholisches Klinikum Mainz, Akademisches Lehrkrankenhaus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 55131 Mainz

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