ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2013Burn-out: Enorme Steigerung bei Krankschreibungen

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Burn-out: Enorme Steigerung bei Krankschreibungen

PP 12, Ausgabe Januar 2013, Seite 4

Hillienhof, Arne

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Von Burn-out betroffen sind häufig sehr ambitionierte, perfektionistische Mitarbeiter. Foto: Fotolia/Gernot Krautberger
Von Burn-out betroffen sind häufig sehr ambitionierte, perfektionistische Mitarbeiter. Foto: Fotolia/Gernot Krautberger

Neue Zahlen zu den Krankmeldungen in Deutschland hat heute der Bundes­verband der Betriebs­kranken­kassen (BKK) vorgelegt. Laut der Interpretation des Kassenverbandes haben Arbeits­unfähigkeits­meldungen aufgrund von Burn-out in den vergangenen sieben Jahren um den Faktor 19 zugenommen. In der ICD-10 wird dieser Zustand aber lediglich als Einflussfaktor erfasst, das Syndrom selbst wird nicht als eigenständige Krankheit behandelt. Die Daten beziehen sich daher auf den IDC-Schlüssel Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“.

Fehltage wegen psychischer Leiden sind in den ersten drei Quartalen 2012 laut den BKK-Daten um zehn Prozent gestiegen. „Keine andere Krankheitsart weist solche dynamischen Steigerungsraten auf“, hieß es aus dem Kassenverband. Die monatsdurchschnittlichen Krankenstandwerte lagen von Januar bis Oktober 2012 bei 4,2 Prozent. Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen bei den beschäftigten Pflichtmitgliedern mit 26 Prozent die meisten Krankentage, gefolgt von Atemwegserkrankungen (14 Prozent). Zum ersten Mal stehen die psychischen Erkrankungen mit 13 Prozent aller Krankentage an dritter Stelle der Statistik.

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Kürzere Krankschreibungen bis zu einer Woche machen zwei Drittel der Fälle aus, verursachen aber nur 17 Prozent der krankheitsbedingten Fehltage. Krankmeldungen über sechs Wochen sind dagegen für fast die Hälfte der Krankheitstage verantwortlich (47 Prozent), obwohl ihr Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen nur etwa vier Prozent beträgt. hil

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