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Die Autoren bedanken sich für das große Interesse an der Studie und speziell für die vorangehend abgedruckten Ergänzungen von Herrn Dr. Richter vom Bundesinstitut für Risikobewertung und Herrn Dr. Hofmeister von der Verbraucherzentrale Bayern, denen wir voll und ganz zustimmen. Bezüglich der Zuschrift von Herrn Dr. Klehr müssen wir konstatieren, dass uns keine eigenen oder fremde Daten vorliegen, die eine Sonderstellung von Merlot-Weinen belegen.

Echte allergische und/oder anderweitige Intoleranzreaktionen können im Prinzip durch alle Weinbestandteile ausgelöst werden, allerdings mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit. Dabei muss auch, wie Herr Dr. Hofmeister und Herr Dr. Richter in ihren Beiträgen ausführen, an Schönungsmittel gedacht werden, insbesondere an einige Proteine (Lysozym und Albumin aus Hühnereiweiß, Kasein aus Kuhmilch etc.) mit ihrem bekannten allergischen Potenzial. Diese haben in der modernen Weinherstellung wenigstens in Rheinhessen kaum mehr eine Bedeutung, müssen aber seit 2012 auf dem Flaschenetikett vermerkt werden, wenn sie im Wein nachweisbar sind. Eine andere Klasse von Faktoren, die Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können, sind Phenole und phenolische Flavonoide. Unverträglichkeitsreaktionen werden immer wieder auch für Rotweine berichtet, deren Ursachen nicht leicht zu erkennen sind, insbesondere wenn andere Rebsorten beigemischt wurden. Ob allerdings gerade Merlot hierzu in bedeutender Weise beiträgt, wie Herr Dr. Klehr bemerkt, kann man wohl nicht so allgemein sagen. In der Regel scheinen diese jedoch personenspezifische Reaktionen zu sein, die man nur vermeiden kann, wenn man auf Wein und Alkohol verzichtet oder auf einen bekömmlicheren Wein wechselt.

Natürlich ist auch an das Zwischenprodukt beim Abbau von Alkohol – Acetaldehyd – zu denken, das zu Unverträglichkeitsreaktionen führen kann.

Auch wenn Sulfit schon im Altertum bei der Weinherstellung eingesetzt wurde, um den Wein gegenüber Oxidation und Mikroorganismen zu schützen, muss man selbstverständlich auch die durch Sulfit vermittelten bekannten Unverträglichkeits- und allergische, Reaktion erwähnen. Sulfit muss seit kurzem auch auf der Weinflasche deklariert werden. Die molekularen Grundlagen für die Wechselwirkungen mit den verschiedenen Weininhaltsstoffen werden zurzeit auch von uns untersucht, um die gesundheitlichen Auswirkungen besser verstehen zu lernen.

Herr Dr. Hofmeister weist mit Recht auf die Kopenhagener Studie (1) hin, die im Vergleich zu unserer Studie über eine ähnlich hohe Prävalenz von Symptomen für eine Unverträglichkeit nach Alkohol, insbesondere bei Rotweingenuss, berichtet.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0040

Dr. rer. nat. Petra Wigand

Prof. Dr. rer. nat. Heinz Decker

Institut für Molekulare Biophysik,

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

hdecker@uni-mainz.de

Prof. Dr. rer. nat. Maria Blettner

Institut für Medizinische Biostatistik,

Epidemiologie und Informatik,

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Prof. Dr. med. Joachim Saloga

Hautklinik und Poliklinik,

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Linneberg A, Berg ND, Gonzalez-Quintela A, Vidal C, Elberling J: Prevalence of self-reported hypersensitivity symptoms following intake of alcoholic drinks. Clin Exp Allergy 2008; 38: 145–51. MEDLINE
2.
Wigand P, Blettner M, Saloga J, Decker H: Prevalence of wine intolerance: results of a survey from Mainz, Germany. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(25): 437–44. VOLLTEXT
1. Linneberg A, Berg ND, Gonzalez-Quintela A, Vidal C, Elberling J: Prevalence of self-reported hypersensitivity symptoms following intake of alcoholic drinks. Clin Exp Allergy 2008; 38: 145–51. MEDLINE
2.Wigand P, Blettner M, Saloga J, Decker H: Prevalence of wine intolerance: results of a survey from Mainz, Germany. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(25): 437–44. VOLLTEXT

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