ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2013Familienhilfe: Psychotherapeutische Interventionen

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Familienhilfe: Psychotherapeutische Interventionen

PP 12, Ausgabe Januar 2013, Seite 19

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Psychosozial hochbelastete Familien, in denen Kinder misshandelt oder vernachlässigt werden, müssen damit rechnen, dass das Jugendamt eingreift und ihnen die Kinder wegnimmt. Für die Familien, vor allem für die Kinder, kann diese Erfahrung traumatisierend sein. Bisher gab es allerdings kaum psychotherapeutische Ansätze, um die Gefahr der Trennung von Eltern und Kindern abzuwenden. Die Autoren aus Rumänien haben daher zwei therapeutische Interventionen entwickelt, die im Rahmen der Familienhilfe angewendet werden können und dazu beitragen, dass die Gefahr der Wegnahme und Fremdunterbringung der Kinder verringert wird. Sie gewannen 76 Familien für eine kognitiv-behaviorale und 50 Familien für eine systemische Therapie, die von Psychologen, Sozialpädagogen und Betreuern auf die einzelnen Familien individuell abgestimmt und direkt in den Familien durchgeführt wurde. In beiden Therapien ging es vorrangig darum, den Familien bei praktischen Problemen im Alltag zu helfen, die Interaktion der Familienmitglieder zu analysieren, dysfunktionale Einstellungen und Verhaltensweisen der Eltern gegenüber den Kindern festzustellen und zu beenden sowie funktionale, förderliche Beziehungsstrukturen und Verhaltensmuster aufzubauen. Im Anschluss an die Therapien stellte sich heraus, dass beide gleichermaßen signifikant dazu beigetragen hatten, die Gefahr der Trennung von Eltern und Kindern zu verringern und das familiäre Klima zu verbessern. „Darüber hinaus ließen sich dadurch die Kosten für die Fremdunterbringung von betroffenen Kindern deutlich verringern“, sagen die Autoren. Für sie sind psychotherapeutische Interventionen für psychosozial hochbelastete Familien ein Ansatz, der in der Familienhilfe weiter verfolgt werden sollte. ms

Tiba A, Furak-Pop C: A naturalistic study of effectiveness and cost-benefit analysis of a cognitive behavioral program for reducing the risk of child separation from family. Journal of Cognitive and Behavioral Psychotherapies 2012; 12(1): 15–22.

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