ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2012Facharztprüfung Gynäkologie: 80 Prozent Frauen

BERUF

Facharztprüfung Gynäkologie: 80 Prozent Frauen

Hillienhof, Arne

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Auf vier Ärztinnen, die die Facharztprüfung Gynäkologie und Geburtshilfe ablegen, kommt ein Mann. 80 Prozent der Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) unter 35 Jahren sind weiblich. Das berichtet die Fachgesellschaft. Trotzdem liegt auch in der Gynäkologie und Geburtshilfe der Frauenanteil in leitenden Positionen laut der DGGG-Mitgliederstatistik bei nur zwölf Prozent – und dies, obwohl von etwa 800 Chefarztstellen in der Frauenheilkunde in Deutschland knapp 100 nicht besetzt seien.

„Ärztinnen und ebenso Ärzte, die in ihrer Familie für Kinder Verantwortung tragen, können Stellen mit 50-Stunden-Wochen, ungeplanten Überstunden und langen Wochenenddiensten nicht annehmen“, sagte Dr. med. Babett Ramsauer, Vorsitzende der Kommission Familie und Karriere. Häufig seien nur Teilzeitstellen möglich, die sich mit den Öffnungszeiten von Kindergarten, Schule und Hort vereinbaren ließen. „Der hohe Frauenanteil in unserem Fach heißt auch, neue Arbeitszeitmodelle für die Kliniken zu entwickeln, die ja schon seit Jahren angemahnt werden“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft, Prof. Dr. med. Klaus Friese. Assistentinnen oder Frauenärztinnen müssten in Zeitabschnitten arbeiten können, in denen Schwangerschaft und Kinderbetreuung möglich sei, ohne ihre berufliche Qualifizierung zu gefährden. „Bei einem Frauenanteil von 80 Prozent auf unseren Stationen, von denen oft die Hälfte schwanger ist oder Kinder hat, können Ganztagsarbeitsplätze nicht mehr die Regel sein“, sagte Ramsauer. Wichtig sei, eine neue Art „verlässlicher Flexibilität“ zu erlernen.

Auf die Bedeutung der Wertschätzung von Kindererziehung und Familie wies Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf dem Kongress hin. „Wenn eine solche familiäre Verpflichtung nicht mehr Grund für Vorwürfe ist, sondern für Respekt und Anerkennung, dann mache ich mir keine Sorgen um dieses Land“, sagte sie. hil

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