ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2012Hans-Jürgen Frank-Schmidt †: Streiter für den freien Arztberuf

PERSONALIEN

Hans-Jürgen Frank-Schmidt †: Streiter für den freien Arztberuf

Dtsch Arztebl 2012; 109(46): A-2317 / B-1885 / C-1849

Broglie, Maximilian

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Hans-Jürgen Frank-Schmidt,Foto: privat
Hans-Jürgen Frank-Schmidt,
Foto: privat

Dr. med. Hans-Jürgen Frank-Schmidt ist tot. Der ehemalige Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) starb am 20. August im Alter von 86 Jahren im pfälzischen Frankenthal. Franky, wie ihn viele nannten, war Internist, Nuklearmediziner und Berufspolitiker aus Leidenschaft. Mit großem Einfühlungsvermögen setzte er sich für seine Patienten ein. In der Berufspolitik kamen dem gebürtigen Berliner sein Gespür für öffentliche Wirkung und seine Schlagfertigkeit zugute. Ganz nach dem Motto „viel Feind, viel Ehr“ scheute er keine Konflikte.

Von 1980 bis 1987 lenkte Frank-Schmidt die Geschicke des BDI. Als Präsident kämpfte er erfolgreich für die Einheit der Inneren Medizin und trug entscheidend dazu bei, dass das Fach bis heute das Fundament für eine qualifizierte ärztliche Versorgung ist. Der Internist setzte sich aber auch ganz praktisch für die Finanzierbarkeit des technischen Fortschritts in den Arztpraxen ein. Er war der erste, der sich fragte, warum alle vom Leasing reden, „nur Deutschlands Ärzte noch nicht“. Sein Handbuch der Praxisrationalisierung wurde zum Bestseller.

Anzeige

Frank-Schmidt vereinte politisches Gespür mit Intelligenz, Fantasie und Realitätssinn. Er war Perfektionist und überaus fleißig. Stets an der Sache orientiert hat er sich um den Erhalt eines freiheitlichen Gesundheitswesens verdient gemacht. Der Nuklearmediziner war aber auch ein Mensch mit Schwächen. Nicht persönlich erbrachte Leistungen in seiner Praxis kosteten ihn seine Existenz als Kassenarzt und beendeten 1987 seine berufspolitische Karriere. Maximilian Broglie

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige