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Wir stimmen überein, dass die Echokardiographie, das EEG und die Liquordiagnostik nicht unabdingbar zur „Basisdiagnostik“ gehören. Unsere Ausführungen zur Basisdiagnostik waren relativ weit gefasst, wie sie in großen Kliniken durchgeführt werden.

Die Echokardiographie ermöglicht, eine beginnende Herzinsuffizienz oder infektiöse Krankheiten des Herzens frühzeitig zu erfassen. Die Herzinsuffizienz bei Älteren ist klinisch im Anfangsstadium oft nur schwer zu erfassen und kann bei akuten Krankheitszuständen – wie auch beim Delir – rasch dekompensieren. Bekanntermaßen können neurologische und psychiatrische Komplikationen, einschließlich der Pschyose und des Delir, in bis zu 20–30 % der Patienten mit infektiösen Endokarditiden auftreten (1). In 10–20 % der Fälle von Endokarditis zeigt sich keine positive Blutkultur (2). Insbesondere bei Patienten mit Niereninsuffizienz, veränderter Immunabwehr und vorausgehender Antibiotikatherapie ist die Echokardiographie eine sehr nützliche diagnostische Untersuchung, um nach einer infektiösen Endokarditis zu fahnden (3).

Das EEG ist diagnostisch unentbehrlich, wenn es gilt einen nicht-konvulsiven Status epilepticus von Verwirrtheitszuständen anderer Genese zu differenzieren.

Bezüglich der Therapie mit lang wirksamen Benzodiazepinen stimmen wir Herrn Dr. Wolter zu. Unsere Erfahrungen mit lang wirksamen Benzodiazepinen beziehen sich auf Midazolam, mit dessen Anwendung wir insbesondere auch bei Delirzuständen in der palliativen Phase gute Erfahrungen machen konnten. Auf jeden Fall sollte die Indikation streng gestellt werden, die Dosis und die Applikationsform (zum Beispiel kontinuierlich über 24 h s.c.) sorgfältig gewählt werden. Wichtig ist der Hinweis, dass Benzodiazepine sogar zu einer weiteren Eskalation des deliranten Zustandes führen können. Dies trifft insbesondere auf lang wirksame Benzodiazepine bei älteren Patienten zu. Ebenfalls als sehr wichtig erachten wir den Hinweis über die lange Dauer deliranter Zustände, die aufgrund ihrer Fluktuation nicht korrekt eingeordnet werden können und zu frühzeitigen Krankenhausentlassungen führen.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0009

Prof. Dr. Dipl. Pall. Med. (Univ. Cardiff) Stefan Lorenzl

Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin

Klinikum Großhadern

Stefan.Lorenzl@med.uni-muenchen.de

Interessenkonflikt

Alle Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Bademosi O, Falase AO, Jaiyesimi F, Bademosi A: Neuropsychaitric manifestations of infective endocarditis: a study of 95 patients. Neurol Neurosurg Psychiatry 1976; 39: 325–9. CrossRef MEDLINE
2.
Werner M, Anderson R, Olaison L, Hokevik L: Clinical study of culture-negative endocarditis. Medicine (Baltimore) 2003; 82: 263–73. CrossRef MEDLINE
3.
Horstkotte D, Piper C: New aspects of infective endocarditis. Minerva Cardioangiol (Review) 2004; 52: 273–86. MEDLINE
4.
Lorenzl S, Füsgen I, Noachtar S: Acute confusional states in the elderly—diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(21): 391–400. VOLLTEXT
1.Bademosi O, Falase AO, Jaiyesimi F, Bademosi A: Neuropsychaitric manifestations of infective endocarditis: a study of 95 patients. Neurol Neurosurg Psychiatry 1976; 39: 325–9. CrossRef MEDLINE
2.Werner M, Anderson R, Olaison L, Hokevik L: Clinical study of culture-negative endocarditis. Medicine (Baltimore) 2003; 82: 263–73. CrossRef MEDLINE
3.Horstkotte D, Piper C: New aspects of infective endocarditis. Minerva Cardioangiol (Review) 2004; 52: 273–86. MEDLINE
4.Lorenzl S, Füsgen I, Noachtar S: Acute confusional states in the elderly—diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(21): 391–400. VOLLTEXT

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