ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2013Randnotiz: Gemeinsames Engagement

AKTUELL

Randnotiz: Gemeinsames Engagement

PP 12, Ausgabe Januar 2013, Seite 5

Jachertz, Norbert

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Zur „Euthanasie“ in der NS-Zeit und deren Vorgeschichte sowie zur Aufarbeitung von 1945 bis heute richtet die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) eine Ausstellung aus. Mit der Ausgestaltung hat sie Petra Lutz beauftragt, eine Historikerin. Geplant ist eine Wanderausstellung, die am 27. Januar 2014, dem Tag des Gedenkens an die NS-Opfer, im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages startet und danach in der Topographie des Terrors in Berlin gezeigt wird.

Mit der NS-Zeit beschäftigt sich die DGPPN seit Jahren, so in ihrem Referat „Geschichte der Psychiatrie“ und speziell in einem ehrgeizigen Forschungsprojekt. Hier geht es auch um die Vorgeschichte der DGPPN selbst, wobei mit lieb gewonnenen Lebenslügen aufgeräumt wird.

Die Thematik der Ausstellung zur „Euthanasie“ und deren ideologischen Hintergründen betrifft unmittelbar die Psychiatrie und Neurologie, aber auch weitere ärztliche Fachgebiete wie Pädiatrie, Gynäkologie, Chirurgie oder Urologie. Deren Fachgesellschaften haben je für sich auch schon Beachtliches geleistet, um Licht ins Dunkel ihrer Fächer zu bringen. Betroffen ist schließlich die Ärzteschaft insgesamt.

Anzeige

Denn die Ideologie, Unheilbare „auszumerzen“ und die Bereitschaft ihr zu folgen, verletzt das ärztliche Berufsverständnis in seinem Kern. Insofern erweisen die Psychiater mit ihrem bewundernswerten Engagement der gesamten Ärzteschaft einen Dienst. Wie wäre es aber, wenn sich alle zusammentun würden, um aus dem Ausstellungsprojekt eine große Sache werden zu lassen? Den Gedenkort T4 übernimmt ja schon der Staat.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #103574
mkohlhaas
am Donnerstag, 10. Januar 2013, 15:55

Nur Show

Das wird doch nur getan um von den heutigen menschenverachtenden Praktiken der Psychiatrie abzulenken.
Es werden auch heute noch in der Psychiatrie Menschen mit Neuroleptika gefoltert und ans Bett angebunden.
Siehe:
http://psychiatrienogo.wordpress.com/2012/11/03/01/
http://psychiatrienogo.wordpress.com/2012/08/29/712/
http://www.youtube.com/watch?v=dzbtXUUTydE

oder ihr Tod billigend in Kauf genommen
Siehe:
http://www.arznei-telegramm.de/html/2009_02/0902022_02.html

oder verbrennen, weil man sie in ans Bett anbindet und alleine lässt
http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern-lby/grausam-patient-stirbt-feuer-bezirksklinikum-fixiert-2377739.html

http://www.abendblatt.de/vermischtes/article2175203/Patient-stirbt-bei-Zimmerbrand-in-Psychiatrie.html

Johannes Georg Bischoff


Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema