ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2012Krankenhaushygiene: Bremer Keimskandal bleibt unaufgeklärt

AKTUELL

Krankenhaushygiene: Bremer Keimskandal bleibt unaufgeklärt

Dtsch Arztebl 2012; 109(50): A-2492 / B-2044 / C-2000

Hibbeler, Birgit

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Ursache des Keimausbruchs auf einer Frühchen-Station im Klinikum Bremen-Mitte bleibt unklar. Die genauen Hintergründe zu benennen, sei nicht möglich gewesen, heißt es in einem Anfang Dezember vorgelegten Abschlussbericht eines Untersuchungsausschusses der Bremischen Bürgerschaft.

Die Frühchen-Station im Klinikum Bremen-Mitte ist nach wie vor geschlossen. Foto: dapd
Die Frühchen-Station im Klinikum Bremen-Mitte ist nach wie vor geschlossen. Foto: dapd

Das Gutachten beschreibt schwere Versäumnisse auf allen Ebenen. So habe es Mängel bei der Hygiene und der Reinigung gegeben. Auch die Dokumentation sei mangelhaft gewesen, das Gesundheitsamt zu spät informiert worden. Die Behörden wiederum hätten die Einhaltung von Hygienestandards nicht ausreichend überprüft. Kritik gab es auch an der Personalsituation. Die Besetzung auf der Intensivstation für Neugeborene sei problematisch gewesen. Darüber hinaus habe es an qualifiziertem Hygienepersonal gefehlt.

Anzeige

Im November 2011 war bekannt geworden, dass in der neonatologischen Abteilung drei mit multiresistenten Klebsiellen infizierte Frühchen gestorben waren. Der daraufhin entlassene Chefarzt Prof. Dr. med. Hans-Iko Huppertz legte arbeitsrechtliche Schritte ein und ist mittlerweile in seine alte Position zurückgekehrt. Gegen ihn ermittelt jedoch weiterhin die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Im Zuge des Skandals gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung des Klinikverbunds Gesundheit Nord, zu dem das Klinikum Bremen-Mitte gehört. Zurückgetreten ist Ende November auch Bremens Bildungs- und Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD), allerdings wegen eines Streits um den Bildungshaushalt. BH

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema