ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2013Kennzeichnungspflicht für Allergene
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Beim Auftreten von allergischen Reaktionen oder Unverträglichkeitsreaktionen nach dem Genuss von Wein muss auch daran gedacht werden, dass ein Zusammenhang mit verwendeten önologischen Behandlungsmitteln besteht. Mögliche Stoffe mit höherem allergenen Potenzial wie Sulfite oder Schwefeldioxid wurden im Artikel bereits genannt. Diese Stoffe sind bei Mengen ab 10 Milligramm pro Kilogramm oder Liter bekanntermaßen in Lebensmitteln wie auch in Wein kennzeichnungspflichtig.

Weniger bekannt ist die Verwendung von anderen önologischen Behandlungsmitteln wie Lysozym oder Albumin aus Hühnerei oder Kasein aus Kuhmilch. Das Vorhandensein derartiger Stoffe im Wein kann bei Patienten mit bestehender Allergie gegenüber Kuhmilch- oder Hühnereiprotein zu entsprechenden unerwünschten Reaktionen führen. Mit Durchführungsverordnung (EU) Nr. 579/2012 vom 29. Juni 2012 müssen diese Stoffe bei Wein – wie schon bisher bei anderen Lebensmitteln auch – nun ebenfalls gekennzeichnet werden, wenn sie denn im Enderzeugnis vorhanden sind.

Für betroffene Patienten ist dies hilfreich, allerdings muss künftig die Allergenkennzeichnung auf dem Etikett der Weinflasche noch genauer gelesen werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0039c

Dr. med. Klaus Richter

Bundesinstitut für Risikobewertung

Fachgruppe Ernährungsrisiken, Allergien und Neuartige Lebensmittel

Abteilung Lebensmittelsicherheit, Berlin

Klaus.Richter@bfr.bund.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Wigand P, Blettner M, Saloga J, Decker H: Prevalence of wine intolerance: results of a survey from Mainz, Germany. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(25): 437–44. VOLLTEXT
1. Wigand P, Blettner M, Saloga J, Decker H: Prevalence of wine intolerance: results of a survey from Mainz, Germany. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(25): 437–44. VOLLTEXT

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