ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2012Regressrisiko: KV Bayerns klärt auf

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Regressrisiko: KV Bayerns klärt auf

Dtsch Arztebl 2012; 109(47): A-2335 / B-1903 / C-1867

Schmidt, Klaus

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Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hat den Gesetzgeber aufgefordert, die Wirtschaftlichkeitsprüfung nach Fachgruppen-Durchschnitten aus dem Sozialgesetzbuch zu streichen. Sie sei willkürlich und nicht rechtens, erklärte der KVB-Vorsitzende, Dr. med. Wolfgang Krombholz, bei der Präsentation einer Regress-Broschüre Mitte November in München. Die Broschüre ist das Ergebnis einer Verordnungsanalyse bayerischer Hausärzte und fasst die wesentlichen Argumente gegen die geltenden Regelungen zusammen:

  • Bei den Arzneimittelpreisen ist Deutschland ein Hochpreisland. Wirtschaftlichkeit ist von Staats wegen nicht gegeben, der Arzt hat auf die Preise keinen Einfluss.
  • Hausarztpraxen, die besonders viele alte und damit potenziell kränkere Patienten behandeln, geraten als Erste in die „Prüfzone“.
  • Je umfassender in einer Hausarztpraxis die Patienten mit allen von ihnen benötigten Medikamenten versorgt werden, desto höher ist das Risiko für die Ärzte, in eine Prüfung zu geraten.
  • Die Ärzte haften für Rabattverträge, obwohl sie in diese gar keinen Einblick haben.

Das Regressrisiko ist Krombholz zufolge einer der Hauptgründe, warum junge Ärzte die Niederlassung in eigener Praxis scheuen. Die Broschüre, die allen Hausärzten in Bayern zugesandt wird, soll den Betroffenen helfen, sich gegen einen Regress zur Wehr zu setzen. Die Beratung der KVB-Mitglieder soll entsprechend intensiviert werden. Krombholz: „Geschützt werden sollen dadurch die hausärztlichen Versorgerpraxen, die sowohl in der Stadt als auch auf dem Land ihre Patienten gut und umfassend betreuen und dies auch weiterhin ohne permanente Angst vor Regressen tun sollen.“ KS

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