VARIA: Personalien

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Dtsch Arztebl 1996; 93(17): A-1136 / B-970 / C-910

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LNSLNS Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Wolfgang Gerok, ehemaliger langjähriger leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, wurde am 27. März 70 Jahre alt. Wolfgang Gerok, in Tübingen geboren, begann seine wissenschaftliche und berufliche Karriere am MaxPlanck-Institut für Biochemie an der Universität Tübingen, und zwar in einer Arbeitsgruppe des späteren Nobelpreisträgers Prof. Dr. A. Butenandt. Von 1952 bis 1953 war er Assistent am Pathologischen Institut der Universität Tübingen und von 1953 bis 1954 als Stipendiat im Laboratorium für Proteinchemie der Medizinischen Klinik der Universität Zürich tätig. Dann absolvierte er – von 1955 bis 1962 – eine klinische Weiterbildung zum Internisten unter Leitung von Prof. Dr. med. H. Erhard Bock an der Medizinischen Universitätsklinik Marburg. Dort habilitierte er sich 1961 für das Fach Innere Medizin und wechselte 1962 mit Bock an die Universitätsklinik in Tübingen. Von 1963 bis 1968 war er Oberarzt an der II. Medizinischen Universitätsklinik in Mainz unter Leitung von Prof. Dr. med. Paul Schölmerich. Von dort wurde er 1968 auf den Lehrstuhl für Innere Medizin an die Freiburger Universität berufen und zum Ärztlichen Direktor der Medizinischen Klinik ernannt, eine Position, die er bis 1994 innehatte. Professor Gerok hat die Entwicklung der klinischen und wissenschaftlichen Hepathologie entscheidend geprägt. Sein zentrales Interesse galt der Biochemie der Gallensekretion und dem Gallensäurestoffwechsel, der Regulation des Aminosäuren- und Proteinstoffwechsels in der Leber sowie der Molekularbiologie der Hepatitisviren.

Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Hans-Werner Müller, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen in Meerbusch, vollendet am 29. April sein 80. Lebensjahr. Hans-Werner Müller, in Saarbrücken geboren, übernahm 1945 die Aufgabe eines Assistenten an der damaligen Akademie in Düsseldorf. 1947 wurde Müller zum Regierungs- und Medizinalrat ernannt; er übernahm als Referatsleiter und stellvertretender Abteilungsleiter im Sozialministerium Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) unter anderem den Aufgabenbereich Verwaltung der Krankenhäuser und Kliniken. 1953 wurde Dr. Müller zum Landesrat des neukonstituierten Landschaftsverbandes Rheinland (Köln) berufen und zum Leiter des Gesundheitsdezernats ernannt. In diese Zeit fällt auch der Vorsitz Müllers in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger psychiatrischer Krankenanstalten. Mehr als ein Jahrzehnt war Müller Dozent an der Akademie für Staatsmedizin; zugleich war er Lehrbeauftragter für das Fach Sozialpsychiatrie an der Medizinischen Fakultät der Technischen Hochschule Aachen. Gleichzeitig war er sechs Jahre lang Direktor der Rheinischen Landeskliniken Langenfeld, Bedburg-Hau und Bonn. Er war viele Jahre als gerichtlicher Sachverständiger tätig und gehörte zu dem Gutachtergremium, das über die Ansprüche politisch und rassisch Verfolgter zu entscheiden hatte. 1966 wurde Dr. Müller zum Honorarprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln ernannt. 1971 wurde Professor Müller zum Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG) gewählt, ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung am 30. April 1984 innehatte. In Personalunion war Professor Müller zugleich Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V., ebenfalls in Düsseldorf. 1972 wurde Müller in den Bundesgesundheitsrat sowie in die "Große Krebskommission" beim Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium für Jugend, Familie und Gesundheit berufen. Darüber hinaus war er Mitglied des ärztlichen Sachverständigenbeirats für Krankenhausfragen beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung. Müller hatte darüber hinaus mehrere Ehrenämter im Verbandswesen auf nationaler und internationaler Ebene inne. So war er Mitglied des Vorstandes des Deutschen Krankenhausinstituts sowie Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutsches Krankenhaus, die mit der Durchführung der Krankenhaustage beauftragt war. 1973 wurde Müller Vizepräsident des Krankenhausausschusses der EG.
1984 ist Professor Müller zum Präsidenten der Deutschen Zentrale für Volksgesundheitspflege e.V. (DZV), Frankfurt, gewählt worden, ein Amt, das er bis 1. Mai 1995 innehatte. Professor Müller hat den DZVAusschuß "Seelische Gesundheit" geleitet.
Müller hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, darunter mehrere Buchbeiträge und rund 150 Fachzeitschriftenaufsätze. Für seinen Einsatz in der Gesundheitspolitik und im Verbandswesen ist Müller mehrfach "dekoriert" worden. So ist er Träger der Walter-Poppelreuter-Medaille in Gold, des Ehrenreflexhammers des Marburger Bundes, er ist Ehrenmitglied des Chefarztverbandes und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.


Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Hans Joachim Sarre, von 1948 bis 1976 Inhaber eines Lehrstuhls für Innere Medizin an der Poliklinik der Universität Freiburg, wurde am 25. März 90 Jahre alt. Hans Joachim Sarre, in Neubabelsberg bei Berlin geboren, wurde 1931 nach Medizinstudium in Berlin, Heidelberg, Kiel und Freiburg zum Dr. med. promoviert. Seine wissenschaftliche Weiterbildung absolvierte er bei den Physiologen Prof. Dr. med. H. Rein in Göttingen und Frau Prof. Dr. med. K. Gollwitzer-Meier in Bad Oeynhausen. 1934 kam Sarre zu Volhard an die Medizinische Universitätsklinik Frankfurt und habilitierte sich 1938. 1948 ist er auf den Lehrstuhl für Innere Medizin an der Poliklinik in Freiburg berufen worden. Sarre begründete eine erste "nephrologische Schule" in Deutschland. Er war Gründungsmitglied der Gesellschaft für Nephrologie. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen verfaßte er das Standardwerk "Nierenerkrankungen", das bis heute zum fünften Mal neu aufgelegt wurde. Auf seine Initiative hin wurde 1966 in Freiburg ein erster Lehrauftrag für Allgemeinmedizin erteilt. Sarre ist Träger der HippokratesMedaille und der Volhard-Medaille in Gold. 1981 ist er mit der Ehrendoktorwürde der Universität Frankfurt ausgezeichnet worden. EB

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