ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2012Randnotiz: Mit Fleiß zum „Dr. med.“

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Randnotiz: Mit Fleiß zum „Dr. med.“

Zylka-Menhorn, Vera

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Nach verschiedenen Plagiatsfällen wird der Nutzen medizinischer Doktorarbeiten infrage gestellt. Vorwürfe wie „Flachforscher“, „Ramschware Dr. med.“ oder „Dr. med. nachgebessert“ werden laut. Entgegen dieser verbreiteten Ansicht verwenden angehende Ärzte viel Zeit und Mühe auf ihre Doktorarbeit. Einer Umfrage der Medizinischen Hochschule Hannover zufolge arbeiten Doktoranden durchschnittlich 47 Wochen (reine Arbeitszeit) an ihrer Promotion (Dtsch med Wochenschr 2012; 137[45]: 2311–5). Im Rahmen der Umfrage konnten 180 Antwortbogen ausgewertet werden. Die angegebenen Arbeiten konzentrierten sich auf Patientenuntersuchungen (28 Prozent), Laborversuche (25 Prozent), statistische Arbeiten (25 Prozent) und Tierexperimente (elf Prozent). In den Phasen der Arbeit von der Planung, über Versuche und Auswertung bis hin zum Schreiben fühlte sich die große Mehrheit gut betreut. Beim Einreichen der Arbeit waren die Ergebnisse zu 67 Prozent publiziert (Originalarbeit 62 Prozent, Vortrag 33 Prozent, Poster 54 Prozent), und in 21 Prozent war eine Publikation geplant.

Kritisiert wurde allerdings, dass die Promotion die Prüfungsvorbereitungen (34 Prozent) und die Vorlesungsbesuche (35 Prozent) beeinträchtigt. Trotzdem betrachteten die meisten die Dissertation als Gewinn: 70 Prozent sahen sich anschließend befähigt, wissenschaftliche Daten zu beurteilen, 81 Prozent meinten, Originalpublikationen besser beurteilen zu können. Insgesamt 98 Prozent der Befragten würden jungen Studierenden zur Promotion raten.

Diesem Rat folgen aber immer weniger Medizinstudierende – wahrscheinlich weil sie heute auch ohne Promotion eine interessante Weiterbildungsstelle finden.

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