ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2013Ophthalmologie: Längst nicht für jeden Patienten geeignet
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Hiermit möchten wir klar darstellen, dass uns die Berichterstattung über die Behandlung der Katarakt mit dem Femtolaser viel zu euphorisch erscheint. Wir setzen uns seit vielen Monaten mit dem Thema auseinander und haben viele verschiedene Systeme probiert.

1. Die Grenzen des Femto-Katarakt-Lasers sind dann bereits bei der Kapsulorhexis gegeben, wenn es sich um eine medikamentös nicht maximal erweiterbare Pupille handelt. In unserem Patientengut sind das gut 30 Prozent der Patienten, die mit einem Pseudoexfoliationssyndrom kommen und deren Pupille aus anderen Gründen nicht erweiterbar ist.

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2. Kernhärte: Die Darstellung, Ultraschallenergie würde nicht mehr benötigt, stimmt mit der Studienlage nicht überein. In Abhängigkeit von der Kernhärte werden insbesondere bei harten Linsenkernen lediglich 20 Prozent der Phakoenergie eingespart. Man benötigt also trotz des Femto-Katarakt-Lasers weiterhin ein Ultraschallgerät, um den Kern zu zerkleinern und zu entfernen.

3. Auf das Thema „Empfindlichkeit des Lasers“ ist in dem Artikel leider nicht eingegangen worden. Der Femto-Katarakt-Laser darf nur einem Grad Temperaturschwankung und ganz geringen Feuchteschwankungen ausgesetzt sein. Das erreichen normal temperierte Operationsräume kaum. Auch hier werden die Femto-Katarakt-Laser derzeit noch verbessert, um in unterschiedlich gekühlten OP-Räumen konstant arbeiten zu können.

Wir finden es bedenklich, wenn . . . der Anschein erzeugt wird, dass die Katarakt mit einem Roboter operiert werden kann.

Sicherlich ist die Technik innovativ, aber leider längst noch nicht für jeden Patienten geeignet.

Dr. Stefanie Schmickler,
Dr. Olaf Cartsburg,
Prof. Dr. Christoph Althaus,
Augen-Zentrum-Nordwest, 48683 Ahaus

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