ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2013Urteil: Verantwortung abgewälzt
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Da passiert in einem Bielefelder Krankenhaus, das gerne Teil einer neu zu gründenden medizinischen Fakultät in NRW werden würde, ein folgenschwerer Fehler. Aber nicht das Krankenhaus, beziehungsweise die entsprechende medizinische Abteilung übernimmt die Verantwortung dafür in Form eines Organisationsverschuldens, nein, der PJ-Student, der bereits Blut abnehmen durfte, muss dafür herhalten. Hat das Krankenhaus nicht auch eine Verantwortung gegenüber den Studenten, und wie sieht es mit der Universität Münster aus, die dorthin Medizinstudenten zur praktischen Ausbildung entsendet? Müsste diese diesem Krankenhaus nicht längst die Lehrerlaubnis entzogen haben, wenn dieses seine ihm anvertrauten Studenten ins „offene Messer rennen“ lässt? Was bedeutet das denn für den Patienten, wenn ein Krankenhaus in solchen Fällen einfach die Verantwortung abwälzen kann? Auch die Justiz ist nicht zu verstehen, hier wird einfach der „Schwächste“ im Glied verurteilt. Für alle Beteiligten bleibt zu wünschen, dass dieses Urteil in der nächsten Instanz keinen Bestand haben wird.

Dr. med. Birgit Leibbrand, Salzetalklinik, Klinik der Deutschen Rentenversicherung Westfalen,
32105 Bad Salzuflen

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