ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2012Randnotiz: Ganz schön verwirrend

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Randnotiz: Ganz schön verwirrend

Dtsch Arztebl 2012; 109(49): A-2443 / B-1999 / C-1955

Hibbeler, Birgit

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Wenn es der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie an etwas nicht mangelt, dann an Fachgesellschaften. Da gibt es allen voran die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC). Außerdem existiert die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Ach ja, und dann ist da noch die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD). Für Außenstehende war schon diese Ausgangssituation verwirrend.

In den vergangenen Wochen hat man nun allerdings das Gefühl, dass weitere „Fachgesellschaften“ wie Pilze aus dem Boden sprießen – im Bereich der Intimchirurgie. So hat sich Mitte November die Gesellschaft für ästhetische und rekonstruktive Intimchirurgie Deutschland (GÄRID) gegründet. Nur wenige Tage später folgte eine Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Intimchirurgie und Genitalästhetik (DGintim). Ihr Anliegen: Mehr Qualität in der Intimchirurgie. Alle wollen die Patienten besser informieren. Die GÄRID hat nach eigenen Angaben 50 Gründungsmitglieder. Auf der Internetseite erfährt man, wer im Vorstand sitzt. Immerhin – muss man wohl sagen. Auf der Homepage der DGintim ist das nicht ganz klar. So viel zum Thema Transparenz.

Wenn sich noch mehr intimchirurgische Gesellschaften gründen, wen würde es wundern? Es klingt gut, eine Deutsche Gesellschaft für irgendwas zu sein. Dadurch wird die ästhetische Intimchirurgie aber nicht automatisch seriös. Die Nachfrage nach Schamlippenverkleinerungen oder Scheidenstraffungen mag steigen. Aber das dürfte auch eine Folge davon sein, dass diese Angebote beworben und immer mehr zur Normalität erklärt werden.

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