ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2012Diabetespatienten: Eher Bypass als Stent

MEDIZINREPORT

Diabetespatienten: Eher Bypass als Stent

Dtsch Arztebl 2012; 109(49): A-2466 / B-2019 / C-1975

Zylka-Menhorn, Vera

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Studie belegt Vorteil bei Mehrgefäßerkrankung der Koronararterien

Diabetespatienten mit mehrfach verengten Koronararterien sollten sich eher einer Bypass-Operation unterziehen als einen Stent legen lassen. Denn nach den Ergebnissen einer internationalen Studie (4. 11. 2012; doi: 10.1056/ NEJMoa1211585) sind die Überlebenschancen für Diabetiker nach einer Bypass-OP deutlich besser als mit einer Gefäßstütze. An der FREEDOM*-Studie nahmen insgesamt 1 900 Diabetespatienten (Durchschnittsalter: 63,1 Jahre) aus 140 Behandlungszentren teil. 29 Prozent waren weiblich, 83 Prozent litten an einer Dreigefäßerkrankung. Primärer Endpunkt war der Composite aus Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Er wurde in der Fünfjahresanalyse von 26,6 Prozent der Stent-Patienten, aber nur von 18,7 Prozent der Bypass-Patienten erreicht. Der Vorteil der Bypass-Operation war vor allem auf Unterschiede in der Rate der Herzinfarkte (sechs versus 13,9 Prozent) und der Todesfälle (10,9 versus 16,3 Prozent) zurückzuführen. Einen statistischen Vorteil bietet die Gefäßstütze lediglich im Hinblick auf das Risiko für einen späteren Schlaganfall (2,4 versus 5,2 Prozent).

„Herzkranke Diabetespatienten sollten dies bereits vor einer geplanten Katheteruntersuchung erfahren, damit sie eine informierte Entscheidung für Bypass oder Stent treffen können“, betont Prof. Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, Tübingen. In Anbetracht der Studienergebnisse müsse man wohl davon ausgehen, dass viele herzkranke Diabetiker derzeit nicht richtig behandelt würden. zyl

*FREEDOM = Future Revascularization Evaluation in Patients with Diabetes mellitus: Optimal Management of Multivessel Disease

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema