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Der Fachbereich Patienteninformation des EbM-Netzwerks bietet für die Verbreitung evidenzbasierter Medizin (EbM) und evidenzbasierter Patienteninformationen (EBPI) eine ideale Plattform (www.ebm-netzwerk.de). Auch stimmen wir zu, dass ohne Ärzteschaft eine nachhaltige Bereitstellung von EBPI nicht erfolgversprechend ist. Zur Entwicklung von EBPI ist neben methodischer Expertise Fachexpertise unerlässlich. Methodiker für EBPI sollten gemeinsam mit medizinischen Experten und Patienten die Informationen erstellen und zwar anhand konsentierter Kriterien. Die Fachgesellschaften sollten dies als Kernaufgabe übernehmen, zum Beispiel durch Gründung spezifischer Arbeitsgruppen. Notwendig ist auch eine nutzerfreundliche Kommunikation wissenschaftlicher Daten aus klinischen Studien. Bisher werden zum Beispiel Leitlinien nicht in einer Form erstellt, die einen unmittelbaren Gebrauch der Informationen für EBPI erlauben (1, 2). Unverzichtbare Daten werden entweder gar nicht aus den Originalquellen extrahiert oder in nicht nutzbarer Form präsentiert. Die Umsetzung von medizinischen Leitlinien in Patientenleitlinien ist ein wichtiger erster Schritt (3), sie können bisher aber nicht für informierte Patientenentscheidungen genutzt werden (1, 2). Die AWMF ist aufgerufen Leitlinien unter Einbeziehung von Methodenexperten für Patienteninformationen so zu entwickeln, dass die Informationen daraus für eine parallele Erstellung von EBPI und Entscheidungshilfen zur Verfügung stehen.

Voraussetzung für eine Beteiligung der Patienten an medizinischen Entscheidungen ist die verständliche Vermittlung von EBPI. Strukturanpassungen sind unerlässlich. Wir haben vorgeschlagen nicht-ärztliche Gesundheitsfachberufe mit einzubeziehen, ähnlich wie es bei der Übertragung von Kompetenzen zum Krankheitsselbstmanagement für verschiedene chronische Krankheiten bereits erfolgreich umgesetzt wird (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0802b

Dr. phil. Matthias Lenz, Prof. Dr. med. Ingrid Mühlhauser

Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
Institut für Pharmazie, Gesundheitswissenschaften

Universität Hamburg
matthias.lenz@uni-hamburg.de

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Steckelberg A, Müller H, Meyer G: Evidenzbasierte Patientenleitlinien: Geeignete Grundlage der Kommunikation mit Patienten? German Medical Science 2010; DOI: 10.3205/10ebm050 (abstract).
2.
Mühlhauser I: From authority recommendations to fact-sheets—a future for guidelines. Diabetologia 2010; 53: 2285–8. CrossRef MEDLINE
3.
Mühlhauser I, Steckelberg A: Evidenzbasierte Patienteninformation: Wünsche der Betroffenen. Dtsch Arztbl 2009; 106(51–52): A 2554–6. VOLLTEXT
4.
Lenz M, Buhse S, Kasper J, Kupfer R, Richter T, Mühlhauser I: Deci-sion aids for patients. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(22–23): 401–8. VOLLTEXT
1.Steckelberg A, Müller H, Meyer G: Evidenzbasierte Patientenleitlinien: Geeignete Grundlage der Kommunikation mit Patienten? German Medical Science 2010; DOI: 10.3205/10ebm050 (abstract).
2. Mühlhauser I: From authority recommendations to fact-sheets—a future for guidelines. Diabetologia 2010; 53: 2285–8. CrossRef MEDLINE
3.Mühlhauser I, Steckelberg A: Evidenzbasierte Patienteninformation: Wünsche der Betroffenen. Dtsch Arztbl 2009; 106(51–52): A 2554–6. VOLLTEXT
4.Lenz M, Buhse S, Kasper J, Kupfer R, Richter T, Mühlhauser I: Deci-sion aids for patients. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(22–23): 401–8. VOLLTEXT

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