ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2012Gesundheitsfachberufe: Auf dem Weg in die Akademisierung

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Gesundheitsfachberufe: Auf dem Weg in die Akademisierung

Dtsch Arztebl 2012; 109(49): A-2458 / B-2012 / C-1968

Gerst, Thomas; Hibbeler, Birgit

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Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Hebammen sollen verstärkt an Hochschulen ausgebildet werden, empfiehlt der Wissenschaftsrat. Die Bundes­ärzte­kammer sieht das kritisch.

Pflege studieren? Das geht? Das ist meist die erste Reaktion, wenn Christina Decken (24) im Bekanntenkreis von ihrem Studium erzählt. Nach dem Abitur war ihr diese Möglichkeit allerdings selbst noch nicht bekannt, gibt sie zu. So absolvierte sie zunächst eine Ausbildung als Rettungsassistentin, überlegte dann, eine Pflegeausbildung zu machen – mit dem Ziel der Intensiv- und Anästhesiepflege. Dann hörte sie von dem Studienangebot der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum. „Das klang einfach toll. Ich wollte gerne studieren“, sagt sie.

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Heute trägt Decken ein T-Shirt mit dem Logo der hsg. Sie ist extra aus Stuttgart ins Ruhrgebiet gezogen, weil sie das Konzept der Fachhochschule überzeugt hat. Sie erwirbt in acht Semestern eine Doppelqualifikation: einen Bachelorabschluss und zugleich die staatliche Berufsqualifikation für Krankenpflege. Ferien in der vorlesungsfreien Zeit hat sie nicht. „Dann sind wir in der Praxis“, berichtet sie. Studium und Ausbildung parallel: Das ist zeitaufwendig.

Bis zu 20 Prozent sollen an die Hochschulen

Das kann Anna Fehrenbach (22) bestätigen. Sie studiert Physiotherapie an der hsg. Nach dem Abitur war sie ein halbes Jahr im Ausland. Dort erfuhr sie: In den Niederlanden zum Beispiel ist es ganz selbstverständlich, dass Physiotherapeuten studieren. Da war für sie klar: Das wollte sie auch. „Ich möchte mir die Möglichkeit offenhalten, auch einmal in einem anderen Land zu arbeiten“, erläutert sie. Auch sie ist für ihr Studium aus Baden-Württemberg nach Bochum gezogen.

Wird eine der ersten Absolventen sein: Christina Decken studiert in Bochum Pflege und erwirbt einen Bachelorabschluss. Fotos: Lajos Jardai
Wird eine der ersten Absolventen sein: Christina Decken studiert in Bochum Pflege und erwirbt einen Bachelorabschluss. Fotos: Lajos Jardai

Neben den Fächern Physiotherapie und Pflege bietet die Bochumer Fachhochschule die Studiengänge Logopädie, Hebammenkunde und Ergotherapie an. Es handelt sich wohlgemerkt nicht um Aufbaustudiengänge, sondern um grundständige Studiengänge ohne vorherige Ausbildung. Möglich ist dies derzeit nur im Rahmen einer Modellklausel. 500 Studierende hat die hsg aktuell.

Geht es nach dem Wissenschaftsrat (WR), dann soll es künftig noch viel mehr Studierende wie Christina Decken und Anna Fehrenbach geben. So steht es in dessen „Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen“ vom Juli 2012 (Kasten). Demnach sollen die Gesundheitsfachberufe künftig verstärkt an Hochschulen ausgebildet werden. Der WR schlägt einen Anteil von zehn bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs vor.

Prof. Dr. med. Hans-Jochen Heinze ist Direktor der Klinik für Neurologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Im Wissenschaftsrat leitet er den Ausschuss Medizin, der sich seit 2010 mit der Akademisierung der Gesundheitsfachberufe befasst. Das Thema hatte sich der WR selbst gesetzt. Zu Beginn sei er durchaus skeptisch gewesen, inwieweit das sinnvoll sei, sagt Heinze im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt. Aber im Laufe der Beratungen sei auch er zu der Überzeugung gelangt, dass für eine gute medizinische Versorgung künftig die Hochschulausbildung eines bestimmten Anteils der Gesundheitsfachkräfte unabdingbar sei.

Kritik von Ärzteverbänden und Fachgesellschaften

„Wir haben es uns mit dem Thema nicht leichtgemacht. Wir haben mehrere mehrtägige Anhörungen durchgeführt, in denen die relevanten Stakeholder aus dem Gesundheits- und Wissenschaftsbereich angehört wurden“, betont der Magdeburger Neurowissenschaftler. Dabei sei deutlich geworden, dass infolge der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts die Anzahl der multimorbiden Kranken enorm zunehmen werde – parallel dazu würden die Ansprüche an Diagnostik und Therapie steigen. „Wir glauben, dass diese komplexen Aufgaben im Idealfall durch ein multidisziplinäres Team geleistet werden. Zumindest ein Teil in diesem Team sollte die Kriterien des reflective practitioners, also desjenigen, der auch evidenzbasiert nachdenken kann über das, was er tut, erfüllen“, meint Heinze. Hierfür schaffe die primärqualifizierende akademische Ausbildung die besten Voraussetzungen.

Mit den Empfehlungen werde aber nicht angestrebt, die Pflege vom Bett wegzuqualifizieren. Das ist dem Neurologen wichtig. „Es geht uns vielmehr um die Qualifikation am Bett. Da ist noch eine Menge Potenzial vorhanden, das bei uns einfach nicht ausgeschöpft wird.“ Gleichzeitig betont Heinze, dass eine ausschließliche akademische Ausbildung nicht das Ziel sei. „Wir brauchen weiterhin den Großteil der Pflegekräfte, die das duale System durchlaufen und die für ihre Aufgaben hervorragend ausgebildet sind.“ Die Resonanz vieler Ländervertreter auf die Empfehlungen des WR sei positiv. Deshalb glaubt Heinze, dass diese bald in politisches Handeln übergehen werden.

Auf entschiedene Ablehnung stießen die Empfehlungen des WR bei den in der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin (AG Med) im Deutschen Hochschulverband vertretenen Organisationen – darunter die Bundes­ärzte­kammer (BÄK), der Marburger Bund, die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und der Medizinische Fakultätentag. Es sei, so heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme, „sachlich nicht begründbar, warum ein weltweit anerkanntes und funktionierendes dreijähriges duales Ausbildungssystem durch ein dreijähriges akademisches Studium ersetzt werden soll“. Aufbauend auf den klassischen Ausbildungsgängen sollen vermehrt akademische Zusatzqualifikationen ermöglicht werden, fordert die AG Med. Kritisiert wird zudem, dass der vorgeschlagenen 20-prozentigen Akademisierung der Gesundheitsfachberufe kein Finanzierungskonzept unterlegt sei. Mit Einsparungen im ärztlichen Dienst sei dies nicht zu machen, warnt die Arbeitsgemeinschaft. Die Absolventen eines primär qualifizierenden Bachelorstudiengangs würden aber zu Recht ein signifikant höheres Vergütungsniveau als die Absolventen dualer Ausbildungsgänge erwarten.

„Es ist gelungen, einen Prozess in Gang zu setzen, der nicht mehr umkehrbar ist.“ Anne Friedrich, Präsidentin der Hochschule für Gesundheit in Bochum
„Es ist gelungen, einen Prozess in Gang zu setzen, der nicht mehr umkehrbar ist.“ Anne Friedrich, Präsidentin der Hochschule für Gesundheit in Bochum

Wie die AG Med sieht auch der Vizepräsident der BÄK, Dr. med. Max Kaplan, durchaus die Notwendigkeit einer akademischen Zusatzqualifikation der Gesundheitsfachberufe für Forschung und Lehre oder für Leitungsfunktionen. Eine Akademisierung der Gesundheitsfachberufe mit der Intention, damit Heilkunde unmittelbar, wenn auch in beschränktem Ausmaß, auszuüben, lehnt er jedoch ab. „Jeder Patient hat Anspruch auf eine fachärztliche Behandlung“, stellt Kaplan klar. Die BÄK habe die Aufgabe, darauf hinzuweisen, dass in der Patientenversorgung der Facharztstandard eingehalten werde.

Mit Nachdruck wendet sich Kaplan gegen Vorstellungen, mit akademisch ausgebildetem Pflegepersonal die medizinische Versorgung in ärztlich unterversorgten Regionen gewährleisten zu können. „Das wäre eine Versorgungsstruktur wie in den skandinavischen oder angelsächsischen Ländern, wo wir mehr oder weniger eine Staatsmedizin haben, wo sogenannte advanced nurse practitioners akademisch qualifiziert werden, um die Grundversorgung sicherzustellen. Das ist eine ganz andere Qualität der medizinischen Versorgung als die, die wir heute in Deutschland haben“, sagt der Präsident der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer. Zudem würde eine solche neue Versorgungsebene, mit einer Vielzahl neuer Schnittstellen, nicht gerade zur Vereinfachung des medizinischen Versorgungssystems beitragen. „In einer Zeit, in der man mit Humanressourcen und finanziellen Ressourcen bewusst umgehen sollte, halte ich es für notwendig, dass diejenigen, die jetzt die Gesundheitsversorgung sicherstellen, einfach intensiver zusammenrücken, und keine neuen Ebenen geschaffen werden.“

Anstatt eine neue Versorgungsebene zu schaffen, müsse alles daran gesetzt werden, dass künftig die Medizinstudierenden und die jungen Ärztinnen und Ärzte dem System erhalten blieben, meint Kaplan. „Uns gehen immer noch viel zu viele junge Ärztinnen und Ärzte auf ihrem Berufsweg verloren.“ Um dem drohenden Ärztemangel zu begegnen, müssten zudem mehr Studienplätze zur Verfügung gestellt werden, fordert Kaplan.

„Jeder Patient hat Anspruch auf eine fachärztliche Behandlung.“ Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer. Foto: blaek
„Jeder Patient hat Anspruch auf eine fachärztliche Behandlung.“ Max Kaplan, Vizepräsident der Bundes­ärzte­kammer. Foto: blaek

Prof. Dr. jur. Anne Friedrichs, Präsidentin der hsg in Bochum, weiß, dass nicht jeder von der Idee der Akademisierung der Gesundheitsfachberufe begeistert ist. Nach ihrer Einschätzung ist dieser Prozess aber nicht mehr umkehrbar. „Über den Punkt, dass wir ernsthaft diskutieren, ob wir Akademisierung in diesen Bereichen überhaupt brauchen, sind wir hinweg“, sagt sie im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt.

Tätigkeitsspektrum der Absolventen noch unklar

Friedrichs, die als Mitglied des Wissenschaftsrats an der Erarbeitung der WR-Empfehlungen beteiligt war, nimmt die Befürchtungen ernst, die in den ablehnenden Statements zum Ausdruck kommen. Es sei nicht damit getan, den bestehenden Berufsgruppen einfach etwas Neues hinzuzufügen und die Beteiligten dann mit ihren Sorgen alleine zu lassen. Mit im Vordergrund stehe für sie die Frage: „Wie kann erreicht werden, dass das, was die hsg-Absolventen an neuen Kompetenzen mitbringen, in den bestehenden Strukturen der Gesundheitseinrichtungen abgefragt und genutzt wird?“ Auch für Friedrichs ist noch vieles ungeklärt, was das künftige Tätigkeitsspektrum studierter Pflegekräfte anbelangt. So müsse man sich etwa damit befassen, wie die Verantwortung im medizinischen Versorgungsprozess, die derzeit in Deutschland ganz eindeutig bei den Ärzten angesiedelt sei, künftig verteilt sein wird. Friedrichs geht davon aus, dass akademisch Ausgebildete mit dem Anspruch auftreten werden, mehr Geld zu verdienen. Aber: „Wir wissen alle, dass das Gesundheitssystem in seiner Finanzierbarkeit nicht unendlich ist, und auch da gibt es heute noch keine abschließenden Antworten.“

Als ganz entscheidend für den Erfolg der Modellstudiengänge bezeichnet Friedrich die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis. „Wir versuchen, unsere Studierenden mit bei uns entwickelten akademischen Fragen in die Praxis zu schicken und sie dazu anzuleiten, aus der Praxis heraus Fragen zu formulieren, die dann wieder in der Hochschule beantwortet werden. Wir wollen nicht, dass unsere Studierenden an der hsg etwas lernen und dann in der Praxis feststellen, dass dort alles anders ist.“ Die Akademisierung sei aber nicht damit beendet, dass man Bachelorstudiengänge einrichte, betont Friedrich. „Akademisierung bedeutet die Entwicklung dieser schulischen Fächer zu wissenschaftlichen Disziplinen mit allem, was dazugehört, mit der gesamten akademischen Laufbahn, aber vor allem auch mit der Implementierung genuiner Forschung.“

Für die Pflegekräfte eröffnen sich dadurch neue Perspektiven. „Man kann sich nach dem Bachelor immer noch entscheiden, ob man in der Berufspraxis tätig sein möchte oder tatsächlich einer akademischen Laufbahn folgen und weiter studieren will“, sagt Prof. Sandra Bachmann, Dozentin im Studiengang Pflege an der hsg. Diese Möglichkeit habe man in der Pflege früher nur beschränkt gehabt, da die Ausbildung an erster Stelle gestanden habe. „Es war immer ein sehr langer Berufsweg, bevor man in der Lehre und Forschung ankam“, sagt Bachmann.

Geplant ist in Bochum auch das Angebot von Masterabschlüssen im Anschluss an den Bachelor. „Wir sind hier noch nicht so weit“, räumt hsg-Dozent Prof. Dr. Karl Reif ein. Andernorts könne man auf bereits existierende Strukturen aufbauen. So gebe es zum Beispiel in Bremen bereits seit längerem einen Bachelor- und Masterstudiengang im Anschluss an die Pflegeausbildung. „Die Absolventen dort werden eingesetzt in Arbeitsbereichen, die mit Evidenzbasierung zu tun haben – etwa mit der Überarbeitung von Pflegestandards auf den Stationen“, berichtet Reif.

Eine Akademisierung der Pflege fordert der Deutsche Pflegerat (DPR) schon seit langem. „Wir brauchen einen Qualifizierungsschub in der Pflege“, fordert DPR-Vizepräsident Franz Wagner. Die Anforderungen an die Arbeit von Pflegekräften seien in den vergangenen Jahren gestiegen. Diese Entwicklung wird sich aus seiner Sicht weiter fortsetzen: „Wir werden künftig noch viel stärker evidenzbasiert arbeiten als heute.“ Die Forderung des Wissenschaftsrats, bis zu 20 Prozent der in der Pflege Tätigen sollten einen Hochschulabschluss haben, geht für Wagner in die richtige Richtung. „Perspektivisch wünschen wir uns mehr, aber wir sehen das zunächst einmal pragmatisch“, sagt er. Mit den derzeitigen Kapazitäten sei ohnehin mittelfristig kein höherer Anteil möglich. Wagner zufolge bieten derzeit 37 Standorte in Deutschland eine akademische Erstausbildung für Pflegekräfte an. Die Studiengänge sind im Rahmen einer Modellklausel möglich. Es handelt sich in der Regel um Bachelorabschlüsse an Fachhochschulen. Parallel erwerben die Studierenden einen staatlichen Berufsabschluss als Pflegekräfte.

Pflegekräfte hoffen auf ein besseres Image ihres Berufs

Ausdrücklich begrüßt Wagner auch die Möglichkeit in einigen Bundesländern, dass Pflegekräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung erhalten. „Nicht jeder, der in der Pflege arbeitet, soll studieren. Aber die jetzige Ausbildung muss durchlässiger werden“, sagt der DPR-Vizepräsident. Die Gefahr einer Spaltung der Berufsgruppe in Pflegekräfte erster und zweiter Klasse – wie sie Vertreter der Gewerkschaft Verdi befürchten – sieht er nicht. Vielmehr erhofft er sich durch die Möglichkeit eines Hochschulabschlusses eine Aufwertung des Berufs sowie bessere Verdienstmöglichkeiten. Dazu werde auch der Mangel an Fachkräften beitragen. „Qualifizierte Pflege wird man künftig unabhängig vom Bildungslevel besser bezahlen müssen“, prognostiziert Wagner.

„Kannst du mehr? Darfst du mehr als wir? Bist du jetzt was Besseres? Bekommst du mehr Geld?“ – das sind die Fragen, die andere Pflegekräfte der Studentin Christina Decken stellen, wenn sie im Praxiseinsatz ist. Da gebe es noch ganz viele Unsicherheiten. „Ich sage jetzt einfach immer: Ich bin wie ein Unterkursschüler“, berichtet Decken. Denn sie weiß: Im Berufsleben geht es nicht nur um den Abschluss, sondern auch um Berufserfahrung. Und die hat sie noch nicht. Aber der wissenschaftliche Anspruch ist ihr ebenso wichtig wie die Arbeit am Patienten. „Im Gesundheitswesen ist gerade viel im Umbruch“, sagt Decken. Sie ist davon überzeugt, dass sie dort ihren Platz finden wird.

Thomas Gerst, Dr. med. Birgit Hibbeler

Das sagt der Wissenschaftsrat

Gesundheitsfachberufe sollen künftig vermehrt an Hochschulen ausgebildet werden. Das schlägt der Wissenschaftsrat (WR) in seinen „Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen“ vor. Der WR geht von zehn bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs aus, der in primärqualifizierenden Studiengängen einen Bachelor erwerben soll. Dieser Abschluss soll zur unmittelbaren Arbeit am Patienten befähigen. Zudem müssten die notwendigen Kapazitäten für eine akademische Weiterqualifizierung über den Bachelor hinaus geschaffen werden. Der Vorschlag bezieht sich auf Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Hebammen.

Die Akademisierung ist nach Meinung des Wissenschaftsrats erforderlich, weil die Gesundheitsberufe künftig komplexere Tätigkeiten ausüben werden als heute und auch in einem gewissen Umfang bisher von Ärzten wahrgenommene Aufgaben übernehmen sollen. Dafür müssten die Gesundheitsberufe befähigt werden, ihr Handeln anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse zu reflektieren und die zur Verfügung stehenden Versorgungsmöglichkeiten kritisch auf ihre Evidenzbasierung zu prüfen. Die übliche Ausbildung an berufsbildenden Schulen reiche dafür nicht aus.

Im Interesse einer interprofessionellen Ausbildung hält der WR es für sinnvoll, an Universitäten geschaffene Studiengänge unter dem Dach eines Departments für Gesundheitswissenschaften einzurichten, das der medizinischen Fakultät angegliedert ist. Studiengänge an Fachhochschulen sollen mit den medizinischen Fakultäten eng kooperieren.

@Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats: www.aerzteblatt.de/122458

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