ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2013NS-„Euthanasie“: Ort des Gedenkens in Berlin

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NS-„Euthanasie“: Ort des Gedenkens in Berlin

PP 12, Ausgabe Januar 2013, Seite 5

Jachertz, Norbert

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Der Wettbewerb um die Gestaltung eines „Gedenk- und Informationsorts“ für die Opfer der NS-„Euthanasie“ in Berlin ist dem Berliner Senat zufolge abgeschlossen. Den ersten Preis erhielt ein von der Architektin Ursula Wilms zusammen mit dem Fotografen Nikolaus Koliusis und dem Landschaftsarchitekten Heinz W. Hallmann vorgelegter Entwurf (Abbildung). Das Projekt, das der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien mit 500 000 Euro finanziert, soll bereits 2013 fertiggestellt werden.

Aus dunklem Grund zum Himmel: Eine blaue Glaswand soll Betrachter und Opfer verbinden. Abbildung: AG Ursula Wilms, Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann
Aus dunklem Grund zum Himmel: Eine blaue Glaswand soll Betrachter und Opfer verbinden. Abbildung: AG Ursula Wilms, Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann

Die Erinnerungsstätte entsteht am historischen Ort, der Tiergartenstraße 4. Von hier aus planten und steuerten Ärzte und Bürokraten ab 1940 die sogenannte Aktion T4. Ihr fielen etwa 70 000 Kranke und Behinderte zum Opfer; sie wurden in Gaskammern getötet. Weitere 300 000 Patienten kamen durch tödliche Medikamente oder die Kombination von Medikamenten und Aushungern um, in den besetzten Ostgebieten auch durch Erschießen oder Auspuffgase.

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Das Architektenkonzept sieht vor, auf einem dunklen Betonboden eine blaue Glaswand zu platzieren. Diese stehe sinnbildlich für die Verbindung des Betrachters zu den durch die NS-„Euthanasie“ zwar physisch getöteten, aber durch das Erinnern weiterlebenden Menschen, heißt es zu dem Entwurf. NJ

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