ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2012Zahl der HIV-Infektionen weltweit rückläufig

AKTUELL: Akut

Zahl der HIV-Infektionen weltweit rückläufig

Meyer, Rüdiger; Zylka-Menhorn, Vera

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) leben in Deutschland zurzeit circa 78000 Menschen mit einer HIV-Infektion, etwa 3400 Personen haben sich neu infiziert (2011: 3300). Die Zahl der Todesfälle beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr etwa 550 (Epidemiologisches Bulletin 47/2012). Die am stärksten betroffene Gruppe (etwa 51000 Personen) sind weiterhin Männer, die Sex mit Männern haben. Die Gesamtzahl der mit HIV lebenden Menschen steigt seit Mitte der 90er Jahre; sie wird wahrscheinlich weiter steigen, da seit der Verfügbarkeit wirksamer antiretroviraler Therapien die Zahl der jährlichen Neuinfektionen höher ist als die Zahl der Todesfälle. Das RKI schätzt, dass hierzulande circa 50000 Menschen eine HIV-Therapie erhalten und dass etwa 14000 Betroffene noch nichts von ihrer Infektion wissen.

UNAIDS, das weltweite Aids-Programm der Vereinten Nationen, verzeichnet demgegenüber einen anhaltenden Rückgang der HIV-Neuinfektionen. Die verbesserte Versorgung von HIV-Infizierten wirke sich günstig auf den Verlauf der Epidemie aus, teilte UNAIDS mit. Im Jahr 2011 (dem letzten Jahr der Statistik) waren demnach weltweit 34 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Damit ist die Anzahl der Neuinfektionen gegenüber 2010 um 700000 zurückgegangen.

Die größten Erfolge sind dem World AIDS Day Report zufolge in den Hochendemieländern in Teilen Afrikas zu verzeichnen, zum Beispiel in Malawi (minus 73 Prozent), Botswana (minus 71 Prozent), Namibia (minus 68 Prozent), Sambia (minus 58 Prozent), Simbabwe (minus 50 Prozent) sowie Südafrika und Swasiland (41 Prozent). Auch in der Karibik und in Südasien ist die Entwicklung günstig: Dominikanische Republik (minus 73 Prozent), Bahamas, Barbados, Belize und Haiti (minus 50 Prozent) sowie Nepal (minus 91 Prozent), Kambodscha (minus 88 Prozent), Indien, Myanmar, Papua-Neuguinea und Thailand (minus 50 Prozent).

Anzeige

Einen Anstieg der Neuinfektionen verzeichnet UNAIDS indes in Bangladesh, Indonesien, auf den Philippinen und in Sri Lanka, im Nahen Osten, in Nordafrika sowie in Osteuropa und Zentralasien.

Ein Grund für die weltweit insgesamt günstige Entwicklung ist ein deutlicher Rückgang bei den Neuinfektionen von Kindern, die sich in der Regel peripartal bei ihren Müttern infizieren. Hier ist es allein in den letzten beiden Jahren zu einem Rückgang der Neuinfektionen um 24 Prozent gekommen. rme/zyl

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote