ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2013Studierende: Psychopharmaka gegen Stress

BERUF

Studierende: Psychopharmaka gegen Stress

Dtsch Arztebl 2013; 110(3): [99]

EB

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Immer mehr Studierende bekämpfen ihren Studienstress mit Medikamenten. Jedes fünfte Medikament, das ein Hochschüler verschrieben bekommt, ist ein Präparat gegen Erkrankungen des Nervensystems, wie eine Ende November in Hamburg veröffentlichte Auswertung der Techniker-Krankenkasse (TK) zur gesundheitlichen Situation Studierender zwischen 20 und 35 Jahren ergab. Danach erhielt ein Studierender noch 2006 im Schnitt 8,7 Tagesdosen Psychopharmaka und ähnliche Präparate verschrieben. 2010 waren es bereits 13,5 Tagesdosen. Das entspricht einer Steigerung um 55 Prozent. Erwerbstätige in dieser Altersgruppe bekamen 2010 im Schnitt 9,9 Tagesdosen verschrieben und damit „nur“ 39 Prozent mehr als 2006 (7,1 Tagesdosen), so die TK. Vor allem die Verordnungsraten von Antidepressiva stiegen in den letzten vier Jahren um mehr als 40 Prozent.

Foto: dpa
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Bei jedem fünften Studierenden und jungen Erwerbstätigen wurde der Erhebung zufolge mindestens einmal jährlich eine psychische Störung diagnostiziert. Frauen waren mit 30 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer mit 13 Prozent. Mit zunehmendem Alter nehmen die Diagnosen einer psychischen Störung bei Studierenden erheblich stärker zu als bei Berufstätigen.

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Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage unter 1 000 Studierenden in Nordrhein-Westfalen leidet fast jeder deutsche Hochschüler unter Stress. Fast die Hälfte der Befragten fühlt sich sogar häufig oder immer gestresst. Hauptursache sind demnach Prüfungen, Zeitdruck und finanzielle Sorgen. Die Studierenden klagten über Nervosität, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Jeder Zehnte gab an, dass er zur Stressbekämpfung Psychopharmaka nimmt. Die meisten Befragten machten die Studienzeitverkürzung für den Druck verantwortlich. Durch die neuen Studiengänge blieben ihnen weniger Freiräume und weniger Zeit für die Persönlichkeitsentwicklung. EB

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